Windeln.de

Sie gründeten Windeln.de 2010 nach dem Vorbild des US-Startups Diapers.com: Alexander Brand, Dagmar Mahnel und Konstantin Urban (von links)

Goldman Sachs steigt ein, Deutsche Bank legt nach

Schritt für Schritt: Genau einmal im Jahr gibt der Babyartikel-Versender Windeln.de eine Finanzierungsrunde bekannt – und das konstant seit der Gründung: zuerst im Jahr 2010, dann 2011, auch 2012, ebenso 2013, schließlich 2014. Auch im Jahr 2015 ist es nun wieder so weit, und es ist die mit Abstand größte Runde bislang: Stattliche 45 Millionen Euro bekommt das Münchner Startup von einem Konsortium unter der Führung von Goldman Sachs und der bereits vor einem Jahr eigestiegenen Deutschen Bank. Auch die Altinvestoren DN Capital, MCI Management und 360 Capital Partners legen nach.

Im Kerngeschäft und dem Kernmarkt sieht sich das Unternehmen bereits gut aufgestellt. Das Geschäft über die Webseite Windeln.de sei profitabel, erklärt Firmengründer Alexander Brand gegenüber Gründerszene. Der schweizerische Ableger sowie der eigene Shopping-Club Windelbar schreiben hingegen noch leichte Verluste. Größter Wettbewerber hierzulande bleibt Amazon, von direkten Konkurrenten wie dem bereits 2003 gestarteten Baby-Markt.de habe sich Windeln.de absetzen können.

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Mit dem neuen Geld wollen die Münchner gleich in zwei Dimensionen wachsen. Zum einen mit einem breiteren Produktportfolio – man müsse überlegen, was die Nutzer abseits vom Kernangebot noch kaufen würden. Zum anderen soll das Unternehmen auch im Ausland größer werden. Und das ganz explizit auch durch Zukäufe. Wann die ersten Transaktionen und welche Länder zuerst anstehen, wollte Brand nicht verraten. Man prüfe derzeit, welche Länder sich eigneten. Größter Auslandsmarkt derzeit ist China, bereits gut ein Jahr nach der Gründung war Windeln.de in dem Land gestartet.

Seinem eingängigen Namen will das Münchener Startup bei der Auslandsexpansion treu bleiben, so Brand – allerdings in den jeweiligen Landessprachen: In Italien werde die Webseite entsprechend Panolini.it heißen, in Polen Pieluchy.pl. Interessant dabei: Geld verdient das Münchener Startup gar nicht mit Windeln oder anderen margenschwachen Drogerieprodukten. Das überlasse man gerne Amazon & Co. Stattdessen liegt der Fokus stärker auf Produkten wie Kinderwagen, Spielzeug oder Autokindersitzen, die deutlich höhere Margen aufweisen.

Ist der Einstieg von Goldman Sachs ein Hinweis auf einen angedachten Börsengang? Brand beschwichtigt: Auf absehbare Zeit sei das Unternehmen finanziell gut aufgestellt, auch hinsichtlich des beabsichtigen Wachstums. Stolz zeigt sich der Mitgründer dabei auf das Verhältnis von Ausgaben zum Wachstum: Bei einem kumulierten negativen Ebit von weniger als 30 Millionen seit der Firmengründung vor fünf Jahren habe Windeln.de allein im vergangenen Jahr einen Umsatz von 130 Millionen Euro erreicht. Im Vergleich zu anderen, wenngleich branchenfremden Online-Händlern wie Home24 oder Westwing, die zuletzt ähnliche Umsätze vermeldeten, dürfte der Baby-Shop hier wohl ganz gut dastehen.

Bild: Windeln.de

Übersicht: Die wichtigsten Finanzierungsrunden der vergangenen Monate
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Erst im Januar konnte Westwing 25 Millionen Euro einsammeln. Im April gingen noch mal 30 Millionen an den Möbelshop. Das Geld kommt unter anderem vom Berlusconi-Clan. Im Bild: Die Westwing-Gründer Stefan Smalla und Delia Fischer; Quelle: Westwing