wunsch-brautkleid Gründer

Die Wunsch-Brautkleid-Gründer Fabian Westerheide und Michael Heid

Wunsch-Brautkleid: Interview mit Fabian Westerheide

Fabian Westerheide und Michael Heid haben reichlich Startup-Erfahrung, sowohl aus dem Hause Rocket Internet als auch aus dem Hause Team Europe. Zusammen brachte sie der ChicChickClub. Im 2012 entschlossen sie sich dann zur Gründung ihres eigenen Unternehmens Wunsch-Brautkleid (www.wunsch-brautkleid.de), einem Marktplatz für Hochzeitskleider, dem neben den beiden Männern auch fünf Frauen aus den Abteilungen Redaktion und Marketing angehören. Nach einem Jahr der Eigenfinanzierung stießen Lukasz GadowskiBurckhardt Bonello und Christan Gaiser als Business Angels hinzu, heute startet das Unternehmen zudem eine Crowdfunding-Kampagne auf Companisto.

Gründerszene sprach mit Mitgründer Westerheide über die Idee für das Brautmodenportal, die Konkurrenz und die neuen Investoren.

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Ich bin Fabian Westerheide, Mitgründer und CEO von Wunsch-Brautkleid, Deutschlands größtem Marktplatz für neue und gebrauchte Brautmoden. Wir helfen der angehenden Braut, das perfekte Brautkleid zu finden. Dies kann ein Designerkleid von einem unserer stationären Händler sein, oder ein gebrauchtes Kleid für kleines Geld oder ebenso auch eine Maßschneiderung.

Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Fabian Westerheide, vorher Investment Associate bei Point Nine Capital und Analyst bei Team Europe Ventures, davor Studium an der Universität St. Gallen und Münster. Michael Heid, vorher CTO beim ChicChickClub (CCC) und davor CTO bei Home24 (FP Commerce).

Michael und ich, wir kannten uns über den CCC. Ich als Investor und er als CTO. Wir waren anfangs nur befreundet und stellten dann recht früh fest, dass wir komplementäre Eigenschaften haben und zugleich dasselbe Ziel verfolgen: eine eigene Firma aufbauen. Irgendwann waren das Team, der richtige Moment und die richtige Idee gekommen.

Wie kommen zwei Männer auf die Idee, sich um das Einkleiden von Frauen zu kümmern?

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Meine kleine Schwester brachte mich auf die Idee. Sie schickte mir per WhatsApp ein orangenes Brautkleid, das sie gerade im Laden gesehen hatte. Sie fragte mich, wieso man sowas nicht im Netz finden würde, sondern von Geschäft zu Geschäft laufen muss. Ich googlete und fand wirklich kein ansprechendes Angebot im deutschen Netz. Kein Anbieter hat ein optisch reichhaltiges Angebot an Brautkleidern. Also versprach ich meiner Schwester, dass wir (Michael saß zu dem Zeitpunkt neben mir) ihr eine Seite bauen, auf der sie stundenlang nach traumhaften Brautkleidern suchen kann.

Zudem war Michael bereits im Markt aktiv (Schuhe für Frauen) und ich selbst wollte immer etwas mit Fashion machen.

Was macht den Markt für Brautkleider so attraktiv?

Der Hochzeitsmarkt ist recht groß (zirka neun Milliarden Euro werden jährlich damit in Deutschland umgesetzt) und doch gibt es kaum professionelle Angebote im Internet. Die Hochzeit ist einer der emotionalsten Momente im Leben einer Frau. Das Brautkleid spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Niemand versucht bisher, Frauen diesen Traum ansprechend und angenehm im Internet zu ermöglichen. Im Endeffekt macht den Markt aus: Er ist groß, das Produkt ist emotional (wer verhilft Frauen nicht gern zu einem Traumkleid?) und bisher gibt sich kaum einer Mühe.

Ihr bezeichnet euch selbst als „größtes Portal für Brautmode“. Wie begründet ihr diese Aussage?

