201506_Gruenderszene_140702_Dresden_Lovoo-Benjamin-Bak

Der Lovoo-Gründer Benjamin Bak hat die Geschäftsführung bereits abgegeben.

Das Verfahren gegen die beiden Lovoo-Geschäftsführer Benjamin Bak und Alexander Friede ist eingestellt worden, wie die Dresdener Staatsanwaltschaft auf Nachfrage von Gründerszene bestätigte. Die Beschuldigten müssen dafür eine Summe in Höhe von 1,2 Millionen Euro zahlen. Benjamin Bak war bereits kurz nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft als Geschäftsführer zurückgetreten.

Das Startup aus Dresden betonte gegenüber Gründerszene, dass es sich bei der Zahlung nicht um eine Strafe gegen das Unternehmen handle. Die Beschuldigten hätten diesem hohen Betrag zugestimmt, wodurch das laufende Ermittlungsverfahren eingestellt werden konnte. Bak und Friede müssten die Kosten privat zahlen, heißt es. Ein Teil des Geldes soll gemeinnützigen Einrichtungen in Sachsen zugute kommen, schreibt das Unternehmen weiter.

Diese schnelle Entscheidung kommt überraschend. Erst am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mitgeteilt, dass frühestens in zwei Wochen mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Zuvor müssten die beschlagnahmten Datensätze noch gesichtet werden. Die Kehrtwende in dem Fall sei nun durch die Zustimmung des Gerichts für eine Einigung eingeleitet worden, sagte die Staatsanwaltschaft heute.

Anzeige
„Es ist ungewöhnlich, dass bei dieser Gesamthöhe des Schadens ein Verfahren eingestellt wird“, so Staatsanwalt Claus Bogner. Die Einzelschäden seien allerdings zu gering gewesen. In der Summe soll es sich ebenfalls um 1,2 Millionen Euro gedreht haben. Gleichzeitig hätten sich das Unternehmen sowie die Beschuldigten kooperationsbereit gezeigt und zugestimmt, die Anstrengungen gegen „Spam und Fakes“ in der Dating-App zu verbessern, teilte Lovoo mit. Die Staatsanwaltschaft betätigte das.

Die Lovoo-Geschäftsführer standen unter Verdacht, mit Fake-Profile ihre Nutzer zu täuschen und dadurch einen schwerwiegenden, wirtschaftlichen Schaden in Millionen-Höhe verursacht zu haben. Im Juni stürmten das LKA und die Polizei Büros in Berlin und Dresden und nahmen Benjamin Bak und Alexander Friede fest. Beide wurden gegen eine Kaution von 300.000 Euro kurze Zeit später aus der Untersuchungshaft entlassen.

Fake-Profile: Nach der Razzia – wie geht es mit Lovoo weiter?

Nach der Razzia – wie geht es mit Lovoo weiter?

Die Räume von Lovoo wurden durchsucht, die Geschäftsführer festgenommen: Ein Rechtsanwalt erklärt, mit welchen Konsequenzen das Flirtportal rechnen muss.

Bild: Lovoo