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Auch Daimler testet autonome Fahrzeuge

Google lässt selbstfahrende mit Kameras bestückte Fahrzeuge quer durch die USA fahren, Uber plant in Zukunft seine Fahrgäste in vollautomatisierten Autos an den gewünschten Zielort zu liefern, zuletzt hat der Pizzalieferant Dominos angekündigt, die Kunden schon bald mit fahrerlosen Autos zu beliefern. Die Vorteile der Technologie für die Unternehmen liegen auf der Hand: Sie sparen sich die Personalkosten.

Aber wie sieht es mit den Verbrauchern aus? Würden sich Menschen hierzulande dafür interessieren, in einem selbstfahrenden Auto zur Arbeit oder zum Supermarkt chauffieren zu lassen? Generell lässt sich diese Frage positiv beantworten, wie eine Umfrage der Managementberatung Detecon in Zusammenarbeit mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ergeben hat.

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Zwei Drittel der 18 bis 29 Jährigen können sich vorstellen, autonom fahrende Fahrzeuge zu nutzen. Warum auch nicht? Schließlich wird bei diesem futuristisch anmutenden Auto die Fahrzeit zur Freizeit. Statt am Steuer sitzt man auf der Rückbank und kann sich anderweitig beschäftigen. So die naheliegendste Erklärung.

Tatsächlich können sich aber nur wenige vorstellen, während einer solchen Fahrt völlig abzuschalten. Nur die Hälfte aller Befragten würde sich die gewonnene Zeit mit Handy und Internet vertreiben. Nach jahrzehntelangen Kampagnen sind Autofahrer in Deutschland darauf programmiert, im Straßenverkehr die Augen aufzuhalten. Dementsprechend können sich nur noch Wenige vorstellen, die Fahrzeit sogar zur Arbeitszeit zu machen. Nur noch ein Viertel würden in der Zeit ihrer Arbeit nachgehen, selbst wenn sie dafür bezahlt würden.

Viele Leute wollen die Kontrolle über ihr Auto haben, wenn sie fahren: 65 Prozent sieht ein Sicherheitsrisiko in der Nutzung der Fahrzeuge. Etwa dieselbe Anzahl fürchtet, dass das Auto gehackt werden könne. Gerade Autobesitzer können sich kaum vorstellen, die Lager zu wechseln und nicht mehr selbst zu bestimmen, wann im Auto Gas gegeben wird.

Das alles scheinen jedoch Vorbehalte zu sein, die vor allem darin wurzeln, dass die Technologie neu ist. Denn neben dem hohen Interesse an autonom fahrenden Autos würden drei Viertel aller Befragten autonom betriebene Fahrzeuge in Carsharing-Modellen sofort benutzen. Es scheint fast so, als wenn die Bedenken nur dem möglichen Kauf eines solchen Autos gelten würden.

Die Studie ist also ein Signal an die Automobilriesen wie BMW, Daimler und Co. Wer in Zukunft Carsharing-Angebote auf autonom fahrende Vehikel ausweitet, hat gute Chancen, die Technologie irgendwann auch serienmäßig verkaufen zu können. Denn wenn autonomes Fahren erstmal in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, werden viele Menschen ein solches Auto auch kaufen wollen.

Bild: Daimler