Unternehmensname Namensfindung sieben Schritte

Wichtige Fragen, die bei der Namensentscheidung helfen

Wenn die Idee in den Startlöchern steht, fehlt oft nur noch der Unternehmensname. Doch allein diese Entscheidung kann oft Monate dauern und alles andere verzögern. Produktion, Drucksorten, Visitenkarten und der komplette Internet-Auftritt werden blockiert, solange kein Name da ist. Und dennoch – so oft werden Namen gewählt, die entweder überhaupt nicht zum Unternehmen passen oder absolut nichtssagend sind.

Wer heute ein Unternehmen gründet, kommt um die Wahl eines Firmennamens nicht herum. Rund 620.000 Unternehmen wurden allein 2012 in Deutschland gegründet. Laut unterschiedlicher Statistiken wird zumindest jedes dritte Unternehmen wieder geschlossen – oft wegen Konkurs oder Insolvenz auf Grund fehlender Klarheit und Vision.

Dabei ist gerade die Entscheidung über den Unternehmensname oft ein wesentlicher Meilenstein. Immerhin soll er am besten all das beinhalten, wofür das neue, zukünftige Unternehmen steht.

Hier sind wichtige Fragen, die Startups helfen, die richtige Entscheidung bezüglich des Firmennamens zu treffen:

1. Auf die Größe kommt es an

Wie groß also soll das Unternehmen eines Tages werden? Wo soll es in fünf oder zehn Jahren sein? Soll es ein Imperium à la Richard Branson oder Victoria’s Secret werden? Oder beinhaltet die Vision, der Platzhirsch in der eigenen Region zu werden?

2. Auch die Länge ist entscheidend

Soll das Unternehmen eines Tages an die nächste Generation übergeben werden? Wie lange soll das Unternehmen am Markt bestehen? Ist man selbst als Person die treibende Kraft und Marke im Unternehmen oder ist es ein Produkt?

3. Verkaufen oder nicht verkaufen

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Bei der Wahl des Firmennamens ist ebenso entscheidend, ob man schon in der Gründungsphase plant, das Unternehmen in naher oder ferner Zukunft gewinnbringend verkaufen zu wollen. Wenn das Unternehmen vom Gründer selbst als Person lebt und der eigene Name im Firmennamen integriert ist, wird es für mögliche Käufer eventuell schwieriger oder gar uninteressant, das Unternehmen weiterzuführen.

4. Going international

Gibt es Expansionspläne auf nationaler oder gar internationaler Ebene? Inwiefern haben diesbezüglich regionale Bezüge im Firmennamen einen Sinn? Wer die Welt erobern will, vorerst vielleicht auch nur in seiner Vision, wählt am besten einen Firmennamen, der auch in anderen Sprachen gut auszusprechen ist. Tchibo heißt auf Japanisch „Tod“, der Chevrolet Nova wird auf Spanisch als „no va“ ausgesprochen und das bedeutet „geht nicht“; nicht gerade sehr schmeichelnd für ein Auto. Die Siemens Sirotec Produkte spricht man auf Englisch als „Zero tec“ aus, also „null Technik“. Ein wenig Recherche kann da keinesfalls schaden.

5. Vielseitig oder einfach

Als Multi-Passionate Entrepreneuer, also jemand, der vielen Leidenschaften nachgeht und sich nicht nur auf eine Sache beschränken möchte, sollte bei der Namenswahl berücksichtigen, ob die diversen Gründungen unter einen Hut zu packen sind oder jeweils komplett voneinander getrennt am Markt positioniert werden sollen. Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile.

Wenn das Steckenpferd großartig läuft, kann dies ein Multiplikator für Unternehmen sein, die innerhalb dieser Schirmherrschaft gegründet werden. Läuft jedoch ein Projekt völlig gegen die Wand, kann dies eventuell auf die übrigen Unternehmenszweige negativ abfärben. Gründet man voneinander unabhängige Unternehmen, kann dies ebenso hilfreich und spannend sein. Hier gilt es gut abzuwägen und sich zwei bis drei Szenarien, die dafür und dagegen sprechen, zu überlegen.

6. Wie viel Kapital steht zur Verfügung

Wählt man einen Kunstnamen für sein Unternehmen, spielt der Markenschutz eine wesentliche Rolle. Die Markenrechte sind je Land unterschiedlich und der Schutz der Marken ist entsprechend teurer, je mehr Länder man markenrechtlich abdecken lassen möchte.

7. Entscheidung

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Letztendlich kann einem niemand die Entscheidung abnehmen. Als Unternehmer, Entrepreneur, Gründer oder Visionär will man „sein“ Ding auf die Beine stellen. Man kann Vorschläge von anderen einholen, Brainstormings einberufen und Kreativitätswettbewerbe starten. Wer über ausreichend Kapital verfügt, kann eine Agentur mit der Namensfindung beauftragen. Doch entscheiden muss es der Gründer selbst – und das ist das Schöne daran. Man sollte diese Entscheidung zwar gründlich durchdenken und überlegen, sich davon jedoch nicht blockieren und zu lange aufhalten lassen, denn auch andere haben gute Ideen.

Bild: krasphoto (Anatoly Tiplyashin) / PantherMedia