Txtr Beagle

Gerade einmal 10 Euro kostete der Txtr Beagle – und floppte trotzdem.

Mehrere Anläufe

Am Ende war der Wettbewerb mit Amazon, Sony, Apple, Thalia oder Google wohl doch unüberwindbar: Bereits im vergangenen Spätsommer war es auffällig still geworden auf den sozialen Kanälen von Txtr, nun hat das Berliner E-Reading-Startup des bekannten Investors Christophe Maire hat Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Wie Deutsche Startups zuerst berichtete und wie aus dem entsprechenden Eintrag im Insolvenzregister hervorgeht, wurde bereits ein Insolvenzverwalter bestimmt. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Vieles hat Txtr seit der Gründung im Jahr 2008 ausprobiert: Frühe Hardware-Ambitionen wurden zunächst aufgegeben, Jahre später folgte dann unter dem Namen Beagle ein E-Reader zum Kampfpreis von unter zehn Euro, der allerdings nicht überzeugen konnte und floppte.

Mit der hoffnungsvollen Expansion in die USA kam ein Umschwung auf das B2B-Segment: Txtr bot seine Plattform für Drittanbieter an: Unternehmen, die digitalen Content vertreiben wollen, sollten von Txtr sowohl eine umfangreiche E-Book-Datenbank als auch die entsprechende Shopsoftware und -Abwicklung erwerben. Mit Asus@Vibe wurde bereits 2011 eine erste Partnerschaft präsentiert. Bei Txtr hoffte man, eine Nische gefunden zu haben, in der man den großen Wettbewerbern aus dem Weg gehen konnte.

Danach wurde es sehr ruhig um das E-Reading-Startup, das mit dem Post-It-Konzern 3M einen namhaften US-Investor hatte. Zuletzt hatte sich das Txtr-Team unter dem Namen Blloon noch einmal an einem Schnupperangebot-Konzept und einer iPad-App versucht. Allerdings krempeln Flatrates von Anbietern wie Kindle Unlimited oder Sobooks den digitalen Büchermarkt derzeit noch einmal um. Wie es mit Blloon weiter gehen soll, war vom Unternehmen nicht zu erfahren. Für Txtr selbst deutet die Insolvenzanmeldung wohl in keine besonders rosige Zukunft.


So romantisch bewarb Txtr seinen E-Reader:

Bild: Georg Räth / Gründerszene