Übernimmt ab 2017 den Bereich Forschung & Entwicklung bei Daimler: Ola Källenius

Der bisherige Vorstand für Mercedes-Benz Cars Vertrieb innerhalb der Daimler AG, Ola Källenius, wird ab dem ersten Januar 2017 den Bereich Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung von Dr. Thomas Weber übernehmen, der den Posten seit 2004 inne hat. Weber scheidet nach Angaben des Konzerns auf eigenen Wunsch aus und wird weiter als Berater für das Unternehmen tätig sein.

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 Überraschend kommt der Wechsel an der Spitze nicht, schon im letzten Jahr kamen Gerüchte auf, dass Weber seinen Vertrag nicht mehr verlängern würde. Der Schwede Källenius gilt intern als möglicher Nachfolger des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche, der wahrscheinlich 2019 aus seinem Amt scheiden wird. Interessant ist, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens ein ausgebildeter Manager den Posten des Chefentwicklers bei Daimler übernimmt. Källenius kommt aus dem Bereichen Management, Finance und Vertrieb und hat keine Ausbildung als Techniker oder Ingenieur.

Gleichzeitig macht der Vorsitzende des Daimler-Aufsichtsrates Manfred Bischoff klar, dass der Bereich Forschung & Entwicklung zu einer der zentralen Abteilungen des Unternehmens geworden sei. Er gehöre zu den beiden Schlüsselbereichen, wenn man weiter an der Spitze stehen wolle. Dass Källenius kein Ingenieur sondern ein Manager ist, zeigt, dass der Konzern die Abteilung Forschung & Entwicklung neu aufstellen und tiefer integrieren möchte. Hier sind künftig weniger Technik- und mehr Management-Qualitäten gefragt.

Vor allem die Bereiche Elektromobilität und alternative Antriebe benötigen einen kräftigen Schub um auf Augenhöhe mit der Konkurrenz zu bleiben. Der bisherige Vorstand Dr. Thomas Weber bekräftige in einem Interview mit der Gründerszene vor wenigen Wochen, dass man sowohl in die Akku-Forschung, als auch in die Brennstoffzelle weiter investieren wolle.

Ein weiteres Feld, auf dem Mobil-Hersteller unter Druck sind, ist die Vernetzung des Fahrzeugs. Apple und Google haben ihren Angriff auf das Zentralhirn der Fahrzeuge schon gestartet, weitere Konkurrenz wird nicht auf sich warten lassen. Vielen Herstellern, auch Daimler, fehlt es an offenen Schnittstellen, über die Entwickler und Startups neue Ideen und Produkte einfließen lassen zu können. Dagegen hat BMW gerade durch die Kooperation mit IFTTT einen Vorteil in diesem Bereich erlangt. Die Aufgabe, Daimler in diesen Bereichen voran zu treiben, wird für Ola Källenius sicher nicht einfach.

Bild: Daimler AG