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Den „zirka sechsten Twittwoch in Berlin“ eröffneten gestern die beiden Initiatoren Stefan Wolpers (@StefanW) und Nico Hagenburger (@Hagenburger) und kündigten ansehnliche Gäste an. Nur zwei Vorträge sollte es diesmal geben, anstatt der üblichen drei oder mehr, was der Veranstaltung sehr gut getan hat. Es weckte eine gewisse Vorfreude was dort so auf dem Rednerzettel stand, gelang es doch den beiden Organisatoren wieder – Respekt! – interessante Referenten für die Veranstaltung zu gewinnen.

Den Auftakt machte Harm Heibült, Produkt- bzw. Projektmanager Social Media bei BILD.de, der ausführte, wie das Boulevardblatt bei Facebook aktiv ist und warum es sich lohnt, auf Social Media zu setzen. An und für sich war es sehr respektabel, dass sich ein Unternehmen, das mit seinem Produkt ja durchaus in der (Social-Media-)Kritik steht, so offen dem Dialog stellt. Dass der 30-minütige Vortrag auch in der Hälfte der Zeit die doch sehr grundlegenden Aspekte hätte aufzeigen können, stand dem entgegen. Bei den spannenden Fragen wie Zielgruppenbestimmung oder Paid-Content-Politik verflachte die Diskussionsbereitschaft schlagartig.

Was folgte war ein Vortrag mit dem knackigen Titel „Bleibenlassen 2.0“, der Großkonzernen die Levithen las und thematisierte, was im Social-Media-Bereich bisher so falsch gelaufen sei. Kathrin PassigLukas Hartmann (@mntmn) und Matthias Bauer waren die drei Redner, die mit Inactive Media eine Art Un-Beratung zu Social Media ins Leben gerufen haben.

Wie der erste Vortrag blieb auch dieser hinter den Erwartungen zurück. Oder besser: Hinter dem Potenzial des Themas. Die Vortragsweise war zum Teil so abwechslungsreich und so energetisch wie Grillenzirpen. Und insgesamt endete man im üblichen Bashing der Großen. So durfte sich der in der zweiten Reihe sitzende Robindro Ullah etwa anhören, warum die Twitter-Versuche seines Arbeitgebers (der Deutschen Bahn) doch unmöglich seien.

Es wurde das übliche „Wir sind die Pioniere des Internets und erklären euch, wie man es macht, weil ihr es immer noch nicht checkt.“ Laaaaaangweilig. Gegenargumente wurden umschifft. Doch wenn schon kein Generationenwechsel kommt, dann vielleicht mal ein Umdenken? Schließlich predigten die Vortragenden ja selbst die Qualität des Entlernens…Warum nicht auch mal das Levithenlesen verlernen?

Das Fazit dieses Berliner Twittwochs lautet daher: Gute Themen, interessante Vortragende, fade Umsetzung. Dennoch hat es Spaß gemacht, regten die Vorträge doch umso mehr die Diskussionslust der Gäste im Anschluss an. Danke Nico und Stefan!