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Ein Teil des Uberchord-Teams (von links): Simon Barkow-Oesterreicher, Enzo Galli, Eckart Burgwedel, Lindsay Buescher und Martin Polak

Ob Video-Tutoring, interaktives Lernen oder simples Nachspielen von Noten: Apps zum Gitarre lernen gibt es wie Sand am Meer. GuitarToolkit, Ultimate-Guitar Tabs, JamPlay Mobile, das finnische Yousician oder Flowkey aus Deutschland – der Bereich ist bereits gut besetzt.

Trotzdem wagt sich mit Uberchord ein weiteres Startup in den Markt. Und Investoren glauben an die Idee: Das Berliner Startup kann nun eine Seed-Finanzierung von 400.000 Euro bekanntgeben. Investiert haben das Ulmer Verlagshaus Ebner und ein unbekannter Business Angel. Das frische Kapital ermöglicht dem Team, endlich Vollzeit an der App zu arbeiten. Außerdem soll ein Großteil der Mittel in die Produktentwicklung gesteckt werden.

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Wie sich das junge Unternehmen von seinen zahlreichen Konkurrenten absetzen will? Uberchord hat nach eigenen Angaben eine eigene Musikerkennungstechnologie entwickelt: Die Software-Lösung hinter der App, Chordsense, ermöglicht dem Nutzer detaillierte Rückmeldungen zu den gespielten Abläufen. Die App weist den Gitarrenschüler dann auf Fehler und alternative Harmonisierungsmöglichkeiten hin. Das Gründerteam wartet laut Uberchord-Mitgründer Simon Barkow-Oesterreicher darauf, dass das zugehörige Patent erteilt wird.

Mit der Uberchord-App, die bisher nur als Beta-Version verfügbar ist, können Nutzer eigene Akkordfolgen programmieren oder aus Lehrgangsmodulen wählen. Obwohl die Technologie auch für das Lernen von anderen Musikinstrumenten eingesetzt werden kann, will sich das Unternehmen erst einmal auf die Gitarre konzentrieren, erzählt Barkow-Oesterreicher.

Mitte April soll Uberchord als iOS-App an den Markt gehen. Bisher ist eingeplant, dass die Nutzung kostenlos sein wird. Optionen für In-App-Käufe werde es aber auch geben, so Barkow-Oesterreicher.

Obwohl Uberchord gerade erst mehr als ein Teilzeit-Projekt geworden ist, will das neunköpfige Team direkt global durchstarten. Die junge Firma will sich besonders auf den US-amerikanischen Markt konzentrieren. Denn dort gebe es laut Barkow-Oesterreicher die meisten „gitarrenverrückten Menschen“.

Mit dem Taxi-Dienst Uber hat das Berliner Unternehmen übrigens nichts zu tun. Laut Barkow-Oesterreicher hatte das Team die Vorsilbe schon im Hinterkopf, „als Uber noch keiner kannte“.


Übersicht: Die wichtigsten Finanzierungsrunden der vergangenen Monate
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Erst im Januar konnte Westwing 25 Millionen Euro einsammeln. Im April gingen noch mal 30 Millionen an den Möbelshop. Das Geld kommt unter anderem vom Berlusconi-Clan. Im Bild: Die Westwing-Gründer Stefan Smalla und Delia Fischer; Quelle: Westwing

Hinweis: In einer ersten Version des Artikels war fälschlicherweise von einer Seed-Finanzierung in Höhe von 300.000 Euro die Rede.

Bild: Uberchord