Die Studenten der Thinc!-Initiative wagen den Blick über den universitären Tellerrand

Studenten des thinc! e.V. tauschen sich mit Mitgliedern von Team Europe aus

Die Studenten der Thinc!-Initiative wagen den Blick über den universitären Tellerrand

Dass die Jugend ein wichtiges Gut für die deutsche und andere Volkswirtschaften ist, bleibt ja ein alter Hut. Dennoch muss die Frage (gerade im wirtschaftlichen Bereich) lauten: Was wird getan, um junge Menschen an das Wirtschaftsleben, unter Umständen sogar die Selbstständigkeit heranzuführen? Businessplan-wettbewerbe, Initiativen und Vereine gibt es zu Hauf, doch was wird aus den studentischen Reihen selbst getan?

Die WHU beispielsweise ist bekannt dafür, dass aus ihren Reihen nicht nur McKinsey-Kandidaten hervorgehen, sondern auch und vor allem selbstständige Internetunternehmer. Doch damit sind sie selbstverständlich nicht die einzigen. Auch die Studierenden des thinc! e.V., einer studentischen Initiative für Gründung und Entrepreneurship an der Universität Mannheim, möchten sich selbst und ihre Mitstudenten anregen, doch nicht nur in den Dimensionen einer gut bezahlten Konzernkarriere zu denken, sondern auch eine mögliche Selbstständigkeit ins Auge zu fassen. „Zu viele unserer Komillitonen lassen sich durch gut bezahlte Feststellen und Dienstautos von einer Selstständigkeit ablenken. Wir möchten hingegen auch den Blick über den Tellerand anregen“, sagt Vorstandsvorsitzender Oliver Köllner. „Eine Selbstständigkeit hat freilich nicht nur Vorteile, aber Deutschland braucht einfach mehr solcher Leute, die etwas anpacken und sich selbst verwirklichen.“

Studenten des thinc! e.V. tauschen sich mit Mitgliedern von Team Europe aus

Um selbst einen Eindruck von der Praxis zu gewinnen, besuchte eine elf-köpfige Gruppe der Universität an diesem Wochenende Berlin und lernte verschiedene StartUps und Inves-torengruppen hautnah kennen. Neben StartUps wie TriphunterBetterplace.org, Käuferportal oder imedo.de stand auch eine Diskussionsrunde mit Team Europe Ventures (an Gründerszene beteiligt) an, bei der man sich über Trends der Branche, Risiken der Selbstständikeit und Kriterien von Gründungen austauschte. „Auch wenn eine Selbstständigkeit letztlich eine persönliche Frage für jeden Einzelnen ist, versuchen wir doch immer aktiv, junge Menschen mit dem Thema vertraut zu machen“, meint Steffen Hoellinger, Partner bei Team Europe, zum Thema. „Wichtig ist dabei nur, dass wir stets alle Umstände kommunizieren, die damit einher gehen. Ein StartUp zu führen bedeutet viele Freiheiten, gleichzeitig aber auch etwas mehr Stress und weniger Schlaf.“

Dass die Branche junge und fähige Unternehmer auch jenseits der Wirtschaftswissenschaften immer gut gebrauchen kann, ist kein Geheimnis. Egal ob als Gründer, als Praktikant oder als Kontakt, der wertvollen Input liefert – (Internet-)StartUps und VC-Gesellschaften kranken nicht an Ideenmangel, sondern verwenden viel Zeit auf die Suche nach fähigen Leuten im Bereich. Janis Zech, Project Manager bei Team Europe Ventures, weiß aus Erfahrung davon zu berichten: „Natürlich ist es immer schwierig, gute Leute zu finden. Nicht umsonst bezahlen große Konzerne teure Headhunter. Noch schwieriger wird es aber, dann zu erklären, warum sie anstatt dicker Gehaltschecks ein Internet-StartUp mit anfangs niedrigem Gehalt gründen sollen. Meist siegt aber doch die Passion und der Wunsch nach Selbstverwirklichung.“ Dabei entstehen häufig Win-Win-Situationen: Investoren warten zum Teil selbst mit guten Ideen auf oder suchen noch einzelne Team-Mitglieder, um ein erfolgreiches Unternehmen auf den Weg zu bringen. Und jungen Universitätsabgängern wird im Gegenzug das Kapital und das Netzwerk zur Verwirklichung ihrer unternehmerischen Ambitionen zur Verfügung gestellt. Nach wie vor mangelt es der Szene an einer gewissen Öffentlichkeit in Deutschland und viele Absolventen, Interessierte und Neulinge sind sich ihrer Möglichkeiten gar nicht bewusst. Gute Übersichten gibt es aber beispielsweise hier.

Begeistern sich für Entrepreneurship: Studenten der thinc!-Initiative

Begeistern sich für Entrepreneurship: Studenten der thinc!-Initiative

Die Studenten der thinc!-Initiative haben ihre Wahl auf jeden Fall getroffen: „Unser erklärtes Ziel ist es, den Wert einer Selbstständigkeit weiter zu vermitteln“, erklärt Laura Jassoy, Vorstand für Finanzen und Recht bei thinc!. „Allein durch unseren Besuch hier in Berlin haben wir aus den StartUps schon viel für uns mitgenommen und möchten dies gerne vertiefen und mit anderen teilen.“ Für Mannheim sind daher weitere Vorlesungsreihen, Workshops und Infoveranstaltungen zum Thema geplant. Auch Gründerszene möchte den Wert des Entrepreneurships in Deutschland fördern, weshalb unter anderem Medienpartnerschaften mit Veranstaltungen an der Universität Tübingen, der thinc!-Initiative der Universität Mannheim oder dem Labor für Entrepreneurship eingegangen wurden und Artikel zu Förderprogrammen auf den Weg gebracht werden. Jeder Interessierte ist daher auch herzlich eingeladen, weitere universitäre Ansätze aus dem Bereich vorzuschlagen, die es wert sind, mit Aufmerksamkeit bedacht zu werden. Entrepreneurship fängt ja bei jedem Einzelnen an und hoffentlich weiterhin auch auf den Bänken der deutschen Universitäten.