Internetunternehmen, Internet-Unternehmen, Internet-Startups, Deutschland

Wann kommt das deutsche Google?

2011 hatte Gründerszene bereits 33 Internetunternehmen unter die Lupe genommen, auf die Deutschland stolz sein kann. Fast ein Jahr später hat sich das Feld sondiert und neue Unternehmen sind in die Riege der Internetunternehmen mit Stolzfaktor aufgestiegen. Die Redaktion hat ihre Top 33 neu zusammengestellt, die Liste könnte sicher noch länger sein. Deshalb ist das Team von Gründerszene sicher, dass die Leser diese Liste gerne noch erweitern würden. Erfolg made in Germany – welche 33 Internetunternehmen sind die mit dem größten Stolzfaktor?

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Die ewige Debatte um die Copycat-Nation Deutschland, um zu wenig VC-Geld, um zu wenig Aufmerksamkeit der Regierung und den Berlin-Hype hat im vergangenen Jahr eine neue Qualität erreicht. Zahlreiche große Finanzierungsrunden und Exits sind zudem Grund genug für eine Neuauflage der Liste. Auch der Stolzfaktor hat gefühlt zugenommen. Gründer aus allen Ecken der Welt kommen nach Deutschland, internationale VCs lassen sich immer häufiger sehen, Medien weltweit schreiben über deutsche Internetunternehmen. Es dürfte eigentlich nur noch eine Frage der Zeit bis zum deutschen Google, Facebook oder Amazon sein.

Auch, wenn es noch kein Google ist: Es gibt eine ganze Menge Internetunternehmen, auf die Deutschland stolz sein kann. Sicher auch noch mehr als 33. Gründerszenes erste Auflage der 33 Internetunternehmen, auf die Deutschland stolz sein kann, sorgte für viele Diskussionen. Berechtigt. Gründerszene schlägt nun diese 33 vor, das Team ist sicher, dass die Leser Ergänzungen haben.

Gründerszenes Auswahl der 33 Internetunternehmen, auf die Deutschland stolz sein kann

6Wunderkinder (neu)

6Wunderkinder (www.6wunderkinder.de) sorgte bereits für große Medien-Furore. Das Berliner Startup mauserte sich seit der Gründung vor 16 Monaten zu einem der meistbeobachteten Tech-Startups in Europa und ist aus den internationalen Blogs und Zeitungen längst nicht mehr wegzudenken. Das Startup sammelte im November 4,2 Millionen US-Dollar für seine Produktivitäts-Software Wunderkit ein. Die Finanzierungsrunde durch die Londoner Investorengruppe Atomico (www.atomico.com) wurde unter Führung von Skype-Gründer Niklas Zennström abgeschlossen. Zusätzlich zum finanziellen Engagement von Atomico hatte der Altinvestor High-Tech Gründerfonds (www.htgf.de) sein Investment in dieser Finanzierungsrunde aufgestockt. Viele Vorschusslohrbeeren müssen nun im Februar verteidigt werden, wenn das Wunderkit startet.

Amen (neu)

Die Meinungs-App Amen (amenhq.com) sorgte bereits vor dem Start für viel Wirbel. Bereits vor dem Launch investierten namhafte VCs wie Index Ventures und prominente Geldgeber wie Ashton Kutcher in das Berliner Startup um den Gründer Felix Petersen. Die Geister scheiden sich, ob Amen die große Aufmerksamkeit verdient. Fest steht aber: Das Startup sorgt international für Furore. Im November gewann Amen bei TechCrunch’s “The Europas”-Awards als einziges in Deutschland ansässiges Startup einen Award, nämlich den für “Best Mobile or Apps Startup”, in Medienberichten über die Startup-Hauptstadt Berlin fehlt Amen nie. Das Startup zieht internationale Aufmerksamkeit auf Berlin und Deutschland als Startuphubs.

