Der Campus der WHU in Vallendar bei Koblenz

Ist die WHU so etwas wie das deutsche Stanford? Könnte man meinen, schließlich haben viele berühmte Startup-Gründer, darunter auch Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer, an der privaten Hochschule in Rheinland-Pfalz ihren Abschluss gemacht. Doch zumindest äußerlich betrachtet hat der beschauliche WHU-Campus in dem Städtchen Vallendar bei Koblenz nicht viel gemeinsam mit den eindrucksvollen Gebäuden in Palo Alto.

Dennoch geht es an der 1984 gegründeten WHU ähnlich elitär zu wie an der berühmten Universität im Silicon Valley: Pro Semester müssen Bachelor-Studenten aus der EU, Schweiz, Norwegen und Island aktuell 5.900 Euro abdrücken. Bei einer Regelstudienzeit von sechs Semestern werden damit 35.400 Euro fällig – Kosten für Bücher, Unterkunft und Auslandssemester noch nicht eingerechnet. Der Master in Management kostet die Teilnehmer bis zu 22.800 Euro.

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Das Studium an der WHU ist also kein Schnäppchen. Aber die Hochschule wirbt damit, dass geeignete Bewerber jederzeit mit einem Stipendium unterstützt werden können. 15 Prozent der deutschen Studenten könnten frei an der WHU studieren, heißt es auf der Uni-Homepage. Aktuell sind etwa 1.300 Studenten an der WHU eingeschrieben, von denen knapp 600 einen Bachelor für internationale BWL anstreben.

Der Name WHU, eine Abkürzung für „Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung“, deutet schon an, dass Studenten in Vallendar zu selbstbewussten Managern und Gründern ausgebildet werden sollen. Mit Grundkursen zu Themen wie „Unternehmertum und Innovation“ oder „Unternehmenssteuerung“ animiert die WHU ihre Studenten dazu, eigene Firmen aufzubauen. Oliver Samwer, einer der berühmtesten WHU-Absolventen, kommt regelmäßig einmal im Jahr zur Idealab-Konferenz an seine Alma Mater, um Absolventen für seine Firmenschmiede zu gewinnen. Auch die Karrieren der Gründer von Zalando, Home24, Ladenzeile oder eDarling begannen mit Unterstützung von Samwer.

Viele WHU-Studenten schaffen es aber auch ohne Rocket-Hilfe, neue Ideen zu entwickeln und erfolgreiche Unternehmen zu gründen. Eine deutsche Kaderschmiede ist die WHU damit zwar nicht: Elitenforscher Michael Hartmann ermittelte im vergangenen Jahr, dass unter den 529 Vorstandsmitgliedern der 100 größten deutschen Unternehmen nur ein WHU-Absolvent war.

Auffällig ist dennoch, dass unter den derzeit erfolgreichsten Startup-Gründern in Deutschland sehr viele Absolventen aus Vallendar sind. Wir haben 35 berühmte Alumni herausgesucht, die ihre eigenen Ideen erfolgreich umgesetzt haben.

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Die beiden WHU-Alumni Robert Gentz (mittig im Bild) und David Schneider (rechts) sind die Gründer von Zalando. Auch CEO Rubin Ritter studierte in Vallendar. Entstanden ist das Unternehmen 2008 nach dem Vorbild des US-Startups Zappos zusammen mit Rocket Internet. Seit einigen Monaten wird die Zalando-Aktie an der Börse gehandelt. Vor Zalando gründeten die beiden 2007 bereits das wenig erfolgreiche soziale Netzwerk Unibicate. Bildquelle: Steffen Jänicke für Zalando

Haben wir beeindruckende WHU-Absolventen vergessen, die ein eigenes Unternehmen gegründet haben? Wenn ja, schreibt es in die Kommentare.

Bild: WHU