„Das Verbot ist nicht aufgehoben“

Der Ridesharing-Dienst Wundercar verändert nach dem Verbot durch die Hamburger Gewerbeaufsicht sein Modell: Ab sofort müssen Nutzer der Wundercar-App – ähnlich wie bei Flinc – angeben, wohin sie gefahren werden wollen, bevor sie eine Anfrage abschicken. So können die Fahrer vorab entscheiden, ob sie den Gast mitnehmen oder nicht. „Wundercar startet somit früher als zunächst geplant damit, Fahrten zu vermitteln, bei denen Fahrer und Gast in derselben Richtung unterwegs sind“, heißt es in einer Mitteilung von Wundercar.

Damit will das Hamburger Startup noch stärker den sozialen Aspekt des Dienstes betonen – und damit die Hamburger Behörden überzeugen, dass es Wundercar-Chauffeuren nicht um den Verdienst gehe und deshalb auch keine gewerbsmäßige Personenbeförderung vorliege. „Die meisten Fahrer nutzten Wundercar, um neue Leute kennenzulernen oder um einfach ihr Auto zu zeigen“, so Froh. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde hatte den Dienst Anfang Juni verboten, weil Wundercar-Fahrer entgeltliche Personenbeförderung ohne die dafür eigentlich notwendige Zulassung betreiben würden.

Nach Aussage von Gründer Gunnar Froh arbeitet Wundercar gemeinsam mit den Hamburger Behörden an einem Kostenmodell für die Fahrer, um sicherzugehen, dass deren Einnahmen die Betriebskosten für die Fahrt nicht übersteigen. „Wir müssen eine klare Abgrenzung schaffen, weil nicht der Eindruck entstehen soll, dass die Fahrer das professionell betreiben“, so Froh gegenüber Gründerszene. Ziel sei es, „deutlich sozialer zu werden.“

Anzeige
Doch den Behörden reicht das offenbar nicht: „Das Verbot ist nicht aufgehoben“, betont eine Sprecherin der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gegenüber Gründerszene. Am Sachverhalt habe sich nichts geändert: „Wundercar betreibt gewerbliche Personenbeförderung ohne Genehmigung und konnte uns bisher auch nicht vom Gegenteil überzeugen.“

Über die vor rund drei Monaten erschienene Wundercar-App können Autofahrer als Gelegenheits-Chauffeure Mitfahrer mitnehmen, die die Fahrer dafür mit einem Trinkgeld entlohnen. Vorbild ist das US-Startup Lyft.

Taxifahrer sehen durch Wundercar und das ähnliche, von Uber gestartete Modell UberPop ihr Geschäftsmodell bedroht und protestieren seit Wochen gegen die Dienste. In der Folge hatten sich mehrere Länder-Verkehrsminister für ein bundesweites Verbot der Taxi-Apps ausgesprochen. Die Medienberichte über ein mögliches Verbot hatten bei Wundercar und Uber bisher aber hauptsächlich einen Effekt: mehr Bekanntheit und höhere Downloadzahlen. 

Bild: Wundercar