Amiando

Amiando launches first email tool for event organisersDas Ticketing-Startup Amiando (www.amiando.com) zählte quasi schon seit seinem Start 2006 zu den beliebtesten Startups Deutschlands, entwickelte es mit seinem Ansatz zum Ticketmanagement von Events doch ein innovatives Feld. Seit der Übernahme durch das Business-Netzwerk Xing Ende 2010 entwickelt sich Amiando prächtig weiter – über 100.000 Events nutzen Amiando als Service zum Ticketmanagement – weltweit.

Betterplace

Betterplace, SpendenplattformDie Spendenplattform Betterplace (www.betterplace.org) blickt mittlerweile auf über 190.00 Spender und über 3.000 verwirklichte Projekte in über 13o Ländern zurück. Waren Nutzer in Sachen Spenden bisher an Poster-Kampagnen, Straßenstände und postalische Werbung gewöhnt, hat Betterplace einen sehr modernen Weg des Spendens etabliert, der die Marktplatzfunktionen des Internets einsetzt, um Spendenbedürftige und Spendenwillige unter hoher Transparenz zusammenzuführen. Betterplace arbeitet dabei komplett kostenfrei und finanziert sich über bezahlte Unternehmensprofile, sodass wirklich die Hilfe für andere im Fokus steht und 100 Prozent der Spenden weitergereicht werden können. Social Business zum Stolzsein.

Bigpoint

Bigpoint, BrowsergamesBigpoint (www.bigpoint.net) wurde 2011 von der Jury zum Startup des Jahrzehnts in der Kategorie Oldtimer gewählt. Zurecht. Von Heiko Hubertz im Jahr 2002 gegründet, ist Bigpoint einer der weltweit erfolgreichsten Entwickler für Browser-Games. Seit April 2011 hat die Spieleschmiede einen neuen Besitzer: Die beiden Private-Equity-Investoren Summit Partners und TA Associates kauften die Mehrheit am Hamburger Unternehmen für 350 Millionen US-Dollar. Big Business.

DaWanda

DaWandaDaWanda (www.dawanda.com) ist zwar ein Copycat des US-Unternehmens Etsy (www.etsy.com), aber trotzdem vermochte es der Marktplatz für Unikate, eine aktive Community aufzubauen, die auf der 2006 gegründeten Plattform zahlreiche Kreativprodukte findet. Pünktlich zum fünfjährigen Geburtstag am 3. Dezember 2011 erhielt DaWanda eine Finanzspritze über vier Millionen Euro von seinem neuen Gesellschafter Vorwerk Ventures (www.vorwerk-ventures.de) sowie seinem seit 2010 beteiligten britischen Investor Piton Capital (www.pitoncap.com). Mit dem Geld wird der Berliner Online-Marktplatz seine internationalen Aktivitäten mit der Etablierung von Auslandsbüros – zunächst mit einem Sitz in Paris – ausbauen.

Direktzu

Direktzu, Many-to-One-KommunikationDirektzu (www.direktzu.de) schließt eine systematische Lücke moderner Kommunikationsformen: Many-to-one-Kommunikation liefert das bisher fehlende Gegenstück zur One-to-many-Kommunikation und schafft für Organisationen einen strukturierten und effizienten Weg zur Beteiligung am sozialen Web – intern wie extern. Mit Direkt-zur-Kanzlerin 2006 gestartet, setzt das Unternehmen mittlerweile auch auf die Kommunikation in Unternehmen. Zuletzt überzeugte das Berliner Startup mit einem direkten Draht zum Bundespräsidenten.

Dress-for-Less

Dress-for-Less, Mode-OutletGeschätzte 200 Millionen Euro (ein großer Teil davon als Shares) war dem spanischen Shopping-Club Privalia (www.privalia.com) der deutsche Online-Designer-Outlet Dress-for-Less (www.dress-for-less.de) wert. Das Mode-Outlet ist eine der wenigen Webseiten im Internet, die mit einem auf Schnäppchen ausgerichteten Fashion-E-Commerce-Ansatz auf Dauer Erfolg hatten. 1999 an den Start gegangen, hat das Unternehmen aus Kelsterbach ein stetiges Wachstum und viel versprechende Umsätze vorweisen können, was Akquisitionen wie die des Kolibrishop (www.kolibrishop.com) 2010 erlaubte.

