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Die Gerüchteküche im Mobile-Segment kocht dieser Tage wieder. Nachdem Google Ende letzten Jahres AdMob für 750 Million US-Dollar erstanden hat und kurze Zeit später Apple Quattro Wireless für geschätzte 300 Millionen US-Dollar übernahm, gehen dieser Tage Gerüchte um, dass auch Millennial Media und Inmobi kurz vor einem Verkauf stehen könnten. Gründerszene wurde zugetragen, dass Blackberry, Microsoft und Nokia an den beiden Unternehmen Interesse haben sollen.

Zur Situation der Mobilen Ad-Networks weltweit

Bei Millennial Media und Inmobi handelt es sich um Mobile Ad-Networks, wie man sie in Deutschland etwa von Madvertise (www.madvertise.de) kennt – also um Marktplätze für Werbung im mobilen Internet. Millennial Media ist in diesem Segment weltweit der drittgrößte Spieler im Markt, nach Googles AdMob und Quattro Wireless, das Apple nach seiner Übernahme zu iAds rebranded hat. Millennial Media selbst sitzt in Baltimore, wird aber von einigen VCs aus dem Silicon Valley unterstützt.

Für gewöhnlich wird bei Übernahmen dieser Art mit Umsatzmultiples gerechnet, das heißt der Jahresumsatz des Unternehmens wird mal einen Multiple genommen, aus dem sich dann der Kaufpreis berechnet. Bei Admob soll dieser Multiple bei 18 oder 19 gelegen haben – zum Vergleich: für Millennial Media wird gerade von einer Zahl zwischen 10 und 12 ausgegangen, sodass AdMob eine wirklich teure Akquisition für Google war.

Inmobi ist der nächstgrößere Akteur nach diesem Trio und hat seinen Sitz in Mumbai, Indien. Zuletzt soll es Inmobi sehr nachhaltig gelungen sein, Mitarbeiter bei Google abzuwerben, die für Japan, den Mittleren Osten, die USA und Europa eingesetzt werden. Das Unternehmen plant laut Branchenkennern verstärkte Aktivitäten in Osteuropa und den USA. Überhaupt verfügt Inmobi über eine gute Technologie, sitzen in Indien doch rund 70 Entwickler, die die Plattform bauen http://www.top10pokerwebsites.net/.

Mobile Ad-Netzwerke sind laut Branchenexperten eine sehr sinnvolle Akquisition, wenn sie sehr nah an einem Unternehmen gebunden sind, das über ein mobiles Betriebssystem verfügt. Und nachdem Google (Android) und Apple (iPhone) sich in diesem Segment schon bedient haben, bleiben noch drei größere Akteure über, die nun in der Branche aktiv Gespräche führen sollen: Blackberry, Microsoft und Nokia.

Microsoft zeigt Interesse an Millennial, Nokia ist scharf auf Inmobi

Aus gut informierten Quellen wurde Gründerszene nun zugetragen, dass Nokia und Microsoft – die beide über ein mobiles Betriebssystem verfügen – gleichermaßen auf der Suche nach einem Mobile-Ad-Network sein sollen. Wenngleich die Finnen ihr Nokia Mobile Advertising in die eigene NavTech-Unit integriert haben und dadurch äußerst schlecht positioniert sind, sollen sie derzeit ein starkes Interesse an Inmobi bekundet haben und Gespräche führen, die schon weit vorangeschritten sind.

Tech-Riese Microsoft kann zwar noch keine eigenen Endgeräte vorweisen, versucht sich mit Windows 7 Mobile aber derzeit an einem neuen Betriebssystem, das bisher sehr viel versprechend scheint. Glaubt man den Gründerszene-Quellen, steht Microsoft zur Zeit mit Millennial Media in vorangeschrittenen Verhandlungen. Dabei äußerte Millennial-CEO Paul Palmieri erst kürzlich in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass er eher auf einen Börsengang für sein Unternehmen hofft, als dass dieses gekauft wird.

Und Microsoft ist nicht der einzige Interessent an Millennial. Erst kürzlich wies das Wall Street Journal darauf hin, dass BlackBerry-Hersteller Research in Motion Ltd. (RIM) ein Kaufinteresse an Millennial Media bekundet haben soll. RIM, das mit seinen Blackberry-Produkten den Business-Bereich im Smartphone-Markt dominiert, verliert konsumentenseitig an Boden gegenüber Apple und Google, während seine Marktanteile um 1,3 Prozent auf 17,8 Prozent im Verlgeich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr gesunken sind (laut dem vom Wall Street Journal zitiertem Marktforscher IDC).

Millennial ist Blackberry zu teuer – springt Microsoft ein?

Glaubt man Kennern der Branche, ist RIM der Kaufpreis von Millennial Media – der derzeit zwischen 400 und 500 Millionen US-Dollar geschätzt wird – zu hoch. Das Unternehmen soll mit Millennial Medias CTO Chris Brandenburg in Verhandlungen sein. Vor allem darf aber damit gerechnet werden, dass Microsoft auch ein Angebot abgibt, nachdem RIM sein offizielles Angebot eingereicht hat – dies kann schnell zu einem Bieterkampf führen, bei dem Microsoft wohl bereit sein dürfte, den höheren Preis zu bezahlen. Denn die Anzahl der weltweiten Werbenetzwerke ist auf etwa 20 begrenzt – von denen einige bereits jetzt sehr nah an den gut positionierten Google und Apple dran sind.

Eine Übernahme von Millennial Media kann aber auch jenseits des stolzen Preises seine Tücken bürgen: Ein gewisser Anteil von Millennials Inventar soll auch durch Apple App-Entwickler herrühren und wenn RIM nun das US-Ad-Netzwerk übernehmen würde, wäre es durchaus denkbar, das Apple Millennial Media von allen Location-based Targeting-Themen ausschließt, um sein Geschäft mit iAd zu schützen.

Exchangewire stellt daher auch Vermutungen an, dass RIM stattdessen auf Einkaufstour gehen könnte und lieber verschiedene kleine Aggregatoren und Ad-Netzwerke akquiriert, die es dann zusammenführt, wie etwa Madvertise, Smaato und Adfonic für Europa und die USA oder Zest-Adz und Buzz City für den asiatischen Markt. Gründerszene hat hierzu bestätigte Informationen erhalten, dass auch das Berliner Mobile Ad-Network Madvertise mit RIM in Kontakt sein soll, weil der Blackberry-Hersteller Interesse am noch jungen Unternehmen bekundet hat. Unternehmen wie Madvertise können in diesem Kontext spannend sein, weil es sich dabei um lokal starke Player handelt, die in Verbindung mit anderen Unternehmen eine spannende Alternative zu einem großen Mobile-Ad-Network bilden können.