Einhorn Unicorn Startups

Fokus auf E-Commerce, wenige B2B-Modelle

„Einhörner“ nennt man sie – Startups, die mehr als eine Milliarde US-Dollar wert sind. Denn sie sind, wie der Name schon suggeriert, ausgesprochen selten, insbesondere in Europa. Bislang zumindest, denn wie die Tech-Investmentbank GP Bullhound nun gezählt hat, braucht sich die alte Welt vor der neuen auch in Sachen Digital-Startups nicht mehr zu verstecken. Der seit kurzem auch in Berlin ansässige russische Suchmaschinen-Gigant Yandex, die estnische Chat-Software Skype und der britische Online-Versender Asos sind dabei die europäischen Aushängeschilder.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Die Geheimnisse der erfolgreichsten
amerikanischen Milliarden-Startups

Insgesamt 30 solcher Einhörner haben die Analysten gezählt, die nach dem Jahr 2000 gegründet wurden – Stand April dieses Jahres. Zum Vergleich: Insgesamt 39 solcher auf mehr als eine Milliarde Dollar bewerteten digitalen Jungunternehmen gebe es in den USA. Betrachtet wurden Tech-Unternehmen mit Fokus auf das Internet beziehungsweise auf Software – E-Commerce-Anbieter, Spieleschmieden oder Fintech-Startups unter anderem – mit Hauptsitz in Europa.

Anzeige
Wie selten die „Unicorns“ sind, belegen die Studienbetreiber ebenfalls: Gerade einmal 0,27 Prozent der vergleichbaren Tech-Unternehmen, die in diesem Zeitraum gegründet wurden, sind Einhörner.

Von den 30 europäischen Tech-Einhörnern sind sechs, also ein Fünftel, im B2B-Bereich tätig, richten ihre Produkte und Dienste also also auf andere Unternehmen aus und nicht auf Endkunden (B2C). In den USA ist das viel häufiger der Fall, mit 39 Prozent konzentrieren sich laut Studie fast doppelt so viele der Milliarden-Startups dort auf Geschäftskunden.

Deutschland ist in der Liste nur einmal vertreten – allerdings hat es der Fashion-Versender Zalando immerhin in die Top 10 geschafft. Mit sechs Einhörnern kommen die meisten der Milliarden-Startups dabei aus Großbritannien, gefolgt von den nordischen Ländern – Finnland und Schweden – mit zusammen sechs, fünf stammen aus Russland. Warum das so ist? Auch dafür präsentieren die GP-Bullhound-Analysten eine Antwort: In Großbritannien sei der große Markt und eine sehr große Tech-Affinität ausschlaggebend, Startups aus den nordischen Ländern hätten sich ausgiebig der Internationalisierung verschrieben. Und in Russland sei es unter anderem der große Heimatmarkt, der den Startups genügend Wachstumspotenzial biete.

Der Großteil der europäischern Einhörner ist übrigens im E-Commerce aktiv, die meisten Milliarden-Jungunternehmen wurden von zwei Gründern gestartet, die im Schnitt 33 Jahre alt sind.

Artikelbild: © panthermedia.net / Rüdiger Wessel