DailyDeal (neu)

Es war sicher der Deal ihres Lebens. Die Heilemann-Brüder Fabian und Ferry gründeten im Dezember 2009 die Rabatt-Seite DailyDeal (www.dailydeal.de) und verkauften diese mit großem Aufsehen Ende 2011 an den Suchmaschinenriesen Google für 114 Millionen US-Dollar (momentan circa 87,7 Millionen Euro). Nach dem Vorbild des US-Internetbrokers Groupon vermittelt DailyDeal Rabatte bei lokalen Unternehmen. Etwa 10.000 Deal-Partner hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin inzwischen. Wenn schon Google nicht aus Deutschland kommt, kauft der Internetgigant zumindest hier ein.

Doo (neu)

Schon vor seinem offiziellen Launch erhielt Doo (www.doo.net), der Cloud-basierte Dienst für das papierlose Büro, im Dezember rund fünf Millionen Euro Kapital. Mit der Seed-Finanzierung zählt das junge Startup aus Bonn nun DuMont Venture (www.dumontventure.de), Lars Hinrichs und Hermann Simon zu seinen Gesellschaftern. Doo wird als App für Mac OS X, Windows & Windows Phone, iOS, Android und als Web-Lösung verfügbar sein: Im Januar 2012 soll Doo mit einer begrenzten Zahl von Nutzern in die Beta-Phase starten.

GameDuell

GameDuell, BrowsergamesDeutschland ist eine Spieleentwicklernation. GameDuell (www.gameduell.de) ist mit mehr als zehn Millionen Mitgliedern eine weltweit führende Spiele-Community. In neun Ländern (Deutschland, USA, UK, Frankreich, Spanien, Schweden, Dänemark, Niederlande, Österreich) und sieben Sprachen ist das Unternehmen aktiv. Insgesamt umfasst das internationale Angebot auf der GameDuell-Plattform, in sozialen Netzwerken und dem iPhone mehr als 45 Spiele. Allein bei Facebook begeistert GameDuell (Stand Januar 2010) über fünf Millionen monatlich aktive Nutzer.

Gameforge

Gameforge, BrowsergamesBrowsergames scheinen das Steckenpferd deutscher Gründer zu sein: Auch Gameforge (www.gameforge.de) zählt zu den absoluten Größen im Webbereich. Die etwa 20 Spiele der Gameforge AG (ehemals Gameforge GmbH) wurden mittlerweile in 55 Sprachen übersetzt und zählen mehr als 300 Millionen registrierte Accounts in 75 Ländern, davon werden über 20 Millionen aktiv bespielt (Stand: 2011). Neben Bigpoint ist Gameforge das größte deutsche Unternehmen in diesem Bereich. Seit 2011 gehört auch Frogster (www.frogster.de) zum Unternehmen.

Gidsy (neu)

Noch ein internationales Gründerteam in Deutschland – die Holländer Edial (CEO) und Floris Dekker (CPO) und der Österreicher Philipp Wassibauer (CTO) launchten Gidsy Ende 2011 in Berlin. Auf dem Online-Marktplatz können Privatpersonen Aktivitäten, Unternehmungen und Kurse für Interessierte anbieten und damit Geld verdienen. Die Einbindung anderer sozialer Netzwerke wie Facebook im Gidsy-Profil soll es zudem ermöglichen, frühere von Gidsy vermittelte Aktivitäten von Freunden sowie die dazugehörigen Einschätzungen einzusehen. Zunächst für den Raum Berlin gestartet, gibt es Gidsy mittlerweile auch in Amsterdam, New York und San Francisco. Als Nächstes soll London folgen. Das Team von Gidsy wächst bis Ende Januar auf zehn Mitarbeiter. 400 Buchungen wurden in den ersten sieben Wochen nach dem Launch bereits durchgeführt. Jüngst kann sich Gidsy über prominente Finanzierung durch Ashton Kutcher freuen.

