David Schirrmacher ist enttäuscht

An Neujahr präsentierte der TV-Sender Vox das Mode-Startup Von Floerke in einer Sondersendung der „Höhle der Löwen“ als Musterbeispiel für ein gelungenes Investment in der Sendung. Die drei Investoren Frank ThelenVural Öger und Judith Williams hatten insgesamt 100.000 Euro in das Unternehmen des 23-jährigen Gründers David Schirrmacher gesteckt – und nach der Sendung sogar noch einmal nachgelegt.

Doch hinter den Kulissen lief offenbar doch nicht alles so rund. Mitte November habe Vural Öger angekündigt, sich als Gesellschafter zurückziehen zu wollen, sagte Schirrmacher nun der Bild-Zeitung. Der Gründer beklagt sich: „Ein bisschen verwundert war ich ja schon – zunächst verlässt Vural Öger mit Gewinn unsere unternehmerische Partnerschaft und einige Wochen später geht er mit zwei seiner Firmen insolvent.“ Er habe den Reiseunternehmer außerdem nur ein einziges Mal bei einem Foto-Shooting persönlich gesehen, der restliche Kontakt sei über Ögers Assistentin gelaufen.

Update, 18. Januar 2015: Der neue Investor des Mode-Startups heißt Claudio Consul. Er ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Textil -und Hosenmarke Vanilia. „Die Erfahrung der Familie Consul und insbesondere von Claudio haben sich in den letzten Wochen hierbei bereits als von großem Wert erwiesen“, lässt sich Schirrmacher zitieren. Nach der Berichterstattung am Wochenende sagt der Von-Floerke-Gründer: „Enttäuscht bin ich jedoch von Medien wie Focus Online und der Huffington Post, die meine Äußerungen des Bild-Interviews aus dem Zusammenhang gerissen haben.“ Er habe sich lediglich über die „wenig vorhandene Unterstützung des Gesellschafters Vural Öger“ beschwert.

Dieses Argument kann die Öger-Seite nicht verstehen: „Wir waren über den Bericht überrascht, wir haben die Kooperation immer als gut empfunden“, sagte eine Sprecherin gegenüber Gründerszene.

Der Artikel ist zuerst am 17. Januar 2015 erschienen.

Eine Öger-Sprecherin betonte gegenüber der Bild-Zeitung: „Der Exit ist Teil des normalen Zyklus und steht in keinem Zusammenhang mit den Insolvenzen der Touristikfirmen.“ Es handle sich dabei um getrennte Unternehmen.

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Hintergrund von Ögers Rückzug: Ein neuer Investor, der über ein „großes Vertriebsnetzwerk und Retail-Know-how“ verfüge, hat laut Bild Ögers Anteile übernommen – für einen sechsstelligen Betrag. Damit habe der DHDL-Juror sein ursprüngliches Investment mehr als verdoppelt. Ögers Sprecherin war für Gründerszene am Sonntag für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Der Von-Floerke-Gründer gibt sich enttäuscht: „Herr Öger hat sich nicht so engagiert in unser Unternehmen eingebracht, wie es am Anfang im TV den Anschein hatte.“ Nun hätten sie einen Gesellschafter im Team, „der sich auch wirklich für das Unternehmen interessiert und sich im Bereich Textilien auskennt.“ Wer dieser Unternehmer ist, verriet Schirrmacher nicht.


In Bildern: Diese DHDL-Deals kamen nicht zustande

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Die Scoo.me-Gründer Christoph Becker (links) und Magnus Schmidt entschieden sich nach der Sendung nach eigenen Angaben für ein „attraktiveres Alternativ-Investment“ als das, welches Lencke Steiner geboten hatte. Sie wollte für 100.000 Euro 30 Prozent an dem Elektro-Roller-Startup haben. Stattdessen investierte Business Angel Hubert Barth. Das Geld ermögliche es dem Unternehmen, nun neben dem Startmarkt München auch in Köln aktiv zu werden, so Gründer Magnus Schmidt gegenüber Gründerszene. (Bild: Vox)

Bild: www.vonfloerke.com