Xyo Startup-Helden

Die Xyo-Gründer Marcin Rudolf (39), Zoe Adamovicz (35) und Matthäus Krzykowski (34) (v.l.n.r.)

„Startup-Helden“ von Xyo im Interview

Der App-Dschungel ist groß. Um die mobilen Anwendungen zu finden, die den Handybesitzer wirklich interessieren könnten, arbeitet das Berliner Startup Xyo seit 2010 an einer App-Suchmaschine, die mehr als die Top 25 der App-Läden anzeigen soll. Möglich wird dies unter anderem durch das Scannen bereits vorhandener Programme auf dem Smartphone oder auch durch die Integration von Facebook. Funktionen wie beispielweise die Suche nach „Apps für Kleinkinder“ sollen das Stöbern erleichtern.

Das Startup beschäftigt 20 Mitarbeiter am Hauptsitz Berlin sowie in Warschau. In der Reihe „Startup-Helden“ sprechen die Gründer Zoe Adamovicz (CEO), Matthäus Krzykowski und Marcin Rudolf über die Inspiration zu Xyo sowie dessen neue kontextuelle Anzeigenschaltung für App-Anbieter.

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Anzeige
Xyo ist ein Berliner Startup, das das Entdecken von neuen Apps vereinfacht. Die Situation im mobilen App-Internet ist vergleichbar mit ‘98, als Portale wie AOL und Yahoo der Zugang zum Internet waren. Bisher finden die meisten Nutzer nur die größten Apps aus den Top 25 der App Stores. Die Folge: Fünf Prozent der Apps erhalten 92 Prozent der App-Downloads, so wie früher in den alten Portalen, wo User nur einige hundert Webseiten entdeckten. Wir stehen am Anfang des mobilen App-Internets.

Wie seid Ihr auf die Idee zu Xyo gekommen?

Wir Gründer haben zusammen über 20 Jahre Erfahrung in der Mobile-Industrie. Wir haben uns im Herbst 2010 zusammengesetzt, um einen Monat lang Ideen auszuprobieren. In der dritten Woche hatten wir einen Vertrag mit einen großen Konzern für ein Analytics-Produkt, welches unsere Rechnungen bezahlte. Im Dezember 2010 hatten wir dann eine sehr einfache Version der App-Suchmaschine, die uns faszinierte.

Wie will Xyo die Geschmäcker der Nutzer erraten?

Das ist vielleicht die beste Frage, die Ihr uns stellen könnt. Einige Leute sind uns gegenüber skeptisch und fragen, wie wir gegenüber Apple und Google bestehen können. Dabei ist Facebook in den letzten neun Monaten aus dem Nichts zum größten Appwerbedienst – vor Apple und Google – aufgestiegen. Der Grund: Sie sind viel besser im Geschmäcker-der-Nutzer-Erraten. Apps sind nur der Anfang.

Für uns ist Geschmäcker-Erraten ähnlich wichtig. Dazu haben wir in den letzten drei Jahren mehrere neue Ansätze entwickelt. Vom Nutzerverhalten möchte man mit ein-zwei Klicks den App-Typ eines Users erraten. Ein anderer Ansatz ist, anonyme App-Persona von Usern aufgrund von sozialen Daten zu schaffen. Xyo „sieht“ tausende App-Persona. Die wahre Vielfalt, wie Menschen Apps tagtäglich nutzen, ist atemberaubend.

Wie hat sich das Produkt seit Gründung entwickelt und was habt ihr innerhalb des kommenden Jahres vor?

Am Anfang haben wir Reports zur App-Economy verkauft, um unsere innovative App-Suche zu finanzieren. Dieser Service wird von Priori Data weiter geführt. 2013 wollen wir, dass viel mehr Partner unsere Appsuche in ihren Portalen oder Apps integrieren. Zusätzlich haben wir gerade unseren neuen Ansatz zum App-Marketing vorgestellt: Für jede App kennt Xyo die richtigen Suchanfragen und Kontexte, in denen diese App für User besonders interessant ist. In diesen Kontexten können unsere Partner Werbung schalten.

Welche Tipps gebt Ihr jungen Gründern nach Euren eigenen Erfahrungen mit auf den Weg?

Anzeige
Viele Jungunternehmer pitchen Ihre Ideen „zu klein“, sehr oft aus Bescheidenheit. Wie groß kann eine Idee sein, wenn man nicht 500.000 Euro, sondern 20 Millionen Euro bekommt? Kann man sich die Idee als Firma mit 100 Mitarbeitern vorstellen? Dieses Gedankenspiel hilft einem Gründer sehr. Wir haben selbst eineinhalb Jahre lang gebootstrapped. Bescheidenheit ist löblich. Wenn man aber VC-Gelder aufnehmen will, muss man VCs überzeugen, dass dies eine große Firma sein kann.

Bild: Xyo