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EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc beim Test eines autonom fahrenden Busses.

Die EU-Kommissarin hat ein Foto von einer Waldlandschaft in ihrem Büro hängen. Frieden strahlt es aus und Ruhe. Violeta Bulc kann es dringend brauchen. Sie hat in den vergangenen Wochen viele Konflikte ausgetragen: Sie legte sich mit EU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wegen der Straßenmaut an, sie ficht für faire Wettbewerbsbedingungen für Europas angeschlagene Luftfahrtindustrie. Die Reporter begrüßt sie mit dem festen Händedruck einer Frau, die den schwarzen Gürtel im Taekwondo besitzt.

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Frau Kommissarin, fahren Sie häufig mit dem Taxi?

In Brüssel nutze ich mittlerweile Car Sharing. Neulich erst habe ich mir ein Auto geliehen, um meinen Sohn am Flughafen abzuholen. Ich stellte es einfach wieder in der Stadt ab. Die Gebühren wurden automatisch eingezogen. Das ist cool!

Wie lange wird es dauern, bis Sie ein Auto selbstständig zum Flughafen bringt?

Dazu müssen wir noch einige Vorbereitungen treffen. 2019 werden wir die erste Phase auf dem Weg zum autonomen Fahren starten. Dann werden wir in der Praxis viel Erfahrung sammeln, um am Ende wirklich selbstständig fahrende Fahrzeuge zu haben.

Wann wird das sein?

Ich erwarte, dass im Jahr 2050 Autos selbstständig in der Stadt und auf dem Land navigieren. Dann werde ich das auch dringend benötigen, denn dann werde ich eine sehr alte Frau sein (lacht).

Sie scherzen!

Aber nein. Es geht beim autonomen Fahren doch auch darum, es Menschen zu ermöglichen, am sozialen Leben teilzunehmen, auch wenn sie nicht mehr in der Lage sind.

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Wie wird also der Autoverkehr 2019 aussehen?

Autos und die Infrastruktur werden miteinander kooperieren. So werden Autofahrer vorgewarnt, wenn Fahrer vor ihnen auf die Bremse treten, selbst wenn die etwa hinter einer Kurve sind. Man wird gewarnt, wenn man das Tempo reduzieren sollte, weil man es nicht mehr über eine grüne Ampel schafft. Man wird an Tempolimits erinnert werden …

… was viele Menschen nicht gerade begeistern wird!

Die Versuchung, aufs Pedal zu treten, ist stets da. Ich habe es aber als großartige Erfahrung empfunden, als ich einmal ein Auto fuhr, das die Geschwindigkeitslimits für mich beachtete. Das alles sind erste Schritt auf dem Weg zu einem automatisierten Straßenverkehr.

Wie wird sich unser Fahrverhalten verändern?

Ich kann das aus eigener Erfahrung beantworten. Als ich anfing, ein Hybridfahrzeug zu fahren, da veränderte sich meine Fahrweise dramatisch. Ich fuhr viel ruhiger. Mir gefielt es auch besser im Auto, da ich die Musik besser hören konnte. Das ganze Fahrerlebnis wurde besser!

Was brauchen wir, damit das alles möglich ist?

Wir haben noch Arbeit vor uns, bis das voll autonom fahrende Fahrzeug Realität wird. Wir müssen die Kommunikation zwischen den Autos sowie zwischen der Infrastruktur – also etwa Ampeln – und den Autos ermöglichen. Unser Ziel ist es, dass alle Autofahrer davon profitieren können und nicht nur einige.

Das heißt, 2019 sollen alle Autos die neue Technologie an Bord haben?

Wir werden die Rahmenbedingungen schaffen, dass alle Fahrzeuge ab dem Jahr 2019 die Technologie für die erste Phase des autonomen Fahrens an Bord haben. Wir werden die Autohersteller ermutigen, alle Autos damit auszustatten. Natürlich liegt es am Ende in ihrer Entscheidung, festzulegen, wie sie die Technologien einführen.

Manchmal fahren die Menschen zu schnell. Wie kann man garantieren, dass es nicht eine automatische Nachricht an die Polizei geben wird?

Wir werden alle diese Fragen im Gesetzgebungsprozess diskutieren. Ich lade alle Beteiligten dazu ein, ihre Wünsche, Bedenken und Anliegen zu äußern. Dann haben wir die Chance, nutzerfreundliche Regeln vorzulegen.

Bild: Getty Images / JEAN-PIERRE MULLER / Staff

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