Wollen die Marktführerschaft in Europa: Vitafy-Gründer Jürgen Englisch, Christian Böhm, Georg Bader und Florian Calmbach (von links)

Wellness und Fitness liegend im Trend: Das zeigen der Erfolg von Startups wie Freeletics, der Exit von Runtastic an Adidas oder das schnell wachsende Angebot an immer potenteren Wearables. Auch das Interesse von Geldgebern ist groß. Davon profitiert nun das Sporternährungs-Startup Vitafy aus München: Das von Jürgen Englisch, Christian Böhm, Georg Bader und Florian Calmbach Ende 2013 zusammen mit dem Company Builder Venture Stars gegründete Unternehmen erhält ein Investment von ProSiebenSat.1. Wie hoch die Summe ist, wird offiziell nicht verraten. Aus dem Umfeld des Unternehmens ist allerdings zu hören, dass sich die Bar- und Mediakomponenten des Deals auf einen bis zu zweistelligen Millionenbetrag addieren.

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Eiweißpräparate, Abnehmhilfen oder auch Tipps für eine gesunde Ernährung bietet Vitafy den Kunden auf seiner Plattform an. Unter dem Label Wyld hat das Startup gerade eine Eigenmarke gestartet, samt entsprechender Tochterfirma. Von den hauseigenen Produkten erwarte man sich allerdings nicht nur höhere Margen. Wie Geschäftsführer Georg Bader gegenüber Gründerszene erklärt, sieht das Gründer-Quartett in der eigenen Produktion auch ein mögliches Differenzierungsmerkmal. „Es geht uns nicht darum, bestehende Produkte zu klonen. Wir wollen mit Wyld auch innovativ sein.“ Mit Produkten rund um Chia-Samen sei da ein erster Schritt gegangen, ist Bader überzeugt.

ProSiebenSat.1 sichert sich mit Deal knapp 28 Prozent der Anteile an dem Startup. Vitafy-Gesellschafter wird dabei die Konzerntochter 7NXT, die als „Video Innovation Hub“ auch das weitere Fitness-Angebot des Medienkonzerns betreibt. Neben dem einst vom hauseigenen Company Builder Epic Companies gestarteten Gymondo und dem Spartenkanal Sportdeutschland.tv sind das insbesondere die zusammen mit TV- und Sport-Promis wie Daniel Aminati, Ralf Moeller, Maria Höfl-Riesch oder Arthur Abraham betriebenen Fitness- und Wellness-Angebote.

„ProSiebenSat.1 ist auf der Content-Seite gut aufgestellt, wir bringen nun die Produktseite in den Mix“, sagt Bader. Mit dem frischen Kapital will Vitafy international expandieren. Derzeit ist das Startup in Deutschland und Österreich aktiv. „Wir wollen Marktführer in Europa werden“, betont der Mitgründer. Dazu muss sich das Jungunternehmen auch gegen das vom Frühpasen-Investor Project A Ventures und anderen namhaften Geldgebern unterstützte Nu3 durchsetzen, das ganz ähnliche Ambitionen hat. Um das zu erreichen will Vitafy auch das Geschäft mit Eigenmarken ausbauen. Dass mit dem neuen Gesellschafter ein Fokus auch auf TV-Werbung liegen wird, liegt nahe. Von derzeit 42 soll das Vitafy-Team im nächsten Jahr zudem auf 60 bis 80 Mitarbeiter wachsen.

Bild: Vitafy