Der neue CEO Ventures bei Unister, Marvin Andrä (33)

Der Portalbetreiber Unister stellt sich neu auf: Das Unternehmen hat eine neue Aktiengesellschaft mit dem Namen Unister Investment Holding gegründet. Ihre Aufgabe wird sein, sich mit allen Geschäftsbereichen außerhalb der Reisesparte zu beschäftigen. Bereits im Juli hatte Unister diese ausgegliedert und dafür die Unister Travel AG gegründet. Im Zuge der Umstrukturierung wurden 150 Stellen abgebaut.

Die neue Unister Investment Holding soll gleichberechtigt neben der Unister Holding stehen, die nun wieder allein vom umstrittenen Gründer Thomas Wagner geführt wird. Wagner wurde vergangenes Jahr wegen Steuerbetrugs angeklagt und saß 2012 nach einer Razzia in Untersuchungshaft. Er hält die Vorwürfe für unbegründet.

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Die neue Investment Holding wird vom früheren Sprecher der Unister-Geschäftsführung Matthias Steinberg geführt. Thomas Wagner betont: „Matthias Steinberg wird auch weiterhin die Strategie und Ausrichtung der Unister Group in hohem Maße mitbestimmen.“

Das Unternehmen plant außerdem, seinen eigenen Inkubator Unister Ventures auf solidere Beine zu stellen und auszugründen. Zu dem Geschäftsbereich zählen bisher zum Beispiel die Seiten Shopping.de, News.de und Börsennews.de. Neuer CEO des Inkubators, der noch zur Unister Holding gehört, ist ab dem 1. November Marvin Andrä. Er war zuletzt Investment-Manager beim High-Tech Gründerfonds und gründete das Startup Bagpax. Unister-Geschäftsführer Wagner hofft: „Mit Marvin Andrä werden wir unser Portfolio an innovativen Geschäftsideen fördern und ausbauen können“.

Unister verrät momentan nicht, ob der Inkubator Startups einer bestimmten Branche unterstützen oder wie viel Geld investiert werden soll. Man befinde sich bei Einzelheiten zur Zeit in der Prüfung, heißt es gegenüber Gründerszene.

Die Holding beschäftigte vor den jüngsten Stellenkürzungen im Juli noch über 1.500 Mitarbeiter, 2014 hatte Unister bereits rund 200 Jobs gestrichen. Im Sommer bestätigte das Unternehmen gegenüber Gründerszene offene Darlehen in Höhe von 85 Millionen Euro. An Fremdkapitalfinanzierungen dieser Art finde man aber nichts Ungewöhnliches. Berichte, dass Rechnungen nicht bezahlt würden und die Finanzlage dramatisch sei, wies Unister zurück.

Bild: Unister