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Eine falsche Strategie zwingt BeautyDeal zum Aufhören

Gründerszene war es nun möglich, die Probleme des Berliner Beautyspezialisten zu verifizieren. Ursache für den Todeskampf von BeautyDeal ist der Umstand, dass sich das Unternehmen auf einen einzelnen Lieferanten verlassen hatte, der Markenprodukte aus dem Pflege-Segment zu Dumpingpreisen anbot. Indem man die hohen Margen, die sonst auf Pflegeprodukte entfallen an die Kunden weitergab, hatte man an und für sich einen attraktiven Businesscase gefunden. Aber: Man setzte auf ein Pferd und verlor. Vorerst.

Nun holt der eigene Erfolg die Plattform ein. Zu groß war BeautyDeal geworden. So groß, dass die  Markenhersteller von Pflegeprodukten auf die Plattform aufmerksam wurden und kurzerhand reagierten: Für besagten Lieferanten hieß es schlicht das Handelsverhältnis einstellen oder keine Ware mehr. Laut Informationen von Gründerszene soll es sich dabei um das Münchner Unternehmen Zentraldrogerie handeln – eine bisher offiziell unbestätigte Information.

Das BeautyDeal-Dilemma soll absehbar gewesen sein

Branchenexperten zufolge war eine solche Reaktion durchaus zu erwarten. „Die Markenhersteller unter den Kosmetikproduzenten haben natürlich kein Interesse daran, dass ihre Produktpalette zu Dumpingpreisen vertrieben wird. Deshalb geht man auch entsprechend gegen solche Ausreißer vor, indem man ihnen untersagt, die Produkte selbst oder durch Dritte online zu vertreiben“, verrät ein Kenner der Szene gegenüber Gründerszene. „Die Alternativen in diesem Segment sind gering, weil sich die Marken sehr genau absprechen.“

Ein Umstand, den man bei besserer Recherche eigentlich auch bei BeautyDeal hätte bemerken sollen. Auf einen einzelnen Lieferanten zu setzen dürfte in einem so etablierten Markt grundsätzlich keine gute Wahl darstellen. Entsprechend muss das Keylearning lauten, sich bei der Lieferauswahl in Zukunft zu diversifizieren. Ob es eine solche Zukunft für BeautyDeal allerdings noch gibt, dürfte hingegen fraglich sein. Das Unternehmen ist zurzeit intensiv auf der Suche nach einem oder mehreren alternativen Lieferanten.

Die Chancen, dass man Erfolg hat, liegen gemäß Experten-Schätzungen bei weniger als 50 Prozent. Man hat auf ein Pferd gesetzt und verloren, nun steht die genaue Betrachtung des Zielfotos an, ob nicht doch noch was zu holen ist. Vor allem die externen Investoren dürften sich ärgern, wenn sich auch auf den letzten Streckenmetern keine Alternative mehr finden lässt, allen voran DuMont Venture. Der Samwer-Clan wird dem Investment den Hahn abdrehen, wenn keine Besserung in Sicht ist und das Gründerteam auf neue Aufgaben setzen. Die beteiligten Investoren hatten hingegen auf einen Goldesel gehofft und einen müden Gaul bekommen, der nun darum kämpft, nicht in der Schlachterei zu enden.