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Dmexco: Bekannte Gesichter

Scheinbar sind sie alle hier: Online Marketer, Internet-Gründer, Investoren, Twitter-Bekannte, Journalisten, Startups von morgen und und und. Belustigt durch das ein oder andere Kölsch am Vorabend sitzt entweder die Zunge locker oder der leichte Kopfschmerz plagt. Alles ist irgendwie bunt und Fingerfood und Softdrinks überall.

Gut gelaunt sind sie alle und irgendwie kurz angebunden: „Oh, ich muss zum nächsten geschedulten Meeting, aber wollen wir uns um vier Uhr nochmal hier am Stand treffen?“ hört man irgendwie öfters. Visitenkarten fliegen wie Flugblätter und Hände werden geschüttelt wie Cocktails in einer Barschule. Zum Glück gibt es Automaten zum Desinfizieren der Hände, wer weiß, was sonst mit all den Gründerviren noch passieren würde.

Bekannte Gesichter schlendern durch die Gänge und werden praktisch nonstop angesprochen: Stephan Uhrenbacher (Gründer von Qype), Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer, Robin Behlau und Mario Kohle (Käuferportal), Oliver Samwer vom Jamba-Trio, PR-Macher Tilo Bonow, Kommunikator Tobias Kaufmann, Spickmich-Gründer Tino Keller. Und natürlich auch ganze Crews von sevenload, SponsorPay, WidgetLabs, Madvertise, MyMiki, Zanox und zig anderen. Verschiedene Investoren wie Team Europe Ventures (an Gründerszene beteiligt) oder DuMont Ventures haben Sammelstände für ihre Portfoliounternehmen und Freunde angelegt. Nahezu jeder Stand lockt mit kostenlosen Goodies, Essen, Trinken oder Messegirls in knappen Outfits. Die bei Gründerszenes IFA-Bericht aufgekommene Kritik kann für die dmexco also teilweise ins Gegenteil verkehrt werden: Es gibt Kugelschreiber und Co. im Überfluss, die Messegirls sind nett und aufgeschlossen und die Konzepte zwar häufig schon bekannt, aber von interessanten Gesprächspartnern präsentiert.

Dennoch gibt es auch kritische Stimmen: Auf die Frage, was das Highlight der dmexco ist, sagt ein Besucher, das einzige Highlight sei die Tatsache, dass es keine Highlights gibt. Ein anderer, dass sein Zug bald fährt. Klar: Das Rad wurde auf der dmexco nicht neu erfunden, sondern jeder Aussteller geht mit zwei Zielen an den Start: Kontakte machen und Abschlüsse generieren. Und manchmal merkt man das eben. Viele wirken irgendwie kurz angebunden, nahezu gehetzt. Konzepte werden erklärt, Sales-Lächeln aufgesetzt. Immerhin werden hier die Millionenbudgets der Werbe- und Onlinemarketing-Segmente für die nächsten Wochen und Monate eingetütet.

Fazit: Die dmexco ist eine lebendige Messe, die Spaß macht, wenn man die Menschen der Internetszene gut kennt und sich lohnt, wenn man Businesskontakte sucht. Viele Stände haben sich nette Gimmicks einfallen lassen, wie eine komplette Eisbar oder einen Bratwurststand. Das Netzwerken wird leicht gemacht, das Entspannen schwer. Und dass die Handynetze meist überlastet sind, genauso wie das W-LAN, überrascht wohl wenig. Bleibt nur noch eine Frage: Welche Party am Abend…?