Unister Axel Springer

Unister-Gründer Thomas Wagner (l.) und der neue Unister-COO Andreas Prokop

Kauft Axel Springer Unister?

Das Medienhaus Axel Springer zeigt offenbar Interesse an der Leipziger Unister-Gruppe. Dies berichtet aktuell das Online-Magazin W&V unter Berufung auf einen Artikel in der aktuellen Printausgabe der Leipziger Volkszeitung. Gegenüber beiden Publikationen nahm Unister zwar Abstand von Übernahmegerüchten, bestätigte jedoch ein stetes „Interesse an strategischen Partnerschaften“ an dem eigenen Unternehmen von Seiten Dritter.

Eine Übernahme Unisters wäre der nächste Schritt des aktuellen Digitalisierungsvorstoßes bei Axel Springer. Erst Ende Juli hatte der Medienriese bekannt gegeben, sich von einem beachtlichen Teil seiner Printprodukte zu trennen. Für 920 Millionen Euro übernimmt die Funke Mediengruppe die Berliner Morgenpost, das Hamburger Abendblatt, Hörzu und weitere Printmedien. Damit stünde Springer in jedem Fall das notwendige Kapital für eine mögliche Aquisition der Leipziger Unternehmensgruppe zur Verfügung.

Übernahme mit Altlasten

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Wieviel Axel Springer für Unister zu zahlen bereit wäre, ist offen. Die 2002 gegründete Unternehmensgruppe hat vor allem seit dem vergangenen Jahr mit verschiedenen Vorwürfen Negativschlagzeilen geschrieben. So wurde Unister der Verkauf von Storno- und Umbuchungsservices auf Reiseseiten vorgeworfen, welche die Staatsanwaltschaft als Versicherungsprodukte deklariert. Nach den Vorwürfen soll dadurch für Unister ein Steuervorteil von über einer Million Euro entstanden sein. Unister dementierte die Vorwürfe. Zudem wurde wegen Verdachts des Adresshandels sowie wegen gefälschter Preisangaben auf den Unister-Portalen ermittelt. Die Gerichtsurteile stehen noch aus.

Zum Jahreswechsel 2013 hatte der Unister-Gründer Thomas Wagner seinen Chefsessel geräumt, Andreas Prokop übernahm Ende Februar den Posten des Geschäftsführers.

Bild: Unister