Das Gründerteam von SimScale: David Heiny, Vincenz Dölle, Johannes Probst, Alexander Fischer and Anatol Dammer.

Der bekannte New Yorker VC Union Square Ventures (USV) hat in das Münchner Startup SimScale investiert, wie Gründerszene im Handelsregister entdeckte. Das Unternehmen bestätigt die Beteiligung, die gezahlte Summe möchte SimScale nicht verraten. Sie dürfte aber signifikant sein: USV investiert normalerweise zwischen einer und 20 Millionen Dollar. Und: Der VC, der auch an Duolingo, Auxmoney und der Berliner App Clue beteiligt ist, hält nun ganze 17 Prozent an SimScale. An der aktuellen Finanzierungsrunde haben sich außerdem Altinvestor Earlybird und Business Angel Axel Bichara beteiligt.

Anzeige
Das Startup entwickelt eine Plattform für ingenieurtechnische Simulationen. Damit können aufwendige 3D-Simulationen – unter anderem in der Strukturmechanik oder Akustik – umgesetzt werden. Weiter kann zum Beispiel geprüft werden, wie sich externe Einflüsse wie Vibrationen auf ein Bauteil auswirken. Alles, was man dazu braucht, sind eine Internetverbindung und ein moderner Browser. „Die klassische Simulationssoftware und die notwendige Rechenhardware sind sehr teuer und die Benutzung erfordert viel Wissen“, erklärte Mitgründer David Heiny im Gespräch mit Gründerszene vergangenes Jahr. Mit SimScale will er diese Probleme lösen und Simulationen vielen Nutzern anbieten.

Heute startet SimScale dafür ein weiteres Feature: eine Community. Darin können sich die Nutzer austauschen und in einer Art öffentlichen Bibliothek ihre Simulationen ablegen. An diesen Daten können sich wiederum andere Nutzer für ihre Projekte bedienen und beispielsweise vorhandene Templates nutzen, wenn sie in ihre eigene Simulation passen.

Für alle, die ihre Simulationen öffentlich teilen, ist die Nutzung der Software-Plattform nun kostenlos. So will SimScale den Wissensaustausch vorantreiben: Gerade Studenten und Wissenschaftlern sollte die Simulationsmöglichkeit zugänglich gemacht werden.

Angst, dass dann keiner mehr zahlt, hat SimScale nicht. „Unternehmen können ihre Simulationen nicht offenlegen, dafür sind die Daten zu brisant“, erklärt eine Sprecherin gegenüber Gründerszene. „Für sie ist das Wichtigste, dass ihre Daten bei ihnen bleiben und dafür zahlen sie auch.“ Das ganze System funktioniere wie Prezi: Wer kostenlos Präsentationen erstellen möchte, muss seine Folien teilen – der Rest zahlt.

So sieht eine SimScale-Simulation aus

Bei Firmenkunden adressiert das Startup hauptsächlich kleinere und mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Industriezweigen – denn Konzerne haben ihre eigenen, komplexen Simulations-Technologien. Für kleinere Unternehmen aber kann sich SimScales Simulationstool rechnen. Physische Prototypen zu erstellen, um dann zu merken, dass der Entwurf nicht stimmt, wird schnell teuer. Vorhergehende 3D-Simulationen zu einem wirtschaftlichen Preis könnten das verhindern.

Die Idee für die Software kam dem Gründer David Heiny und seinen vier Mitgründern Vincenz Dölle, Anatol Dammer, Alexander Fischer und Johannes Probst während des Studiums an der TU München. Nach der Ausgründung 2011 und der Entwicklung eines Prototypen investierten Anfang 2013 der HTGF, Bayern Kapital und mehrere Business Angels in der Seedrunde. Im Herbst 2013 kam die erste Version der Plattform auf den Markt, heute arbeiten 35 Mitarbeiter für das Startup.

Zu Wachstum und Kundenzahlen gibt die Firma keine Informationen preis. Zuletzt war im November 2014 bekannt geworden, dass Earlybird gemeinsam mit den Altinvestoren High-Tech GründerfondsBayern Kapital und mehreren Business Angels einen unbekannten Betrag in das Startup investiert hatten.

Bild: Simscale