„Zu viele Events“, sagt Yossi Vardi. Dennoch scheut er die Bühnen der internationalen Tech-Szene nicht. Wie etwa hier bei der LeWeb 2011.

Die Bilanz von Yossi Vardi ist beachtlich. Mehr als 80 Startups hat er in den vergangenen 46 Jahren auf den Weg geholfen. Sein bekanntester Erfolg als Investor bleibt aber die Gründung seines Sohnes Arik. Dieser hatte ICQ gestartet, als das Internet gerade erst geboren war – und verkaufte den Messaging-Dienst 1998, nach nur 19 Monaten Geschäftstätigkeit, für 400 Millionen Dollar an den US-Internetriesen AOL. Mittlerweile sind es wohl mehrere Generationen von Gründern, die sich von Vardis Erfolgen haben inspirieren lassen. Er wird der „Godfather“ von Israels Tech-Szene genannt.

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Zu Kopf gestiegen ist Yossi Vardi der Erfolg nicht. 2010 verlieh ihm eine von Israels führenden Zeitungen den Titel des am schlechtesten angezogenen Mannes des Landes. Und er ist nahbar geblieben. Ich solle ihn einfach bei einer Veranstaltung mit seinen „Garage Geeks“ treffen, hatte Yossi Vardi per Mail geschrieben. Also mache ich mich an einem Montagabend in Tel Aviv auf den Weg zur Universität, wo die Geeks ihre Treffen gerne abhalten. Der Saal, in dem das Ganze statt findet, ist dunkel und sparsam eingerichtet, das Halogenlicht knallt hart von der Decke. Etwas unmotiviert wurden Plastikstühle in einer Ecke aufgestellt, auf einem sitzt der Vorzeige-Investor.

Vardi organisiert viele Events. Zu viele, wie er sagt. „Yossi Vardi and the Garage Geeks“ haben heute hochrangigen Besuch: Eine Delegation des US-Verlagshauses Hearst ist zu Gast und beantwortet die Fragen der rund 40 anwesenden jungen Gründer. Den Tag hat der 73-jährige Vardi seit dem frühen Morgen in Meetings verbracht, am nächsten Morgen will er um vier Uhr am Flughafen sein, um nach München zu fliegen.

Jetzt, am Montagabend in Tel Aviv, merkt man Vardi zwar den langen Tag, noch mehr aber die Begeisterung für die Szene und ihre Menschen an. Die hat ihn zu Höhen und Tiefen geführt. Zwei dutzend Unternehmen hat er verkauft, an Ebay, Microsoft, Cisco, auch IPOs waren dabei. Dann die „andere“ Seite: 27 der von ihm unterstützten Startups sind gescheitert. „Das war nicht so schön, aber es ist Teil des Geschäfts“, sagt er. Mehr als 30 aktive Beteiligungen hat er heute noch, darunter Vorzeigeunternehmen wie das Trafficanalyse-Tool SimilarWeb. Wichtig sei ihm nun insbesondere, sich für die jungen Unternehmen um das weitere Funding zu kümmern.

Im Interview verrät Vardi, wie sein Sohn ihn zum Internet-Investor gemacht hat, was einen guten Gründer ausmacht – und wie er zu PowerPoint-Präsentationen steht.

Weiter zum Interview mit dem Vorzeige-Entrepreneur…

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von LeWeb14

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