Es war die traurigste Nachricht der letzten Woche: „Die 3-D-Flirtplattform Bailamo ist Geschichte“. Deutsche-Startups berichtete, dass die Bailamo AG aufgrund eines Insolvenzverfahrens aufgelöst wurde, nachdem einer der Mitgründer bereits vor Monaten aus dem Unternehmen ausgestiegen war. Nun hat sich doch noch eine Heimat für die Überbleibsel der Flirplattform gefunden. Die browserbasierte virtuelle Welt Smeet (www.smeet.com) erwarb die Domain des Berliner Unternehmens und ermöglicht es den Usern von Bailamo der eigenen Social-Community-Plattform aufwandsarm beizutreten.

Dabei unterscheiden sich die Geschäftsmodelle und inhaltlichen Ansätze der beiden Unternehmen: Stand bei Bailamo das Flirten im Vordergrund, hat die mit seiner Internationalisierung beschäftigte 3D-Welt Smeet ein breiteres Entertainmentspektrum und weitere Interaktionsmöglichkeiten zu bieten. Neben der Chatfunktion setzt die Seite aus Berlin vor allem auf multimediale Erlebnisse wie Videos, Webcamshows oder eine Telefonfunktion. Ein Levelsystem regt einen Wettstreit zwischen den Nutzern an, die Punkte sammeln können.

Bei Smeet bedauert man den Abgang von Bailamo, freut sich aber über die neu gewonnene Nutzerklientel: „Nach dem langen parallelen Aufbau der Unternehmen bedauern wir natürlich, dass das Projekt Bailamo nicht weitergeführt werden konnte. Wir hoffen durch die Übernahme den Bailamo-Nutzern eine neue Art des 3D Chats zu eröffnen“, so Sebastian Funke, CEO der Smeet Communications GmbH.

Es bleibt spannend, wie sich Smeet mit dem Nutzerwachstum weiter entwickeln wird. Bisher hat sich Deutschland für virtuelle Welten in 3D nur bedingt als geeignetes Pflaster präsentiert. Bei hohen Produktionskosten ist es entscheidend, ein gutes Geschäftsmodell zu haben, dass die jeweiligen Ausgaben wieder einspielt und die Nutzer lange bindet. Ob sich das Nutzer-Recycling der eingegangenen Flirtseite bezahlt macht, werden die nächsten Wochen zeigen.