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Konstantin Urban und Alexander Brand (v.l.) gründeten und leiten Windeln.de

Ein wichtiger Tag für das Münchner Startup Windeln.de: Heute morgen wurde der Babyartikel-Versandhändler im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet. Der erste Kurs lag mit 18 Euro knapp unter dem Ausgabepreis von 18,50 Euro. Dabei hat das Unternehmen 211 Millionen Euro eingenommen und somit das ursprüngliche Ziel leicht übertroffen. Etwa 127 Millionen Euro sollen weiterem Wachstum zugute kommen, die übrigen Millionen gehen an die Gründer und Investoren der letzten Jahre: Insgesamt wurden 11.404.899 Aktien platziert, wovon 5,4 Millionen neu ausgegeben wurden.

Update, 7. Mai 2015:
Nach Börsenschluss des ersten Tages liegt der Aktienpreis mit 14,95 Euro deutlich unter dem erstnotierten Kurs von 18 Euro – welcher wiederum knapp unter dem Ausgabepreis von 18,50 Euro lag. Dies ist mit einem Minus von beinahe 20 Prozent ein enttäuschendes Ergebnis für das Unternehmen. Offenbar hat Windeln.de keinen günstigen Zeitpunkt für den IPO gewählt, da der gesamte deutsche Aktienmarkt nach den Rekordzuwächsen der letzten Monate schwächelt.
Dieser Artikel erschien zuerst früher am heutigen Tage.

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Die vorher angesetzte Preisspanne lag bei 16,50 bis 20,50 Euro. Mit dem bei den Investoren platzierten Preis von 18,50 Euro wurde das Unternehmen demnach mit 500 Millionen Euro bewertet. Kurz nach dem Start sank der Preis der Aktie auf etwa 16,80 bis 16,90 Euro. Laut Windeln.de sei die Aktie zum Ausgabepreis „deutlich überzeichnet“ gewesen. Vorstand und Mitgründer Alexander Brand äußert sich zufrieden über die „hohe Nachfrage“. Neben dem öffentlichen Angebot in Deutschland wird die Aktie in Luxemburg gehandelt und zum Teil außerhalb der beiden Länder privat platziert.

Der IPO wird von der Bank of America Merrill Lynch, der Deutschen Bank, Goldman Sachs, Berenberg und der Commerzbank begleitet. Die größten Altaktionäre der Gesellschaft bleiben investiert, hatte Windeln.de betont. Sie gaben im Schnitt lediglich ein Viertel der Anteile ab. Dazu zählen neben den Gründern Konstantin Urban und Alexander Brand noch DN Capital, Acton Capital, MCI und 360 Capital. Zudem investiert sind Goldman Sachs und die Deutsche Bank.

Die beiden Großbanken führten Mitte Januar eine Finanzierungsrunde von 45 Millionen Euro für Windeln.de an. Die Deutsche Bank war bereits 2014 eingestiegen. Windeln.de schloss bislang in jedem Jahr seit der Gründung – 201020112012, 2013 und schließlich 2014 – eine Finanzierungsrunde ab. Diesen April stellte das Unternehmen dann Investmentbanker Nikolaus Weinberger von Goldman Sachs als Finanzvorstand ein.

Für das knapp fünf Jahre alte Windeln.de arbeiten mittlerweile über 300 Mitarbeiter. Internationalisierung war von Anfang an wichtig für die Firma: Bereits ein Jahr nach der Gründung startete Windeln.de einen chinesischen Online-Shop. In China erwirtschaftet das Unternehmen mittlerweile die Hälfte seines Umsatzes. Im April gab Windeln.de die Übernahme des tschechischen Wettbewerbers Feedo bekannt – für die Expansion nach Osteuropa. Feedo verzeichnete im Jahr 2014 einen Umsatz von sechs Millionen Euro. Neben weiterer Expansion will Windeln.de das Produkt-Portfolio erweitern und beispielsweise einen Shop für Kinder starten, die bereits aus dem Babyalter herausgewachsen sind.

Vorstand und Mitgründer Konstantin Urban sagt: „Wir glauben, dass windeln.de sehr gut positioniert ist, um die Chancen in unserem Markt zu ergreifen. Der Börsengang wird uns dabei helfen, unseren Wachstumskurs weiter fortzusetzen.“ Der Geschäftsbericht von Windeln.de verzeichnet einen Rückgang des Unternehmensverlusts von 12,3 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 9,8 Millionen Euro im Jahr 2014.

Die großen deutschen Tech-IPOs im Überblick:

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SAP gilt als das Musterbeispiel einer erfolgreichen Tech-Gründung: Der größte europäische Softwarekonzern stammt aus dem baden-württembergischen Walldorf. Das Unternehmen geht am 4. November 1988 an die Börse. Insgesamt werden 1,2 Millionen Aktien zu einem Preis von je rund 750 DM ausgegeben. Das IPO-Volumen belief sich demnach auf 900 Millionen DM, also rund 450 Millionen Euro. Bild: SAP-Gründer Hasso Plattner; NamensnennungKeine Bearbeitung Bestimmte Rechte vorbehalten von mkrigsman

Titelbild: Windeln.de