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Erst vor kurzem berichtete Gründerszene über den Launch der Online-Drogerie AllesAnna und der sich noch im Aufbau befindenden Shopping-Plattform LisaLiefert, die sich nach Fertigstellung im selben Segment bewegen will. Es kommt online Bewegung in den Markt der Drogerie-Artikel und speziell Baby-Produkte nehmen Fahrt auf, wie das vor kurzem gelaunchte Windeln.de (www.windeln.de) oder auch Christian Weiß‘ Projekt Tausendkind zeigen.

Windeln.de – das deutsche Diapers.com?

Sowohl der Start der beiden Online-Drogerien AllesAnna (www.allesanna.de) und LisaLiefert (www.lisaliefert.de) als auch das vor kurzem gelaunchte Windeln.de (www.windeln.de) zeigen, dass sich der E-Commerce-Hype dieses Jahres weiter fortsetzt. Vermehrt versuchen nun Online-Shops Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs an den Kunden zu bringen. Vor allem Windeln.de folgt dabei – als Copycat zu einem zugegebenermaßen sehr generischen Thema – recht offensichtlich dem Erfolgsmodell des US-amerikanischen Diapers.com

Diapers.com wurde 2005 gegründet und schaffte es binnen der ersten drei Jahre massiv zu wachsen, nicht zuletzt durch die starke Ausweitung der Produktpalette. So zeigt sich Diapers.com heute nicht mehr nur als Anbieter von Windeln allein, sondern als weltweit größter Online-Shop für Babyprodukte allgemein. Im letzten Jahr brachte es Diapers.com auf einen Umsatz von 182,5 Millionen US-Dollar.

Mit diesem potenten Proof-of-Concept im Rücken konnte kürzlich auch Windeln.de eine Finanzierungsrunde mit dem High-Tech Gründerfonds und DN Capital abschließen. Und das Thema Baby als Unterbereich des Drogeriesegments boomt auch bei den „Großen“: Erst kürzlich ist Handelsriese Tengelmann bei BabyMarkt (www.babymarkt.de) eingestiegen. Wer sich mehr für einen Boutique-Ansatz im Web interessiert, wird bei Tausendkind (www.tausendkind.de) von Serial-Entrepreneur Christian Weiß fündig, der sich aber weniger auf Gebrausprodukte wie Windeln oder Fläschchen spezialisiert hat, sondern eher Babykleidung und -Zubehör an den Mann und die Frau bringt.

Herausforderungen beim Verkauf von Babyprodukten für Windeln.de

Trotz der vorgelebten Erfolgsgeschichten aus Übersee sollte der Online-Handel mit Gebrauchsgegenständen des täglichen Bedarfs operativ jedoch nicht unterschätzt werden. Im Segment der alltäglichen Gebrauchsartikel haben es E-Commerce-Unternehmer mit geringen Margen bei gleichzeitig hohen Logistikkosten zu tun. Häufig sind hohe Anfangsinvestitionen notwendig, um ein möglichst breit aufgestelltes Sortiment zu sichern, mit dem sich die schmalen Margen zu einem funktionierenden Online-Geschäftsmodell entwickeln lassen. Dass dies funktioniert, zeigt Diapers.com: In einem Videobeitrag erläutert Scott Hilton, Executive VP of Operations bei Diapers.com, kurz und knapp die Problematik, mit der ein jeder Player in diesem Segment zu kämpfen haben dürfte und wie Diapers.com damit umgegangen ist.

Fazit: Boomthema mit Zwang zu guter Exekution

Wegen den geringen Margen der einzelnen Produkte ist eine große Produktpalette Pflicht, auch wenn sich dadurch die Lager- und Logisitkkosten erhöhen. Um potenzielle Kunden vom Kauf von Gebrauchsgegenständen via Internet überhaupt erst zu überzeugen, muss ein möglichst schneller Versand gewährleistet sein – eine Aufgabe, die Diapers.com mit modernster Lagerautomation und Robotertechnik stemmt, die tagesaktuelles Versenden ermöglichen und sogar zu sinkenden Kosten führen. Und immerhin ist ja auch E-Commerce-Riese Amazon bereits mit einem Abo-Modell an den Start gegangen, bei dem sich Kunden die gewünschten Windeln in frei wählbaren Intervallen zusenden lassen können.

Ingesamt präsentiert sich das Babysegment somit als ein herausfordernder Teilbereich des Drogeriesegments, bei dem es vor allem auf eine exzellente Logistik und ein breites Produktsortiment ankommt. Dass es die deutschen Pendants auf den Komplexitätsgrad eines Diapers.com bringen, dürfte unwahrscheinlich sein, spannend ist aber der steigende Wettbewerb in diesem Segment. Wer diesen Hürdenlauf am erfolgreichsten meistern wird, bleibt abzuwarten.

Mitarbeit: Justin Wimmer

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