HRS (neu)

Ein wirklicher Oldtimer hat es geschafft, online 2011 noch einmal für großen Wirbel zu sorgen: HRS (www.hrs.de). Der Hotelkaufmann Robert Ragge gründete 1972 als Einzelunternehmer ein Reisebüro, das sich in Köln auf die Zimmervermittlung in Messezeiten spezialisierte. Heute unterhält HRS Niederlassungen in Shanghai, London, Paris, Warschau, Istanbul und Rom. Das Unternehmen ist mit etwa 39 Prozent Marktanteil Marktführer in Deutschland und hat zusätzlich 2011 mehrheitlich Hotel.de (www.hotel.de), die drittgrößte Firma auf dem Markt übernommen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 550 Mitarbeiter.

Internetstores

InternetstoresAm Anfang stand die Vision, Fahrräder übers Internet verkaufen zu wollen. Heute ist Internetstores (www.internetstores.de) mit verschiedenen Onlineshops wie Fahrrad.de und Fitness.de ein erfolgreiches Multishop-E-Commerce Unternehmen. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen über 200 Mitarbeiter und bringt es nach eigenen Angaben auf einen Jahresumsatz von 37,5 Millionen Euro.

KaufDa (neu)

Im März 2011 übernahm Axel Springer die Mehrheit der Anteile von KaufDa (www.kaufda.de) für etwa 25 Millionen Euro. Das 2009 gestartete Unternehmen mit Sitz in Berlin informiert Verbraucher tagesaktuell rund ums lokale Einkaufen: Die Nutzer bekommen Prospekte, Angebote und Öffnungszeiten verschiedenster Einzelhändler aus ihrer Stadt mit einem Klick aufgezeigt und können dabei eine Vielzahl von lokalen Prospekten online durchsuchen und vergleichen. Insgesamt riefen Verbraucher bereits in den ersten zwei Jahren nach der Gründung 200 Millionen digitale Prospektseiten bei KaufDa aktiv auf. KaufDa verzeichnet monatlich zwölf Millionen Besucher.

Madvertise (neu)

Logisch, dass die Werbeindustrie dahin wandert, wo Millionen Nutzer ihre Werbung sehen werden – mobile Werbung wird durch die steigende Zahl der Smart-Phone-Nutzer immer wichtiger. Darauf setzt auch der Mobile-Advertising-Marktplatz Madvertise (www.madvertise.de) seit 2008. Das Berliner Startup wurde vom Inkubator Team Europe (www.teameurope.net, auch an Gründerszene beteiligt) gegründet und strebt nach der europäischen Marktführerschaft und bekam im Oktober 2011 für die Expansion eine kräftige Finanzspritze in Höhe von zehn Millionen US-Dollar von US-Investor Blumberg Capital und Alt-Investor Earlybird.

MyMuesli

Mymuesli, individuelles Müsli, CustomizationMyMuesli (www.mymuesli.com) ging im April 2007 online und war weltweit das erste Angebot für individuelles Müsli. Das Passauer Unternehmen war und ist Vorbild und Inspiration für viele andere Neugründungen im Bereich Mass-Customized-Food. Seit Oktober 2010 gehören mit Oh!Saft (www.oh-saft.de) auch frische Orangen zum Portfolio. Green Cup Coffee (www.green-cup-coffee.de) kam im September 2011 dazu. Über diese Marke vertreibt Mymuesli Single-Finka-Kaffee. Nach Spreadshirt ist das Unternehmen einer der gefragtesten deutschen Anbieter für Customization. 

