Mal ehrlich: Wer erzählt schon gerne von seinen persönlichen Misserfolgen? Kaum jemand. Egal ob privat oder beruflich, das eigene Versagen stellt man eher nur ungern zur Schau und schon gar nicht ins Rampenlicht. Dabei lernt man aus Fehlern viel mehr als aus Erfolgen. Man darf (und sollte sogar) Fehler machen, nur eben nicht zwei Mal. Die bekannte amerikanische Design-Firma IDEO hat “Fail early and often” sogar zu einem ihrer Grundsätze erhoben.
Genau hier will die Konferenz der Misserfolge ansetzen, die am 16. Juni 2009 in Köln Unternehmer zusammenbringt, die über die Fehler ihrer Karriere berichten und inwieweit diese sie weiter gebracht haben. Die heute sehr erfolgreichen Geschäftsleute verschiedener Branchen teilen ihre Misserfolge und die daraus gewonnenen Learnings, die sie anschließend erfolgreich gemacht haben. Die Kandidaten müssen mit maximal zwölf Folien auskommen und dadurch lebendige Präsentationen bieten.
Unternehmen wie BASF und IBM betreten die Bühne. Ulrich Nies, DPRG-Präsident und Leiter der Einheit „Information Coordination” spricht über die Brände in Basler Chemielagern und Konsequenzen für seinen Bereich. Prof. Dr. Gunter Dueck blickt auf 20 Jahre Innovationsmanagement innerhalb der IBM zurück und beschreibt „Misserfolge in Großunternehmen… eine ganz persönliche Strategie, vielfach erprobt. Und noch immer im Job!”. Der ehemals alternative Berliner und heutige pragmatische Unternehmer und kritische Mitbürger Klaus E. H. Zapf (Zapf Umzüge) fordert „Enthaltsamkeit“ und „Vernunft“ als Kernaufgabe in der Unternehmenskommunikation. Und man kann damit rechnen, dass er unverblümt appellieren und provozieren wird…
Auch das Line-Up der Journalisten vor Ort kann sich sehen lassen. Wem mit den Lehren anderer Gründer nicht schon genug geholfen ist, der kann mit seinem Unternehmen zusätzlich auch noch den Draht zur Presse suchen. Angekündigt haben sich unter anderem DIE ZEIT, Financial Times Deutschland, die Frankfurter Rundschau und PRINZ. Es wird also zahlreiche Möglichkeiten zur Medienarbeit und zum Netzwerken für StartUps und Unternehmer geben.
GEWINNEN, GEWINNEN, GEWINNEN:
Als besonderen Service können die Leser von Gründerszene zwei Karten für die Konferenz gewinnen! Einfach in einem Kommentar schreiben, was euer Learning aus einem Misserfolg war und anschließend werden per Zufallsgenerator die beiden Gewinner gezogen!
UPDATE: Leider hat der Veranstalter mitgeteilt, dass die Konferenz der Misserfolge abgesagt werden musste. Dennoch vielen Dank für eure Kommentare, diese sind sicherlich eine Bereicherung für jeden Leser!

klares Learning aus früherem Start-Up: berufliches von privatem möglichst klar trennen! (und wenn man dann doch mit freunden, verwandten etc. zusammen gründet, dann grundregeln der zusammenarbeit von beginn an offen festlegen)
Niemals darauf vertrauen, daß ein bekannter & großer Berliner ISP/Hoster in der Lage ist, alle Kundenkonten gleichzeitig mit der neuen Bankverbindung zu bestücken; das nachgelagerte Schreiben vom Inkassobüro kostet 45 Euronen…
Learning: Alte Verträge kündigen und neuen Dienstleister beauftragen.
mein größter misserfolg war ein versautes tattoo an mir selber (ich bin selber tattoowirer) wodraus ich gelernt habe noch viel sorgfältiger bei meinem beruf zu sein
Eigentlich ein Klassiker: Wenn du etwas machst dann mach es richtig, “nebenbei” funktioniert i.d.R. nicht! Sonst bleibt der finanzielle Erfolg aus und auch die “nebenbei” investierte Zeit kann zuviel gewesen sein…
nicht ALLE wertvolle Strategien preisgeben um jemanden zu beindruecken. Dann ist man leicht ersetzbar.
Aus jedem bisherigen Misserfolg konnte ich eine gemeinsame Erkenntnis für mich gewinnen: Fortschritt.
Oder wie George dobble-ju: “There’s an old saying in Tennessee — I know it’s in Texas, probably in Tennessee — that says, fool me once, shame on — shame on you. Fool me — you can’t get fooled again.”
Zu viele Köche verderben den Brei… wenn man sich zig Meinungen einholt werden die Entscheidungen darum nicht unbedingt besser
Großen institutionen anstatt der eigenen Kreativität vertraut!!! Was natürlich dann auch gleich schief ging!
ein Experte auf einem Gebiet kann man wohl erst dann sein,
wenn man eine Menge Fehler gemacht hat!
Abmahnanwälten zuviel Respekt zollen und einfach mal die Unterlassungserklärung unterzeichnen, damit die dann auf dieser Basis erst so richtig anfangen – was sich im nachhinein als unseriös und großer Humburg herausstellt. Keine Angst vor Paragraphen.