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Bisher waren sie in gegnerischen Lagern beheimatet, nun sind sie ein Team: Erik Pfannmöller und Albert Schwarzmeier bringen dieser Tage den Shoppingclub Mysportbrands (www.mysportbrands.de) an den Start. Die Webseite für registrierte Nutzer richtet sich an Hobby- und Profisportler, die auf dem Portal Marken-Sportartikel zu günstigen Preisen erstehen können.

Das Leben vor Mysportbrands: Schwarzmeier bei BeautyDeal und CityDeal

Vor Mysportbrands war das Leben von Albert Schwarzmeier und Erik Pfannmöller durch Gutscheine geprägt: Beide waren Teil unterschiedlicher Groupon-Copycats. Mit ihren Webseiten lieferten sie wie Groupon auch Nutzern täglich einen günstigen Deal für verschiedene Städte, der nur zustande kam, wenn auch eine bestimmte Anzahl von Nutzern diesen Deal wahr nahm. So war es etwa möglich, einen Gutschein für ein 50-Euro-Abendessen zu erhalten, für den man aber nur 25 Euro zahlte, sofern denn genügend Nutzer mitkauften.

Albert Schwarzmeier war in diesem Segment für CityDeal (www.citydeal.de) tätig, welches er gemeinsam mit Sebastian Jost gründete, aber bereits nach zwei Monaten mit Jost verlassen musste. Für das Gründerteam – von dem man sich nach Stimmen der Beteiligten im gegenseitigen Einvernehmen trennte – nahm Oliver Samwer selbst die Zügel in die Hand und führte CityDeal schließlich bis zum Verkauf an Groupon im letzten Monat. Zuvor hatten Jost und Schwarzmeier bereits zusammen gegründet: Mit dem Beauty-Outlet BeautyDeal brachten die beiden einen Online-Shop für Parfüm und Kosmetik ans Netz, der Dank günstiger Einkaufskonditionen vorsah, Markenprodukte bis zu 20 Prozent unter den unverbindlichen Preisempfehlungen anbieten zu können. Aufgrund von Lieferantenproblemen musste das junge StartUp jedoch nach rund einjährigem Bestehen schließen.

Das Leben vor Mysportbrands: Pfannmöller bei Teambon

Erik Pfannmöller – nicht zu verwechseln übrigens mit dessen Bruder Stefan Pfannmöller, der das Sportportal Netzathleten (www.netzathleten.de) leitet – war hingegen Mit-Gründer von Teambon einem eher kleinen Groupon-Klon, der von DailyDeal (ebenfalls ein Groupon-Copycat) nach zirka einmonatigem Bestehen im Februar 2010 übernommen wurde. Während das Teambon-Team zu DailyDeal wechselte, ging Pfannmöller weiter eigenen Projekten nach, was sich nun mit Mysportbrands konkretisiert hat.

Ein Internet-StartUp im Sportbereich entspricht nun wohl mehr dem Background des jungen Unternehmers Pfannmöller. Wie sein Bruder war auch Erik Pfannmöller im Kanusport bis 2008 als Profisportler aktiv und während Stephan Pfannmöller mit Netzathleten ein großes Vertical-Network rund um das Thema Sport aufgebaut hat, zieht Erik Pfannmöller nun mit einem Shoppingclub im Sportsegment nach.

Welche Chancen hat Mysportbrands gegen konkurrierende Shoppingclubs?

Der Markt der Shoppingclubs ist auch in Deutschland bereits ziemlich voll. Neben Dickschiffen wie Brands4Friends (www.brands4friends.de) oder im Prinzip auch BuyVip (www.buyvip.com) und Pauldirekt (www.pauldirekt.de) stoßen zusehends spezialisierte Shoppingclubs hinzu, ebenso wie große Unternehmen wie Zalando (www.zalando.de) mit der Zalando Lounge eigene Shoppingclub-Ableger bilden. Entsprechend gibt es auch im Segment der Sportartikel-Shoppingclubs auf europäischem Level schon den ein oder anderen Konkurrenten wie etwa Eboutic (Schweiz), Clubsale (www.clubsale.de) (Deutschland) oder Label-Park (Frankreich). Eine gute (Teil-)Übersicht der weltweiten Shoppingclubs hatte Gründerszene kürzlich auch schon einmal angegangen.

Ein smartes Geschäftsmodell, das sich auch für Nischenprodukte eignet

Generell weisen Shoppingclubs ein gewitztes Geschäftsmodell auf: Aus der Verbindung des Verkaufs von saisonalen Markenüberschüssen und dem Vorgaukeln von Exklusivität entstehen häufig schnell gute Umsätze. Es gibt schon viel Konkurrenz mit diesem Geschäftsmodell, aber wenige Shoppingclubs, die sich explizit und ausschließlich auf Sportartikel konzentrieren. Dass Nischen im Online-Segment funktionieren können, zeigten zuletzt die Anstrengungen der FP Commerce GmbH, die verschiedene Nischenshops aufzieht.

Nutzerfindung und Skalierung als Herausforderungen für Mysportbrands

Auch für Shoppingclubs kann dieser Nischenansatz gut funktionieren, erreicht man die richtige Zielgruppe für das eigene Nischenprodukt (und Sportartikel sind ja verhältnismäßig weitläufig). Mit geschickter Online-Marketing-Orchestrierung aus Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenmarketing (SEM) und Affiliate-Marketing lassen sich schnell Nutzer anziehen und auch Sales generieren – was allerdings einiges an Kosten aufwirft. Herausfordernd ist eher die Generierung eines Grundstamms von Nutzern, die dann wieder andere User einladen können – schließlich funktionieren Shoppingclubs nach dem Invitation-Only-Prinzip. Hierfür wird gerne auf Social-Networks zurückgegriffen (Brands4Friends verdankt den Großteil seiner Nutzer StudiVZ und auch Triphunter bezog einige Nutzer von Wer-kennt-Wen). Mit dem Sportnetzwerk seines Bruders ist Erik Pfannmöller hier zumindest schon mal gut informiert und bei guter Exekution kann das Modell auch eine gewisse Reichweite erlangen.

Fazit: Eine herausfordernde Aufgabe für Mysportbrands

Einzig die Skalierung des Modells kann irgendwann an seine Grenzen stoßen, weil der deutsche Markt begrenzt ist und auch nur eine bestimmte Anzahl an Aktionen gefahren werden kann, ohne die Nutzer mit zu vielen Newsletter-Mails zu vergraulen. Hier kommt es auf eine gute Exektion und kreative Sales-Prozesse an. Viele der bestehenden Shoppingclubs mussten ihr Vertriebs-Knowhow erst langwierig aufbauen und dann gilt es, dieses Knowhow in ein funktionierendes Geschäfts-Prozedere zu gießen, das auf eine möglichst große Nutzerschaft angewendet werden kann – eine herausfordernde Aufgabe.

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