Pizza.de

Pizza.de, Lieferdienst, White-LabelingEs sind gleich drei Namen, die darum buhlen, in deutschen Haushalten die Nummer eins zu sein, wenn der Hunger ruft. Neben Branchenprimus Pizza.de (www.pizza.de) sind mit Lieferando (www.lieferando.de) und Lieferheld (www.lieferheld.de) zwei schnell wachsende Unternehmen aktiv, auf denen verschiedene Lieferdienste aggregiert werden. Schon seit 1997 gibt es Pizza.de. Es bleibt spannend, wie sich der Lieferdienst-Dino behaupten kann. Vor allem international will das Ende 2011 gegründete Delivery Hero (www.deliveryhero.com) nun für Aufmerksamkeit sorgen. Stolz gemacht hat Pizza.de Deutschland bisher aber auf jeden Fall schon einmal – und die Führungsposition konnte bisher auch verteidigt werden.

Qype

Qype, Bewertungsplattform

Qype (www.qype.com) zählt wohl zu den praktischsten Diensten des Webs überhaupt. Die Plattform für Bewertungen ist eine der wenigen deutschen Webseiten, die es zu einer kritischen Masse von nutzergeneriertem Content brachte und so auch in Europa punkten konnte, wenngleich Deutschland der Kernmarkt von Qype bleibt. Gestartet im November 2005 ist Qype eine Online-Community, die von Nutzern generierte, standortbezogene Bewertungen auf lokaler Basis bereitstellt. Inzwischen existieren außerdem Versionen in spanischer, portugiesischer, italienischer und polnischer Sprache. Darüber hinaus ist Qype auch in Irland, Österreich, der Schweiz und Brasilien aktiv. Im März 2011 übernahm Qype die Gruppenrabatt-Internetseite cooledeals.de und wandelte sie in QypeDeals (www.qypedeals.de) um.

ReBuy (neu)

ReBuySchon bei der ersten Aufstellung der Top-33-Startups mit Stolzfaktor protestierten die Leser: ReBuy fehlt. ReBuy (www.rebuy.de) bieten den An- und Verkauf von Gebrauchtwaren. Von den beiden Freunden Lawrence Leuschner und Marcus Börner als Hobbyprojekt mit dem Fokus auf den Austausch von Computerspielen gestartet, entwickelte sich ReBuy hin zum Universalanbieter für Gebrauchtwaren mit mittlerweile über 300 Beschäftigten und zuletzt zweistelligen Millionenumsätzen.

Readmill (neu)

Die schwedischen Readmill-Gründer David Kjelkerud und Henrik Berggren wollen mit ihrem sozialen Netzwerk für Leser von E-Books nicht weniger als die E-Book-Industrie umkrempeln. Ein intelligentes Lesezeichen für E-Book-Lesegeräte ist Readmill, eine kostenfreie iPad-App ist das Herzstück des Startups. Readmill will für die Buchindustrie werden, was SoundCloud für die Musikindustrie ist. Neben Passion Capital (www.passioncapital.com), Index Ventures (www.indexventures.com), Prehype (www.prehype.com), Peter Read, Christophe Maire und “old friends from Stockholm” war SoundCloud (soundcloud.com) an der 280.000 Euro hohen Seed-Finanzierung in das Startup beteiligt. Flickr-Mitgründerin Caterina Fake gab im November 2010 bei einem Treffen in San Francisco die Initialzündung der Idee.

Scout24

ImmobilienScout24, Immobilien-PortalAls Internetpionier und führende Gruppe von Online-Marktplätzen in Europa steht Scout24 (www.scout24.com) seit über zehn Jahren für wirtschaftlichen Erfolg. Die sieben Marktplätze der Scout24-Gruppe, AutoScout24, ElectronicScout24, FinanceScout24, FriendScout24, ImmobilienScout24, JobScout24 und TravelScout24 sind in 18 Ländern präsent. Diese positive Performance ist auch der Deutschen Telekom nicht verborgen geblieben, die 2007 eine Vorkaufoption zog und die Scout24-Gruppe komplett übernahm. Seit Oktober 2010 gehört zu ImmobilienScout24 auch der Inkubator You Is Now (www.youisnow.de).

