Xing-Gründer Lars Hinrichs (Mitte) auf der DLD-Konferenz in München

Schon vor der Vorlage seiner Geschäftszahlen war das 2015 für Xing ein Rekordjahr: Im Sommer überstieg der Börsenwert des Unternehmens erstmals die Marke von einer Milliarde Euro – und avancierte damit zumindest zeitweise zum Unicorn. Auch bei den nun veröffentlichten Jahreszahlen glänzt das Karriere-Netzwerk. In jeder Hinsicht: Mitgliederzahlen, Umsatz und Gewinn konnten die Hamburger erhöhen. Der vorbörsliche Kurs am Montagmorgen stieg nach der Xing-Mitteilung um knapp acht Prozent.

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Die zahlenden Mitglieder steuern zu diesem Ergebnis den größten Teil bei. Um 19 Prozent stieg der damit erzielte Umsatz: auf 73 Millionen Euro. 46.000 neue zahlende Mitglieder konnte das Netzwerk gewinnen – insgesamt zählt das Unternehmen damit 880.000 Mitglieder, die für eines der verschiedenen Produkte bezahlen. Auch die anderen Einnahmenbringer – E-Recruiting und Events – wuchsen im Vorjahresvergleich um 26 beziehungsweise 22 Prozent.

Insgesamt ergab sich daraus ein Umsatz von 123 Millionen Euro – ein Anstieg um 23 Prozent. Und auch der Gewinn legte kräftig zu: von 6,2 auf 17,6 Millionen Euro. 14,2 Millionen Euro sollen dabei an die Aktionäre ausgeschüttet werden, ein Großteil geht an den Medienkonzern Hurbert Burda, der eine Mehrheit an dem 2003 von Lars Hinrichs gegründeten Unternehmen hält. Mit diesen Ergebnissen erfüllt Xing die Erwartungen der Analysten, schreibt die Finanzagentur Reuters.

Kununu plant Joint Venture

Was die Zahl neuer Mitglieder angeht, vermeldet Xing gar einen Rekord. 1,6 Millionen Mitglieder hätten sich im vergangenen Jahr angemeldet – so viele wie noch nie im Laufe eines Jahres. Ende 2015 hatte Xing damit im deutschsprachigen Raum insgesamt 9,6 Millionen Mitglieder.

Auch für das im Oktober gestartete Debattenportal Klartext gibt es nun erste Zahlen. Seit dem Start habe man mehr als eine Million Klicks und etwa 8.000 Kommentare verzeichnet, teilte Chefredakteurin Jennifer Lachmann vor dem Wochenende mit. „Unsere Erwartungen wurden damit komplett übertroffen“, sagte sie gegenüber Kress. Das gesamte Newsangebot – zu dem auch Content von anderen Nachrichtenseiten zählt – ist dabei insgesamt noch wesentlich größer. Es zählt etwa 2,6 Millionen Nutzer pro Monat.

Zeitgleich mit den Geschäftszahlen kündigt die Xing-Tochter Kununu die Expansion in die USA an. Gemeinsam mit der Jobplattform Monster hat das Unternehmen ein Joint Venture vereinbart, mit Sitz in Boston. Die Xing-Tochter hofft dabei, von der Reichweite von Monster zu profitieren – der neue Ableger muss sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen, etwa von Anbietern wie Glassdoor.

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