Social-Business, Wirtschaftssystem, Update, Nachhaltigkeit, Shared Values, Wertschöpfungskette

Viel wurde in den letzten Jahren über die Rolle der Wirtschaft, ihre Funktion, ihre Macht und ihre Verantwortung diskutiert und oft genug dabei die Frage gestellt, ob dieses System, so wie wir es kennen und so wie es immer noch gelehrt wird, überhaupt noch einen Daseinsberechtigung hat. Oder ob es schon längst überholt ist. Heute der zweite Ansatz zum Umdenken: Teilen ist Mehren – Shared Values.

Shared Values

Nestlé unterstützt seine Zulieferer dabei, ihre Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitsstandards langfristig zu verbessern. Yara, ein Düngemittelhersteller, initiierte zusammen mit andern Unternehmen und Organisationen einen „Wachstumskorridor“, der Bauern im Herzen Afrikas einen stabilen Zugang zum Weltwirtschaftshandel ermöglicht. Damit hat sich Yara gleichzeitig einen neuen Markt eröffnet.

Michael E. Porter, Leiter des „Institute for Strategy and Competitiveness“ an der Harvard Business School, gehört zu den prominentesten Management-Vordenkern unserer Zeit. Seine Theorie der „Shared Values“, der Bildung von Werten, die sowohl dem Unternehmen als auch der Gesellschaft langfristig nützen, ist eine der meistbeachteten Veröffentlichungen der letzten Jahre. Nicht, weil sie so neu oder radikal anders ist, sondern weil sie Wirtschaftler in ihren Denksphären abholt und realistische Lösungs- und Handlungswege aufzeigt.

Der zentrale Gedanke von Shared Values ist, dass der Erfolg eines Unternehmens eng mit der Vitalität der Gesellschaft und der Umwelt verknüpft ist. Im Blick auf die aktuellen globalen Herausforderungen ist es also entsprechend die Aufgabe des Unternehmens, Lösungen für diese Probleme zu erarbeiten, das heißt, auch ihre Produkte und Leistungen so anzupassen, dass sie zur Verbesserung und Lösung beitragen und nicht umgekehrt. Und das aus einem ureigenen Interesse: dem eigenen langfristigen Überleben.

Dafür gibt es drei Ansätze:

  • Produkte und Dienstleistungen innovieren – so, dass sie Probleme lösen und neue Möglichkeiten schaffen
  • Die Wertschöpfungskette optimieren – und damit Positives stärken, Negatives eliminieren, Neues ermöglichen… in puncto Gesellschaft, Umwelt und Zukunftsfähigkeit
  • Lokale Wirtschafts-Cluster aufbauen – zur Sicherung beziehungsweise Optimierung bestehender und Erschließung neuer Märkte

Früher haben Wirtschaftler sehr deutlich zwischen den inneren Angelegenheiten und den äußeren getrennt. Das dies heute nicht nur kaum noch möglich sondern auch hinderlich ist, zeigen die Erfolge des Shared-Values-Prinzips: Gerade die Unternehmen, die sich mit ihrer Umwelt auseinander setzen und nach gemeinsamen Erfolgen streben, sind die prosperierenden und auf dem besten Weg Marktführer zu werden. Weiterführende Informationen gibt es hier.

Wer sein Unternehmen bereits nach dieser Philosophie oder in Anlehnung an sie ausgerichtet hat, der schreibe Gründerszene, wie er es in der Praxis umsetzt, welche Chancen und Erfolge oder auch welche Hürden es für ihn gebracht hat, als Kommentar unter dem Artikel.

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Bild: juli.gänseblümchen  / pixelio.de