 Simfy (neu)

simfy goes socialNeuigkeiten auf dem Markt der Musik-Streaming-Dienste gibt es mittlerweile fast im Wochentakt: Simfy (www.simfy.de) beweist sich bisher noch gegen die Konkurrenz. Stattliche zehn Millionen Euro erhielt das Musikportal im Mai noch einmal von seinen bestehenden Investoren und baut damit sein Wachstum in Europa weiter aus. Earlybird (www.earlybird.com), die NRW Bank (www.nrwbank.de), DuMont Venture (www.dumontventure.de) und Klaus Wecken bestärkten erneut ihr Vertrauen in das Unternehmen.

SoundCloud

SoundCloud, Audio-Dienst

SoundCloud (www.soundcloud.com) ist eines der wenigen Unternehmen, das es aus Deutschland heraus nicht nur zu einer sehr großen Reichweite, sondern auch zu internationaler Bekanntheit gebracht hat. Der Streamingdienst der schwedischen Gründer Alexander Ljung und Eric Wahlforss ist das Paradebeispiel schlechthin für ein internationales Startup aus Deutschland. Im Januar erhielt das im August 2007 gestartete SoundCloud zuletzt eine amerikanische Finanzspritze durch Kleiner Perkins Caufield & Byers in Höhe von 50 Millionen US-Dollar. Bereits die dritte Finanzierung seit Gründung. Vor einem Jahr konnten die Berliner bereits Index Ventures (www.indexventures.com) und Union Square Ventures (www.unionsquareventures.com) als Investoren gewinnen. Auch Ashtion Kutcher hat investiert.

Tradoria (neu)

Tradoria (www.tradoria.de) ist ein E-Commerce-Marktplatz im deutschsprachigen Raum, der verschiedene Händler auf seiner Seite bündelt und Nutzern somit einen umfangreichen Einkauf ermöglicht. Tradoria bietet so eine Kombination aus Mietshop, Shopping-Portal und zentralem Checkout-Prozess, welche sich insbesondere an kleine und mittelständische Händler richtet. Im Juli 2011 kaufte Japans größter Anbieter von Internetdiensten Rakuten (www.rakuten.com) 80 Prozent der Anteile an Tradoria und übernahm den E-Commerce-Platz damit quasi komplett. Einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zahlte Rakuten für den E-Commerce-Marktplatz. Schon diesen Monat will sich Tradoria wohl von seinem Namen lösen und sich in Rakuten umbenennen.

Tape.tv (neu)

Die Gründerszene-Leserschaft wählte den Berliner Musikdienst Tape.tv (www.tape.tv) 2011 zum Startup des Jahrzehnts in der Kategorie Newcomer. Tape.tv ist ein Onlineanbieter für personalisiertes Musikfernsehen, der seit Juli 2008 Musikvideos über das Internet aussendet. Tape.tv arbeitet mit allen großen Musik-Labels zusammen und finanziert sein kostenloses Angebot unter anderem durch Werbeeinblendungen am Rand der gesendeten Videos. Das Internet-Musikangebot greift auf etwa 45.000 Originalmusikvideos zurück und produziert Live-Content und eigene Sendeformate. Tape.tv hat 3,5 Millionen Unique User (Juni 2011) und ist damit nach Unternehmensangaben die drittgrößte Bewegtbild-Plattform auf dem deutschen Markt.

