Wer soll all die Uhren eigentlich tragen? Die Frage stellt sich unweigerlich. Mit Watchmaster konnte in diesem Jahr bereits das vierte Uhren-Startup Millionen einsammeln. Insgesamt 5,5 Millionen US-Dollar gehen in der Series-A-Runde an das Berliner Startup. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Piton Capital. Im Portfolio des Londoner VCs finden sich Startups wie die Auto1 Group, Take Eat Easy oder Dawanda.

Watchmaster verkauft neue und gebrauchte Uhren. Mitte dieses Jahres ging das Startup online. Die Uhren kommen unter anderem von Konsumenten und professionellen Uhrenhändlern und werden vor Verkauf gegebenenfalls repariert und zertifiziert. Mit dem frischen Kapital soll der Bestand an exklusiven Uhren aufgestockt und die Technologie verbessert werden. Zudem setzt das Startup auf neue Marketingkanäle und plant die Expansion nach ganz Europa.

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„Wir sind jetzt in der nächsten Phase, Watchmaster als erste Adresse im Uhrenhandel zu etablieren“, sagt Gründer und CEO Stephan Heller und poltert damit gegen seine Mitbewerber. Die sind allerdings ebenfalls finanziell gut aufgestellt. Anfang November sammelte der Kölner Luxusuhren-Shop Chronext mit 5,3 Millionen Dollar eine ähnlich hohe Summe ein. Chrono24 aus Karlsruhe erhielt im Juli ganze 21 Millionen Euro. Und das Berliner Luxusuhren-Startup Montredo bekam im Mai dieses Jahres einen siebenstelligen Betrag. Im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern bietet das Unternehmen nach einem Strategieschwenk aber keine gebrauchten Uhren mehr an.

Konkrete Umsatzzahlen bleiben die Uhren-Marktplätze aber schuldig. „Die enorme Wachstumskurve, die wir seit Mai verzeichnen können ist der beste Beweis für unser Businessmodell“, heißt es schwammig von Watchmaster-CEO Heller. Auf Nachfrage von Gründerszene heißt es von Investor Philipp Magin, man befinde sich derzeit bei einer Revenue Run Rate von 20 Millionen Euro.

Das entspricht etwa den Zahlen von Chronext. Laut dessen CEO Philipp Man wolle man in diesem Jahr einen deutlichen achtstelligen Umsatz erzielen. Allerdings war auch das zum Zeitpunkt der Finanzierung im November nur eine Prognose – und dürfte das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft mit eingeschlossen haben, das gerade anläuft.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Kinchan1; Hinweis: In der ursprünglichen Version dieses Artikels war auch von der investition von Philipp Magin und Ronny Lange die rede.