Auch für Männer geeignet: Yoga am Arbeitsplatz

Ein Beitrag von Karen Naumann, studierte Psychologin und Karrierecoach. Sie arbeitet in Berlin für eine internationale Business School im Bereich Career Services und schreibt auf ihrem Blog Yogilation.

Neue Herausforderungen – im Yoga wie im Job

Yoga wird von Tag zu Tag beliebter. Es scheint fast so, als würden jeden Tag neue Arten von Yoga aus dem Boden sprießen – einschließlich neuer Figuren, neuer Innovationen, Ziele und neuer Chancen, daran zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Immer neue Herausforderungen, klingt ja wie der Alltag in einer Firma! Warum also sollte man das eine nicht mit dem anderen kombinieren?

Die Forschung beschäftigt sich immer mehr mit Yoga und seinen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, das Wohlbefinden, die Konzentration und die Gesamtleistung von Menschen. Viele Arbeitgeber haben die damit einhergehenden Vorteile bereits erkannt und eine Yoga-Praxis in den Arbeitsplatz integriert. Als Mittel zur Steigerung der Zufriedenheit und Verringerung der Krankmeldungen, sowie der Verbesserung von Teamgeist, Leistung, Innovation und Motivation des wichtigsten Teils ihres Geschäfts: der Mitarbeiter.

Wer schon einmal darüber nachgedacht hat, einen Yogakurs am eigenen Arbeitsplatz anzubieten oder auszuprobieren, bekommt hier fünf überzeugende Gründe geliefert, warum diese Option ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte:

1. Yoga verbessert das Wohlbefinden und Bewusstsein

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Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Yoga eine heilende Wirkung hat und das allgemeine Wohlbefinden steigert. Heutzutage fordert leider ein Großteil der Jobs, den ganzen Tag viel zu sitzen, was nicht selten zu Nackenverspannungen, Schmerzen oder sogar Herz-Kreislauf-Störungen führt. Dies erhöht die Anzahl von krankheitsbedingten Ausfällen enorm und kann dann und wann auch Operationen oder lange Rehabilitationszeiten nach sich ziehen.

Wöchentliche Yoga-Kurse würden nicht nur Schmerzen lindern oder deren Entstehen verhindern, es kann auch die Krankmeldungen und zwischenmenschliche Konflikte verringern, indem die allgemeine Stimmung der Mitarbeiter und ihr Wohlbefinden auf lange Sicht verbessert werden.

2. Yoga verringert Stress und verbessert die Konzentration

Jeder von uns erlebt Stress in der einen oder anderen Form, egal, ob wir berufstätig sind oder nicht. Gerade in stressigen Zeiten neigen wir jedoch eher dazu, Fehler zu machen, etwas zu vergessen oder zu Überreaktionen. Wir schaffen dort Konflikte, wo eigentlich keine sind. Der amerikanische Journalist Sydney J. Harris sagte einmal: „The time to relax is when you don’t have time for it.“

Yoga ist einer der effektivsten Wege, um Stress abzubauen, sich neu zu fokussieren, im Hier und Jetzt zu sein und die Kontrolle über unseren Atem zurückzugewinnen. Achtsamkeit ist eine Tugend, die wirklich jeder lernen kann. Nach nur einer Stunde Yoga werden Mitarbeiter ausgeglichen, konzentriert, wach und voller Tatkraft wieder an ihren Schreibtisch zurückkehren.

3. Yoga verstärkt den Teamgeist

Bei einem Yoga-Kurs kommen Mitarbeiter aus allen Abteilungen eines Unternehmens zusammen. Egal, ob Yogaliebhaber oder -neuling oder einfach nur jemand, der nach Möglichkeiten sucht, sich etwas zu bewegen – alle kommen in einem Kurs zusammen, lernen sich kennen und lernen außerdem, sich gegenseitig zu unterstützen. Auf diese Weise werden Gemeinschaftsgefühl und Teamgeist geschaffen und gestärkt.

In vielen Unternehmen wird, meist ohne es zu wissen oder aktiv wahrzunehmen, zwischen unterschiedlichen Abteilungen eine gewisse Anonymität geschaffen. Doch während eines Yoga-Kurses ist jeder ein Yogi und herausgefordert, die gleichen Positionen zu halten – welchen Jobtitel jemand innehat, ob Head-of, Junior Manager oder Praktikant, wird völlig nebensächlich.

Yoga-Lehrer und Autor Frank Boccio beschrieb diesen Umstand einmal so: „When you stop and really look, you see that you are supported continuously in literally countless ways. This is the highest wisdom of yoga, the truth of inter-being, of no separation.“

4. Yoga erhöht die Produktion und Innovation

Wie oft bleiben wir lange im Büro, ohne wirklich produktiv zu sein? Es ist fast ironisch zu denken, dass man innovativ sein und sein Unternehmen in eine bestimmte Richtung bewegen könnte, ohne sich selbst zu bewegen. Yoga dehnt nicht nur die Muskeln, es „streckt“ auch den Geist und die Denkprozesse. Viele Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass Yoga ein Workout ist. Tätsächlich ist Yoga aber eine Art der Mediation, ein Hilfsmittel zur Steigerung der Konzentration und Gedankenkontrolle.

Wer hat so einen Moment noch nicht erlebt: Man starrt nur noch auf den Computerbildschirm, ohne irgendeinen Fortschritt in den anstehenden Aufgaben zu erzielen. Genau in diesen Zeiten verlangt der Körper nach Bewegung: „Los geht’s! Aufstehen und etwas laufen, ich brauche neue Stimuli!“ Also, aktiviere deinen Kreislauf, bring deine Blutzirkulation wieder auf Touren! Yoga ist eine Möglichkeit dafür.

5. Yoga steigert die Motivation

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Wie fühlt man sich, nachdem man sich ausgiebig gestreckt hat oder von einem langen Spaziergang oder einer Radtour zurückkommt? Nun, Bewegung ist der Schlüssel zu unserem Wohlbefinden. Die häufigste Beschwerde der arbeitenden Bevölkerung ist ein Mangel an Zeit für Sport oder mehr Bewegung als nur zur Kantine und zurück. Nur sehr engagierte und motivierte Menschen gehen am frühen Morgen noch vor der Arbeit oder am späten Abend, nachdem sie ihre Kinder ins Bett gebracht haben, ins Fitnessstudio. Die anderen haben häufig ein schlechtes Gewissen wegen der fehlenden Bewegung. Auf lange Sicht kann diese Unzufriedenheit Druck und Angstgefühle entstehen lassen.

Durch das Angebot eines Yoga-Kurses in der Mittagspause haben Mitarbeiter die Chance, einen Haken hinter den Punkt „sportliche Betätigung“ ihrer To-Do-Liste zu machen. Dies nimmt Anspannung weg und steigert das Wohlbefinden doppelt. Der Angestellte fühlt sich durch dieses Angebot von seinem Arbeitgeber geschätzt, in großem Maße unterstützt und motiviert, anstehende Aufgaben energiegeladen zu erledigen. Der Dank: Loyalität fürs Unternehmen. Wenn das keine Win-Win-Situation ist, was sonst?

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