Teekampagne

Teekampagne, Projektwerkstatt, Günter Faltin, Darjeeling-TeeMit seiner Teekampagne (www.teekampagne.de) trat Günter Faltin schon 1985 den Beweis an, dass Einfachheit häufig das höchste Gut einer Unternehmung ist. Der Entrepreneurship-Professor spezialisierte sich auf Darjeeling-Tee, eine der exklusivsten Sorten weltweit und bietet nur diese eine Sorte in Großpackungen an. Durch die großen Abnahmemengen kann die Teekampagne den Zwischenhandel umgehen und so Kosten einsparen, die sich beim Produktpreis bemerkbar machen. So hat die Teekampagne nicht nur eine ganze Industrie aufgemöbelt und ist zum größten Darjeeling-Importeur weltweit geworden, sondern hat auch einigen anderen Geschäftsansätzen Pate gestanden, die das Modell der Teekampagne auf andere Bereiche übertragen haben.

Unister Gruppe (neu)

Die Unister Gruppe (www.unister.de) betreibt und vermarktet namhafte Internetportale mit vorrangig deutschsprachigen, oft generischen Domains wie news.de, geld.de oder fluege.de. Über 10,93 Millionen Internetnutzer besuchen monatlich die Webseiten im Portfolio der Unister Unternehmensgruppe. Kopf und Lenker hinter Unister ist Gründer und Geschäftsführer Thomas Wagner. Das Unternehmen hat über 1.000 Angestellte und Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Dresden

Wooga

Wooga, Social-Games

Wooga (www.wooga.com) zählt zu jenen deutschen Erfolgsgeschichten, die einen anscheinend dominierten Markt von hinten aufrollten und zu einem internationalen Branchenschwergewicht avancieren konnten. 2009 von Jens Begemann gegründet, ist das Berliner Startup Wooga mittlerweile Europas größter Entwickler von Social Games mit Sitz in Berlin. Wooga beschäftigt mittlerweile 120 Mitarbeiter aus 28 Ländern in Berlin und hat über 35 Millionen aktive Nutzer im Monat. Bei Gründerszenes Wahlen zum Startup des Jahrzehnts kürte die Jury Wooga 2011 zum Startup des Jahrzehnts in der Kategorie Newcomer.

Xing

Xing, Business-NetzwerkAuch wenn Xing (www.xing.com) wohl inhaltlich in die Kategorie Copycat fällt (Vorbild LinkedIn (www.linkedin.com), mittlerweile auch mit Deutschland-Büro), entwickelte das Unternehmen sein Geschäftsmodell kontinuierlich weiter. Das Online-Netzwerk will sein Personal im Jahr 2012 um 100 Arbeitsplätze aufstocken, die meisten Neueinstellungen sind in Hamburg geplant. Damit soll die Gesamtzahl der Mitarbeiter allein in der Hansestadt auf über 400 steigen. Die Xing AG blieb auch 2011 das führende professionelle Netzwerk im deutschsprachigen Raum.

Zalando

Zalando, Schuhshop500 Marken, 12.000 Modeartikel und 18.000 Schuhe: Ein Paradies für Onlineshopper – Zalando (www.zalando.de). Und der Onlineriese wächst und wächst. Seit 2011 macht Zalando auch Italien, England die Schweiz und Österrreich (2010: Niederlande und Frankreich) unsicher. Der Schuhshop von Rocket Internet (www.rocket-internet.de) hat zudem laut Experten gewaltige Umsatzzahlen vorzuweisen. Das Berliner Unternehmen hat den Onlinehandel noch einmal in gänzlich neue Dimensionen verholfen und wächst seither unaufhörlich.

Zanox

Zanox (www.zanox.de) ist das führende Performance-Advertising-Netzwerk in Europa. Im Verbund mit den Tochterunternehmen Affiliate Window, buy.at, Eprofessional  und M4N unterstützt Zanox mehr als 3.800 internationale Werbekunden bei der effizienten Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen im Internet. Zanox wurde im Jahr 2000 von Thomas Hessler, Heiko Rauch und Jens Hewald gegründet. Heute gehört das Unternehmen zu 52,5 Prozent der Axel Springer AG und zu 47,5 Prozent der Schweizer PubliGroupe AG. Die Zanox Gruppe mit Hauptstandort Berlin verfügt über Niederlassungen in Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Schweiz, den Niederlanden, Polen, Türkei, USA und Brasilien. Weltweit arbeiten mehr als 600 Mitarbeiter für Zanox und seine Partnerunternehmen.

