Zalando Kinnevik

Zalando: Kinnevik, übernehmen Sie!

Der Zalando-Gesellschafter Investment AB Kinnevik hat eine Option auf zusätzliche Anteile an Zalando (www.zalando.de) ausgeübt und erhöht seine Beteiligung um 3,5 Prozent. Damit hält Kinnevik an dem Berliner E-Commerce Unternehmen 29,3 Prozent direkt und weitere 8,7 Prozent indirekt über Rocket Internet, den Inkubator der Samwer-Brüder – die Gesamtbeteiligung addiert sich damit auf 38 Prozent. Der Wert des jüngsten Pakets wird auf 100 Millionen Euro beziffert.

Die Option war Bestandteil des Anteilerwerbs im Oktober 2012, im Rahmen dessen der schwedische Investor seine Beteiligung um zunächst zehn Prozent erhöht hatte. Die zusätzlichen 3,5 Prozent übernimmt der Geldgeber jetzt zu den damaligen Konditionen. Abgegeben werden die Anteile wie auch bei der vorhergegangenen Transaktion von Holtzbrinck Ventures, Tengelmann Ventures und Rocket Internet. In den kommenden drei Wochen soll die Transaktion abgeschlossen werden.

Ebit-Marge bei minus acht Prozent

Für das Jahr 2012 hatte Zalando einen Nettoumsatz von 1,15 Milliarden Euro vermeldet und angegeben, in der Kernregion DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz) ein ausgeglichenes Ergebnis (EBIT) erreicht zu haben. Darüber hinaus ist betreibt der Fashion-Versender Onlineshops in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Polen. Insgesamt schloss der Online- Händler das Geschäftsjahr 2012 mit einer im Vergleich zu den Vorjahren kontinuierlich verbesserten EBIT-Marge von minus acht Prozent des Umsatzes ab, im Vorjahr waren es noch minus zwölf Prozent.

Zalando Umsatz 2012

In den vergangenen Monaten konnte Zalando namhafte Investoren für sich gewinnen. Neben den kontinuierlichen Kinnevik-Aufstockungen stieg etwa die Wall-Street-Bank J.P. Morgan bei dem Unternehmen ein. Um seinen Kapitalhunger zu sättigen – und sicherlich auch um die Eigenkapitalrendite zu verschönern –, hatte das Jungunternehmen im vergangenen Herbst auch auf 40,7 Millionen Euro Fremdkapital zurückgegriffen.

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„Anlaufverluste nehmen wir in Kauf, sie sind Teil unserer Strategie beim Eintritt in neue Märkte. Entscheidend ist, dass sich die Margen bereits in allen Regionen aufgrund des zunehmenden Kundenstamms und wachsender Effizienz positiv entwickeln“, hatte Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter erläutert.

Mit teuren Werbekampagnen – etwa dem von Jung von Matt ausgearbeiteten Slogan „Schrei vor Glück!“ – konnte sich Zalando schnell einen Namen machen. Zuletzt investierte das Unternehmen verstärkt in die eigene Logistik und die IT. Vorwürfe etwa hinsichtlich unwürdiger Arbeitsbedingungen in einem der Großlager hatten in letzter Zeit allerdings am Image gekratzt.

Bildmaterial: Zalando; Titelbild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von graeme_newcomb
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