Zalando Payment Payone

Erst im Juli dieses Jahres eröffnete Zalando einen Technologie-Standort in Dortmund, in dem womöglich die Entwicklung eines eigenen Paymentansatzes vorangetrieben wird. Will Zalando mehr von seiner Marge behalten und setzt nach Teilen der Logistik nun auch die Bezahlinhalte selbst um?

Zalandos externe Paymentlösungen

Ein Tippgeber verriet gegenüber Gründerszene, dass der Online-Versender Zalando (www.zalando.de) seine Entwicklerteams in Dortmund vor allem auf die Erstellung einer eigenen Paymentlösung im Stile von Payone (www.payone.de) ansetzen würde, um so weniger von seiner Marge für die Gebührenlegung der Onlinebezahlung zu verlieren. Bisher bietet Zalando die die Zahlarten Vorkasse, Kreditkarte, Rechnung und Paypal an und greift dabei auf Payone als Dienstleister zurück.

Gegenüber Gründerszene bestätigte das Unternehmen, dass man kontinuierlich daran arbeite, die eigene Technologiebasis zu verbessern: “Im Rahmen dieser Weiterentwicklung wird unter anderem auch das Payment-System an die sich stets verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Hier verwenden wir einen Mix aus selbst entwickelter Software und etablierten Angeboten von Dienstleistern.” Gleichwohl gebe es keine Ansätze, diese Strategie “in nächster Zeit zu ändern oder die Zusammenarbeit mit Payone zu beenden”. Was unter “in nächster Zeit” zu verstehen ist, wollte das Unternehmen dabei genau so wenig kommentieren, wie mögliche Einsatzgebiete der entstehenden Eigenentwicklung.

Payone unterstützt Shops bei der sicheren Abwicklung von Online-Zahlarten mit einem integrierten Risk-Management-Service. Dabei werden die Zahlarten wie Lastschrift, Kreditkarte, Sofortüberweisung oder PayPal von den Kielern unterstützt. Dafür werden neben entsprechenden Einrichtungsgebühren auch Kosten für die monatliche Bereitstellung sowie Transaktionsgebühren erhoben. Im Paymentbereich ist es je nach Sement und Anbieter durchaus auch üblich, prozentuale Gebühren der Verkaufssumme zu erheben.

Ein Zalando-Payment ist wirtschaftlich sinnvoll

Eine selbst umgesetzte Bezahllösung dürfte für Zalando angesichts seiner enormen Reichweite und den so getätigten Umsätzen also sehr sinnvoll sein und lässt die Margen für die Berliner weiter steigen. Insbesondere wenn Zalando weiter vermehrt auf Eigenmarken setzt, partizipiert der Onlineshop umfangreicher an den gemachten Umsätzen. Bei einer halben Milliarde Umsatz könnten sonst ausgehend von ein bis zwei Prozent Paymentgebühren zwischen fünf und zehn Millionen Euro anfallen, die Zalando an externe Dienstleister ausgibt.

Auch Rocket Internet (www.rocket-internet.de), der Inkubator der Samwer-Brüder Alexander, Marc, Oliver setzt dieser Tage vermehrt auf Payment. Neben ihrem Mobile-Anbieter Payleven (www.payleven.de) haben die Zalando-Macher mit Paymill (www.paymill.de) auch einen eigenen Online-Payment-Dienst ins Leben gerufen. Vermutlich arbeiten die einzelnen Rocket-Gründungen jedoch als eigene unabhängige Entitäten, sodass Zalando eher eine eigene Lösung umsetzt, anstatt auf einen Rocket-Dienstleister zu setzen. Mit seiner Größe dürfte Zalando aber auch ohnehin die Verhältnisse von Paymill deutlich überschreiten.

Mitarbeit: Alex Hofmann

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