Wer ist nicht mehr dabei

Wahrscheinlich fängt die Diskussion nun erst richtig an, denn weil Gründerszene auf so viele neue Internetunternehmen stolz ist, mussten einige Internetunternehmen aus Gründerszenes Top 33 ihren Platz räumen. Ganz sicher ist das streitbar und das Gründerszene-Team würde auch nicht behaupten, nicht mehr stolz auf diese Unternehmen zu sein. Made in Germany scheint eben doch ein ganz besonderes Gütesiegel zu sein.

  • Parship (www.parship.de) – weil die Singlebörse zwar noch immer zu den Branchenprimussen in Sachen Flirten gezählt werden kann, aber Gründerszene nicht mehr ganz so verliebt ist.
  • SchülerVZ (www.schuelervz.net) – weil die VZ-Netzwerke mit dem Relaunch 2011 nicht wirklich überzeugen konnten und weiter Nutzern verlieren.
  • Spickmich (www.spickmich.de) – weil die Lehrer-Bewertungsplattform sich zwar in Sachen Transparenz verdient machte, aber es derzeit eher ruhig um die Seite ist.
  • Niuu (www.niuu.de) – weil die individuelle Tageszeitung sich 2011 nach über einem Jahr auf dem Markt entschloss, erst einmal Pause zu machen.
  • Trivago (www.trivago.de) – weil die Hotel-Metasuchmaschine Trivago noch immer einen guten Job macht, aber HRS Gründerszene 2011 stärker beeindruckte.
  • Barcoo (www.barcoo.de) – weil das Mobile-Startup mit seiner App zum Lebensmittel-Scan zwar weiter überzeugt, aber andere Ideen Deutschland wohl noch stolzer machen.
  • Sport1.de (www.sport1.de) – weil das Angebot zwar noch immer eine wichtige Anlaufstelle für Sportbegeisterte ist, aber sich auch nicht mehr selbst übertrifft.
  • Web.de (www.web.de) – weil der Dinosaurier des deutschen Internets neben Googlemail & Co nicht mehr innovativ ist.
  • Travian Games (www.traviangames.com) – weil das Unternehmen zwar weiter wächst, aber bei der großen Gaming-Konkurrenz in Deutschland musste man sich entscheiden.
  • PaperC (paperc.de) – weil die Idee und ihre Weiterentwicklung noch immer Stolzfaktor haben, aber sich das neue Flatrate-Modell sich erst noch beweisen muss.
  • Groupon (ehemals GrouponCityDeal) (www.groupon.de) – weil das Unternehmen mit dem Riesen-Börsengang 2011 zwar rund 700 Millionen US-Dollar einnahm, aber irgendwie der Erfolg nicht mehr nur made in Germany ist.
  • Brands4Friends (www.brands4friends.de) - weil das Unternehmen zwar noch immer Deutschlands Nummer-Eins-Online-Shopping-Club ist, aber das Konzept nicht mehr ganz so innovativ ist.
  • Spreadshirt (www.spreadshirt.net) – weil das Unternehmen zwar den Ansatz Mass-Customization in Deutschland salonfähig machte, aber erst wieder beweisen muss, dass sich das Modell weiterentwickelt.
  • Buch.de (www.buch.de) – weil das Unternehmen zwar auch vergangenes Jahr um fast 25 Prozent wuchs, aber Amazon in Sachen Büchern die klare Vormachtsstellung und Innovationskraft beweist.

Stolz sein ist wohl etwas Subjektives – was gehört dazu: wirtschaftlicher Erfolg, Mut, Innovation, Beliebtheit? Gründerszene fordert die Leser auf, einen genauen Blick auf die Liste zu werfen, zu protestieren, zu ergänzen und zu streichen.

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