Vamos Erfahrungsbericht

Vamos: Ein Jahr, fünf Lektionen

Ein Jahr ist es her, dass der Berliner Event-Kalender Vamos 100.000 Euro in einer „Friends & Family“-Finanzierungsrunde aufnahm und die erste Version der App vorstellte. Seitdem hat sich bei dem Startup einiges getan, zuletzt hat das Unternehmen mit dem Verkauf von Tickets sein „echtes“ Geschäftsmodell gestartet.

Ganz ohne Höhen und Tiefen war das erste Jahr auch bei Vamos nicht. Mitgründer und CEO Luis-Daniel Alegría legt fünf seiner wichtigsten Erkenntnisse offen:

1. Android zu killen

Der Marktanteil von Android-Smartphones mag den von iOS mittlerweile zwar übersteigen. Allerdings hätte die Weiterentwicklung der Android-App viel Zeit gekostet, Stichwort: Bugs. Entsprechend wäre der Bereich der Events selbst zu kurz gekommen. In der Konsequenz nahmen wir die App aus dem Google Play Store und fokussierten uns auf eine Plattform, iOS.

Erkenntnis: Fokussiert Euch auf eine Plattform bis der Business Case bewiesen ist. Erst wenn die Einkünfte stimmen, lassen sich die Entwicklungs- und Pflegekosten für weitere Plattformen rechtfertigen.

2. Überleben ohne Geld und Hype

Drei Viertel aller Tech-Startups schließen drei Jahre nach der ersten Finanzierung, so eine Binsenweisheit. Auch bei Vamos legte sich der initiale Hype schnell und das Geld wurde knapp. Lange genug mussten wir ohne Gehalt arbeiten.

Erkenntnis: Findet eine Motivation, die über Geld und Hype hinaus geht – ohne Leidenschaft geht es nicht. Wer zu rational an die Sache heran geht, gibt auf.

3. Keine Eintrittbarrieren schaffen

In der ersten Vamos-Version gab es einen Button, der die Nutzer zu Instagram-Bildern des jeweiligen Veranstaltungsorf führte. (Zu) wenige Nutzer fanden den Knopf. Seitdem die Bilder direkt zu sehen sind, ist das Nutzerengagement deutlich gestiegen.

Zweiter Punkt: Facebook-Login. Weil einigen Nutzern die Datensicherheit nicht weit genug geht, verlor Vamos gut ein Drittel seiner potenziellen Nutzer schon beim Login. Nun ist auch die Anmeldung ohne Facebook möglich. Solide Erfahrungswerte liegen noch nicht vor, aber allem Anschein nach hat sich die Absprungrate verringert.

Erkenntnis: Führt die Nutzer direkt zu den Inhalten, ohne Türen in den Weg zu stellen. Packt den Content ins Vertikale – Leute scrollen gerne, aber sie mögen Buttons nicht. Kurzum: Macht es den Super-Usern, Investoren und Journalisten nicht unnötig schwer, Euren Dienst zu nutzen.

4. Gebt Euer Marketing-Budget nicht blind aus

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Zu Beginn haben wir eine ganze Menge an Kanälen ausprobiert, aber lediglich Mobile-to-Mobile führte zu nennenswerten Konversionsraten. SMS-Nachrichten von lokalen Clubs bewegten zirka ein Prozent der Empfänger dazu, die App zu installieren. Ein Bericht auf CNN Chile sprach derweil gerafe einmal 0,01 Prozent der Zuschauer an.

Erkenntnis: Macht Umfragen und versucht, ein Profil eurer aktivsten Nutzer zu erstellen. Warum nutzen sie die App? Dann sprecht ähnlich denkende Nutzer an – auf Kanälen, auf denen sich das Verhalten vom ersten Klick an beobachten lässt, vor und nach der Installation. Nur so könnt Ihr den eigentlichen Wert Eurer Marketing-Aktionen messen.

5. Schließt Eure „virale Schleife“

Wir kalkulieren unsere Weiterempfehlungsrate schon länger. Die Trendlinie ging zwischen den Wochen etwa 80 bis 90 Prozent nach unten. Das heißt, jeder Nutzer holt etwa 0.85 neue Nutzer auf die Plattform. Das Ziel ist natürlich exponentiales Wachstum. Dazu muss aber jeder Nutzer mehr als einen neuen Nutzer anlocken.

Erkenntnis: Ohne Medienaufmerksamkeit, Kampagnen oder begeisterte Fans, die über Eure App sprechen, können alleine gute Inhalte die Nutzer dazu bewegen, die App weiterzuempfehlen. Gebt den Nutzern und ihren Freunden eine Motivation, die App herunterzuladen. Die Weiterempfehlungsrate ist ein wichtiger Schlüsselfaktor.

Bild: Vamos; Text übersetzt aus dem Englischen