Der Autobauer arbeitet künftig mit einem Team im Betahaus

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat es auf der Automesse IAA der versammelten Weltpresse klar gemacht: Der Konzern wird zu einem digitalen Mobilitätsdienstleister umgebaut. Schon seit einigen Jahren experimentiert der Konzern mit neuen Geschäftsideen und baut sein Management um. Die neueste Idee des Autobauers: Langjährige Daimler-Mitarbeiter und erfahrene Freelancer aus der Berliner Startupszene arbeiten zusammen in einem Co-Workingspace.

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Nach den Auswahltagen im August hat Daimler nun im Berliner Betahaus Räume angemietet. Das Projekt trägt den Namen Peninsula, also Hablinsel, und genauso soll es auch funktionieren. Die Büros in Kreuzberg sind eine Art Verlängerung der Daimler-Zentrale in Stuttgart. Ein Team aus zehn Mitarbeitern werkelt an Lösungen für Transport und Warenbeförderung. „Im Fokus steht dabei die weitere Digitalisierung des Geschäftsbereichs Mercedes-Benz Vans“, erklärt Wilfried Porth, Personal und Arbeitsdirektor, aus dem Geschäftsbereich IT & Mercedes-Benz Vans.

Das Peninsula-Team wird zwar von Daimler-Mitarbeitern geführt, soll aber unabhängig von den Konzernstrukturen agieren. Neu ist die Idee der Inselbildung nicht. Seit 2010 haben einige große Unternehmen die Lean-Startup-Methode angewandt. Dabei bauen kleine, isolierte Teams innerhalb kurzer Zeit Prototypen oder präsentieren neue Geschäftsmodelle direkt dem Vorstand – ohne den Umweg durch die Konzernstrukturen gehen zu müssen.

Die Ideen sind meist nur hypothesenbasiert, sollen aber die Denkweisen innerhalb eines Konzerns öffnen. Daimler hat Erfahrung mit dieser Art der Entwicklung. Nachdem der Konzern in den USA ein neues Trackingdevice entwickelt hatte, entstand der Dienst BoostbyBenz, ein erfolgreicher privater Transportdienst für Kinder. Daimler betreibt den Dienst seit zwei Jahren in San Francisco. Ähnliche Impulse versprechen sich die Konzernlenker auch vom Peninsula-Team.

Bild: Daimler AG