Wooga mobile android

Wooga – eine Reise durch das Büro

Wenn man zum ersten Mal bei einem Startup zu Besuch ist, erwartet man zwar nicht unbedingt ein langweiliges „Standard-Büro“. Die Farbenpracht bei Wooga (www.wooga.com) überwältigt trotzdem: In den Räumen der Spiele-Schmiede wird man von bunter Deko und einer entspannen Atmosphäre begrüßt. Die Mitarbeiter haben vor Kurzem einen Wettbewerb veranstaltet, bei der jedem Team ein kleines Budget zur Verfügung stand, um das Büro zu gestalten.

Teams sind bei Wooga nach Produkten organisiert, ein Team arbeitet an einem Spiel. So sehen jetzt auch die Büros aus, einige Wände sind mit riesigen Bildern von Spielcharakteren tapeziert, hier und da stehen Arcade-Game-Stationen und an den Decken rankt sich grüne Deko entlang, die an Urwaldpflanzen erinnert.

Wenige Schritte weiter, gleich hinter dem Foyer sitzt das erste Team, die Grafiker arbeiten an großen Bildschirmen, die Horizontal auf den Tischen liegen – hier werden die Spiele entworfen und gestaltet. Die Büros haben unterschiedliche Formen und sind sehr verwinkelt. Auf einem der kleinen Flure zwischen den Räumen trifft man auf interessante „Confessional Boxes“, so werden die kleinen Rückzugsmöglichkeiten genannt weil sie ein bisschen an Beichtstühle erinnern: Räume mit Platz für jeweils zwei Leute, die besonders viel Ruhe bei der Arbeit brauchen.

Die Schreibtische der insgesamt 200 Mitarbeiter sind fast alle auf einer Etage, damit die Zusammenarbeit möglichst reibungslos verläuft. „Schon ein Stockwerk oder mal eben rüber ins Gebäude nebenan zu gehen sind Hürden, die verhindern, dass die Teams sich optimal austauschen.“ erklärt Sina Kaufmann. Es ist tatsächlich ein bisschen wie in einer riesigen Wohnung, man kommt schnell von einem zum anderen Team ohne den Fahrstuhl oder eine Treppe benutzen zu müssen.

Wooga Büro

Entwickler aus 30 Nationen, Club Mate und Mobile-Games

Am Ende des kleinen Flurs mit den Ruhe-Cocons ist die „Recreational Area“, hier treffen sich die Wooga-Leute zum Essen, Quatschen und Kaffee trinken. Der Raum wirkt trotz seiner Größe gemütlich, außerdem ist hier auch die Küche.

Davon dass die Mitarbeiter in Internet- oder Tech-Startups immer gut bei Laune gehalten werden hat jeder schonmal gehört. Hier gibt es zwar kein Fitnessstudio oder eine Kletterwand wie bei Google, die Wooga-Küche ist aber auch ziemlich beeindruckend: In großen Schubladen sind hier alle tollen Dinge von Fritz-Cola bis Bier untergebracht. Letzteres gibt es zwar erst ab 19 Uhr, dafür ist aber schon morgens Espresso in allen Zubereitungen verfügbar, der gar nicht schlecht schmeckt.

Am beliebtesten ist bei Wooga aber immer noch die Hackerbrause, jede Woche trinken die Autoren, Entwickler und Grafiker 160 Liter Club Mate, verrät Wooga. Damit im Aufenthaltsraum nicht ganz der Zweck des Ortes vergessen wird, hat man eine gute Aussicht auf die umliegenden Arbeits- und Besprechungsräume.

Hier sind die Macher der Facebook– und Mobile-Games ganz entspannt und frühstücken oder holen sich Kaffee. Sie kommen aus 30 verschiedenen Nationen, 30 Prozent der Mitarbeiter kommen für Wooga nach Berlin, viele davon von weit her. Um neue Kollegen erstmal aufzufangen hält das Startup 18 eigene Wohnung bereit, in denen ausländische Mitarbeiter einige Wochen wohnen können, bis sie etwas eigenes gefunden haben. Um die deutsche Bürokratie zu überwinden beschäftigt Wooga drei Mitarbeiter, die neuen Teammitgliedern bei Versicherungen und anderem Papierkram helfen.

Wooga Küche

Wooga konzentriert sich auf Mobile-Games

Mitten im Aufenthaltsbereich, durch große Glastüren abgetrennt ist einer der Besprechungsräume, dort ist es ruhig während nebenan das Wooga-Team Pause macht. Hier erklärt Jens BegemannCEO von Wooga schließlich die neue Mobile-Strategie des Unternehmens.

Mit 40 Millionen aktiven Nutzern auf Facebook haben die Spieleentwickler in Berlin einiges erreicht, trotzdem ändert sich der Kurs. Der Zynga-Konkurrent konzentriert sich zur Zeit darauf, seine Spiele auf mobile Endgeräte zu bringen, einerseits weil sich Tablets extrem ausbreiten und andererseits weil Spiele auf mobilen Geräten mehr Umsatz pro Nutzer generieren als im Browser.

„Tablet-Computer werden PCs wahrscheinlich noch schneller ablösen als erwartet.“, ist sich Jens Begemann sicher. Er bezieht sich dabei auf Zahlen der International Data Corporation (IDC), die in vier Jahren dreimal so viele Verkäufe von Tablet-PCs sieht.

Kurz nachdem Wooga letztes Jahr in einer Series-B-Finanzierungsrunde mit 24 Millionen US-Dollar finanziert wurde, war das Studio in den mobilen Markt eingestiegen, mittlerweile arbeitet schon die Hälfte der Mitarbeiter an mobilen Angeboten und es werden mehr. Wie schon zuvor auf Gründerszene berichtet, bringt Wooga demnächst sein erstes Spiel für Android heraus, Diamond Dash, eines der größten Spiele des Studios.

Ein weiteres Argument für mobile Geräte ist die Zahlungsbereitschaft, die auf Tablets und Smartphones viel größer ist. Es ist damit viel einfacher kleine Beträge auszugeben als auf dem dem PC. Gerade auf iOS geben Nutzer mehr Geld aus, was daran liegt, dass Apple die Zahlungsabläufe sehr einfach macht. Außerdem hat fast jeder iOS-Nutzer eine Bank- oder Kreditkartenverbindung in seinem Profil angegeben.

Social-Mobile-Gaming

Laut Jens Begemann werden trotz der großen Verbreitung von Smartphones momentan noch am meisten solche Spiele genutzt, die man alleine spielt. Dabei sind Smartphones so gut zur Vernetzung geeignet wie nichts anderes. Hier liegt ein weiterer Schwerpunkt der Spieleschmiede, nämlich mobile Games mit Facebook connect zu vernetzen.

Einerseits sehen Spieler Aktivitäten oder Spielstände von Mitspielern, egal wo sie sind, sofort auf ihrem Smartphone und werden angeregt zu reagieren. Andererseits verbreiten sich die Spiele viel schneller, gerade über Facebook Connect, weil Nutzer ihre Freunde leicht zum Spiel einladen können. Monatlich kommen 1,9 Millionen Nutzer über die Facebook App zu Diamond Dash.