Unsere Auswahl an gebrauchten, neuen, Designer-, Maßschneider und Händlerkleidern ist einzigartig im deutschen Netz. Niemand bietet diese Kombination (hinsichtlich Preis, Qualität und Auswahl) von über 120 Designern aus Dutzenden Ländern. Dazu haben wir ein Magazin mit über 400 Artikeln und tausenden Lesern. Wir helfen nicht nur der Frau, das perfekte Kleid zu finden, sondern beraten sie auch dabei.

Was ist Euer USP gegenüber bestehenden Onlineshops für neue und gebrauchte Brautkleider?

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Wir sind nicht abhängig von einem Designer oder Hersteller. Wir bieten die komplette Bandbreite aller Designer aus den meisten Ländern. Bei uns findet die Frau immer etwas. Zudem befinden sich unsere Kleider in tausenden Orten in Deutschland und können oft auch anprobiert werden. Ein reiner Onlineshop bietet dies nicht an. Auch kombinieren wir lokales Shopping (das Brautmodengeschäft über uns finden und dann vor Ort anprobieren) mit bequemem Onlineshopping (oder einfach bei uns online bestellen).

Zudem ist unser Magazin mit seiner beratenden Funktion ein USP, denn wir legen viel Wert darauf, dass die Frau die richtige Entscheidung trifft.

Startups wie 1001Hochzeiten und Hochzeitsplaza bieten hauptsächlich Informationsportale rund um die Hochzeitplanung und verlinken beim Thema Brautkleiderkauf nur auf externe Anbieter. Auch ihr habt euch gegen einen direkten Kauf über euer Portal, dafür für einen Marktplatz mit „Vermittlungsoption“ entschieden. Weshalb? Und wie lautet das Geschäftsmodell?

Unser Geschäftsmodell basiert auf drei Säulen:

1. Privatpersonen können ihr Brautkleid gegen eine Einstellgebühr bei uns verkaufen. Wir unterstützen dies durch unser Magazin und unsere sehr beliebte Facebook-Seite.

2. Brautmodenhändler erhalten bei uns für eine Grundgebühr eine Profilseite. Wir betreiben dadurch SEO, liefern KPIs und monatliche Reportings über die Beliebheit der Brautkleider. Die Geschäfte erhalten so Terminanfragen und erreichen mehr Frauen im Netz. Es ist wie ein digitales Schaufenster für die Frauen, damit diese sich erst online inspirieren lassen können und dann offline im Laden das Kleid anprobieren.

3. Herstellern (besonders kleineren Labels aus Deutschland) bieten wir, dass sie auf einen Schlag Tausende von Kunden erreichen. Diese Hersteller können über uns verkaufen, erhalten einen kleinen Shop und wir wickeln dafür die Bestellung, das Payment und den Support ab. Natürlich alles selbst geschrieben und ohne fremde Shopping-Lösung.

Wer hat euch bisher finanziert und was erhofft ihr euch von den Investoren?

Im ersten Jahr waren wir selbstfinanziert, wie in meinen Blog nachzulesen ist. Wir wollten erst den Proof of Concept erbringen, bevor wir bei Investoren anklopfen. Als wir gut 100.000 Euro an Brautkleidern vermittelt hatten, fingen wir an, mit Angels zu sprechen. Inzwischen werden wir von Team Europe und Daniel Offermann als Advisors unterstützt und habe eine kleine Runde mit Lukasz Gadowski, Burckhardt Bonello (FoundFair) und Christan Gaiser (Kaufda) abgeschlossen.

Unsere Investoren sind uns in erster Linie ein Sparringspartner. Sie hinterfragen unsere Leistung, spornen uns zu mehr Mut an, fordern KPIs, geben Input für Features. Zudem helfen Sie uns bei Intros, stellen uns mögliche Partner vor und denken eigentlich immer wieder an uns, wenn ihnen etwas einfällt. Wir erhoffen uns zudem natürlich Geduld von unseren Investoren. Wir optimieren nicht auf Exit oder schnelles Geld, sondern bauen unser Produkt mit Liebe und Auge für das Detail. Gute Dinge brauchen Zeit und nicht jeder Markt ist bereits so online, wie wir es oft glauben.

Bild: Wunsch-Brautkleid
Disclaimer: Team Europe ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier. www.vmpublishing.com.