CDTM, Panel Discussion, VC, Venture Capital

Am vergangenen Samstag fand an der TU München eine spannende Panel Discussion zum Thema „Get your StartUp funded“ statt. Eingeladen waren: Ron Hahn, Professor an der Columbia Business School (NYC), sowie General Partner bei Batelle Ventures. Falk Strascheg vom Strascheg Center for Entrepreneurship. Dr. Ralf Schnell, CEO von Siemens Venture Capital. Und Christian Göttsch, CEO von Experteer. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dietmar Harhoff, LMU München.

Ausgangspunkt der Diskussion war die vor ein paar Tagen veröffentlichte Meldung, dass im zweiten Quartal 2008 erstmals seit über 30 Jahren kein einziges Venture-gestütztes StartUp in den USA einen IPO hingelegt hat. Im ersten Quartal dieses Jahres waren es laut der National Venture Capital Association (NVCA) nur 5 Venture-gestützte IPOs.

Die Situation scheint so besorgniserregend, dass die NVCA bereits folgende Rundmail an ihre Mitglieder gesandt hat:

“Thus far in the second quarter of this year, there have been NO venture-backed IPOs. There has never been a quarter where this situation has occurred (since NVCA has been tracking such data). So that we can report on this situation accurately in the next week, we are asking our members to answer 4 short questions. It should take you less than a minute to complete – but your opinion will be critical to our messaging.”

Die Fragen waren wie folgt:

1. When do you see the IPO window re-opening?
2. How do you perceive the current attitude of venture-backed companies towards going public?
3. How [critical] do you view the current IPO drought relative to the future health of the venture capital and entrepreneurial communities?
4. What are the three largest factors you attribute to the current IPO drought? (Choose up to 3)
· Sarbanes-Oxley
· Credit crunch/mortgage crisis
· Reduction in investment banks
· Poor IPO candidates
· Lack of analyst coverage
· Skittish investors
· Lack of companies interested in going public

Die Ergebnisse dieser Umfrage dürfen wir gespannt erwarten, doch Ron Hahn gab sich bezüglich der Zukunft des US amerikanischen VC-Marktes bereits optimistisch: „Since the bubble, invested venture capital has been steadily increased.“ Die Stimmung der VCs in Deutschland beschreibt Falk Strascheg wie folgt: „In this business there are ups and downs, but we are very positive for future developments.“ Außerdem gibt es ja noch schließlich die M&A exits, welche sich als gleichwertig lukrativ und in vielen Fällen weitaus effizienter erwiesen haben.

Bezüglich Direktausgründungen aus den Universitäten waren sich die Panel-Mitglieder nicht ganz so einig. Trotz der Existenz universitärer Förderprogramme wie das Exist Gründerstipendium oder das Flügge-Programm in Bayern, ist Verständnis von Märkten und die Erfahrung im Business Schlüssel.

Demnach schwört Prof. Hahn auf die „experience“ der Gründungsmitglieder und insbesondere auf die Fähigkeit des CEOs, das Produkt an den Kunden zu bringen (Sale skills). Jedoch räumten die Panelmitglieder einstimmig ein, dass selbst ein gescheiterter Gründungsversuch den Entrepreneur mit wertvollen Erfahrungen ausstattet. Oder mit den Worten von Andy Goldstein, Geschäftsführer des LMU Entrepreneurship Centers: „Every breakdown is an opportunity for the breakthrough“.

Bezüglich der Frage, was ein StartUp mitbringen sollte, um VC-Geld zu erhalten, herrschte ebenfalls Einstimmigkeit: „The product you are offering must not be a nice-to-have, but needs to be a must-have for the customer“ (Ron Hahn). Laut Strascheg kennzeichnet ein erfolgreicher Service seine eindeutige Überlegenheit gegenüber von state-of-the-art Angeboten aus. Sowohl Dr. Schnell von Siemens, als auch Christian Göttsch von Experteer betonten die immense Wichtigkeit einer starken Management-Truppe und der Bedeutung der Personalfrage.

Frank Böhnke, General Partner bei Wellington, beleuchtete zuvor die andere Seite der Medaille: Die vier Säulen, wonach Entrepreneure sich den VC als Partner aussuchen:

1. Having an international partner as VC
2. Ability to support global ambitions
3. Deep domain expertise
4. Matching DNA between entrepreneur and VC

Ein paar letzte aufmunternde Worte gab es am Schluss der Diskussion auch:
Strascheg: „If you want to found a business, just do it!“
Hahn: „In the end it´s all about passion“.
Dr. Schnell: „If you don´t enjoy what you´re doing, change what you´re doing!“.
Göttsch: „You are only good at things you really enjoy!“.

Die Panel Discussion wurde organisiert und durchgeführt von Studenten des CDTMs (Center for Digital Technology and Management), einem Master-level-Kooperationsstudiengang zwischen der TU und der LMU in München.