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Es überraschte die gesamte Webszene: Jodok Batlogg, CTO und quirliger Querdenker der VZ-Netzwerke, hängt seinen Job an den Nagel und wird fortan eigenen Projekten nachgehen. Als Grund werden strategische Differenzen, was die zukünftige Ausrichtung der VZ-Netzwerke angeht, genannt.

Jodok Batloggs Werdegang bei den VZ-Netzwerken

Batlogg gilt in der deutschen Webszene als sehr begabter IT-Kopf, dessen Steckenpferd die agile Softwareentwicklungs-Methode SCRUM ist. Er war es, der die technischen Arbeitsprozesse bei den VZlern maßgeblich veränderte und so wichtige Veränderungen in der Produktentwicklung möglich machte. “Vor einem Jahr war es der uncoolste Job CTO bei StudiVZ zu sein. Das war so ‘ne Loser-Nummer”, sagte Jodok Batlogg noch vor wenigen Wochen in einem Interview mit Gründerszene. Nun hat Batlogg seinen Job als Technikchef an den Nagel gehängt – schon seit zwei Monaten soll sein Weggang festgestanden haben.

Dabei war der Österreicher mit seinem Unternehmen durch Dick und Dünn gegangen: Im Zuge des Datenerpresser-Skandals war er ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, weil er mit dem Erpresser gechattet hatte, dessen Selbstmord das tragische Ende einer längeren Querele mit der Geschäftsführung war. Wenig später, im Februar diesen Jahres wurde er dann gemeinsam mit Clemens Riedl und CFO Thomas Baum zum Geschäftsführer der VZ-Netzwerke ernannt.

Die Gründe für Jodok Batloggs Ausstieg

Im Telefonat mit Gründerszene betonte der joviale Österreicher, dass er sich mit seinem Arbeitgeber im Guten getrennt hat und seiner Zeit bei VZ viele gute Erinnerungen und Erfahrungen zu verdanken hat. Dennoch konnte er sich nicht mit der Geschäftsführung auf eine gemeinsame Strategie einigen und wird nun eigenen Projekten nachgehen. Es wird etwas mit dem Web zu tun haben und sich wohl auch in der deutschen Gründerszene abspielen – mehr will er noch nicht verraten.

Während die Uneinigkeit in der Geschäftsführung Batlogg zum Gehen bewegte ist mit Volker Schmidt bereits ein neuer CTO gefunden. Es ist anzunehmen, dass es vor allem der Einfluss von Holtzbrinck Ventures gewesen sein dürfte, der Batlogg vertrieb, gilt der Verlags-Investor doch als konservativ und innovationsscheu. Zu viel Geld steckt in den VZ-Netzwerken und die Kaufsumme über 80 Millionen Euro geistert nach wie vor durch die Szene – immer wieder wird darüber gelästert, Holtzbrinck habe zu viel bezahlt. Das Thema VZ ist seither die PR-technische Achillesferse des Unternehmens, das das Nicht-Mehr-StartUp inzwischen wie einen Konzern führt. Bei so viel Einsatz, der verloren werden kann, dürfte es an Innovationswillen bei Holtzbrinck gefehlt haben. So müssen StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ fortan ohne Batlogg auskommen, was dem Innovationspotential des deutschen Vorzeige-Copycats nicht gerade gut tun dürfte…

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