Die Zalando-Spitze kann sich über schwarze Zahlen freuen

Bei Zalando lief nicht immer alles rund. In der Vergangenheit wurde der Modehändler wegen schlechter Arbeitsbedingungen seiner Lagerarbeiter kritisiert. Auch die Zahlen konnten zuletzt nicht richtig überzeugen. Zwar steigerten die Berliner ihren Umsatz massiv – aber zu Lasten der Profitabilität: Für das dritte Quartal 2015 verbuchte der Modehändler deshalb tiefrote Zahlen.

Zalando hatte diese Ausgaben nach eigener Aussage bewusst geplant: Verantwortlich für die höheren Einbußen waren Investitionen etwa in die Logistik und in die „Mobile- und Plattformstrategie“ des Unternehmens. Außerdem erhöhten sich die Marketingausgaben für die Apps.

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Die Strategie scheint sich nun zunächst bewährt zu haben. Für Zalando geht es wieder bergauf, wie die neuen vorläufigen Quartalszahlen zeigen. Trotz eines warmen Winters lief das Weihnachtsgeschäft gut. Der Konzernumsatz steigerte sich im vierten Quartal um bis zu 31 Prozent auf maximal 872 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es noch 666 Millionen Euro. Der Umsatzsprung wirkt sich auch positiv auf das bereinigte Ebit aus, das zwischen 61 und 78 Millionen liegen soll. Im MDax kletterte die Aktie dadurch deutlich nach oben, auf zwischenzeitlich 32 Euro (Stand: 10:30 Uhr).

Für das Gesamtjahr bedeutet das einen Umsatz von knapp drei Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von immerhin 100 Millionen Euro. „Weiterhin klar profitabel“, nennt Zalando das. 2014 machte der Konzern einen Umsatz von etwas über zwei Milliarden Euro bei einem bereinigten Ebit von 81,9 Millionen Euro.

Auch in anderen Bereichen scheint es Verbesserungen zu geben. Für das Logistikzentrum in Erfurt bescheinigt der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dem Händler Fortschritte bei den Arbeitsbedingungen, schreibt der Focus. Zum einen liege das an den gewählten Arbeitgebervertretungen, zum anderen sei der Anteil der Mitarbeiter mit befristeten Verträgen auf 42 Prozent gesunken. Zwar sehe Ramelow noch nicht alle Probleme gelöst, habe aber den Eindruck, Geschäftsführung und Betriebsrat stellten sich den Problemen und gingen offen damit um, so der Ministerpräsident gegenüber der dpa.

Das positive Image und die schwarzen Zahlen dürften auch die Samwers freuen. Sie machten zuletzt im Dezember Kasse bei Zalando und halten jetzt noch knapp zehn Prozent der Anteile. Sie brauchen gute Nachrichten, da Rocket Internet derzeit unter anderem wegen des verschobenen Börsengangs von HelloFresh an der Börse schwächelt. In den vergangenen Tagen erreichte die Rocket-Aktie neue Rekord-Tiefs.

Bild: Zalando