Windeln.de Startup-Helden

Die Windeln.de-Gründer Alexander Brand, Dagmar Mahnel und Konstantin Urban (v.l.n.r.)

„Startup-Helden“ von Windeln.de im Interview

Konstantin Urban, Alexander Brand und Dagmar Mahnel kannten das Problem aus eigener Erfahrung: Mit rund 2.000 Stück im Jahr zählt der Windelkauf nicht zu den größten Freuden des Elternseins. Vor drei Jahren gründeten sie mit Windeln.de (www.windeln.de) einen Onlineshop rund um Babyartikel. Mittlerweile ist das Startup auch auf den schweizerischen Markt expandiert, in Kürze wollen die Münchner zudem Ableger in Polen und später in Südeuropa starten. Helfen sollen unter anderem die 15 Millionen Euro an frischem Kapital von DN Capital (www.dncapital.com), Acton Capital Partners (www.actoncapital.de) und MCI.

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir sind die Urban Brand GmbH und betreiben die Onlineshops Windeln.de, Windelbar.de und Windeln.ch. 2010 haben Alexander Brand, Dagmar Mahnel und ich (Konstantin Urban) Windeln.de gegründet. Unsere Umsätze beliefen sich auf sieben Millionen Euro im Jahr 2011 und 27 Millionen Euro im Jahr 2012. Für 2013 planen wir mit 70 Millionen Euro. Inzwischen umfasst unser Team mehr als 80 festangestellte Mitarbeiter.

Der Online-Drogeriemarkt hat es in Deutschland schwer. Wie konnte sich Windeln.de durchsetzen?

Wir haben nicht nur Drogerie-Artikel im Sortiment, sondern wir bieten alles für werdende Mütter, Eltern und Babys vom Schmusetuch bis zum Kinderwagen. Dadurch sind bei uns die Warenkörbe deutlich höher als im reinen Drogerie-Segment. Eltern haben einen wiederkehrenden Bedarf an Verbrauchsgütern wie Windeln und Babynahrung und stöbern somit regelmäßig in unseren Shops. Dabei gibt es viel zu entdecken, unter anderem margenstarke Artikel wie Babykleidung, Wickelauflagen und vieles mehr. Wir haben inzwischen bei den Bestellungen einen Stammkundenanteil von 70 Prozent. Somit konnten wir einen Markt erobern, den die klassischen Drogerien vernachlässigen.

Wie ist der Marktstart in der Schweiz verlaufen und welche Herausforderungen seht ihr für die nächsten Expansionsmärkte?

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In der Schweiz ist unser Angebot noch nicht konkurrenzfähig, weil wir die Lieferzeiten noch verkürzen müssen. Das werden wir allerdings im Juli erreichen und dann geben wir richtig Gas. Die größte Herausforderung ist sicher die Komplexität in der Logistik, da wir nur ein Zentrallager haben, das alle weiteren Länder beliefern wird. Eine Expansion ist auch immer ein Lernprozess. Auch wenn man Erfahrungswerte mitbringt, man muss sich auf marktspezifische Besonderheiten einstellen. Es gibt also keine Routine.

Was wünscht Ihr euch für den Gründungsstandort Deutschland?

Wir finden, dass der Standort Deutschland für Start-ups besser ist als sein Ruf. Es wäre schön, wenn die Risikobereitschaft von Gründern wächst. Voraussetzung dafür wäre, dass Scheitern mehr Akzeptanz in der Gesellschaft erfährt. Im seltensten Fall klappt es sofort mit der ersten Firma. Positiv: Wir haben eine tolle Infrastruktur, viele Talente und Förderprogramme. Es gibt eine Menge Beispiele für erfolgreiche Gründungen in Deutschland, die Zahl an Start-ups und Inkubatoren wächst stetig. Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden.

Welche Trends seht Ihr im Internet?

Ganz klar, Mobile! Unsere Kunden kaufen immer häufiger von unterwegs, um Zeit zu sparen, aber auch als Zeitvertreib. Wir stellen uns mit der Entwicklung von mobilen Webseiten darauf ein. Unsere iPhone-App wird bereits gut angenommen. Zudem sehen wir, dass sich gerade Mütter zunehmend im Internet informieren, über klassische Eltern-Themen, aber auch über die Produkte. Deswegen ist es für uns ganz wichtig, Beschreibungen, Expertentipps und Produktberater auf Windeln.de bereit zu stellen.

Bild: Windeln.de