Die beiden Entwickler Mario d’Agostino und Massimo Naddeo von EProInn.

Es klingt nach einem komplizierten Eingriff. Wie soll man ein Fahrzeug mit einem normalen Verbrennungsmotor in ein modernes Auto umwandeln, das über einen zusätzlichen Elektro-Antrieb verfügt? Die Autoindustrie nennt derartige Fahrzeuge „Hybride“ und lässt sich die Technik mit einigen tausend Euro Aufpreis bezahlen. Ein italienisches Startup namens EProInn hat nun einen relativ einfachen Nachrüstsatz entwickelt, der nicht mal 3.000 Euro kosten soll.

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EProInn steht für Energy and Propulsion Innovation und das Startup stammt von der Universität von Salerno, wo man die grundsätzliche Technologie entwickelt hat. Das HySolarkit getaufte System wurde dort erdacht und zur Serienreife gebracht. Ganz unkompliziert ist die Sache nicht. Zum Umbaukit gehören ein Akku, zwei spezielle Elektromotoren, die in die Hinterräder eingebaut werden, zwei Solarpanel und jede Menge Elektronik. Im Prinzip werden die beiden Elektromotoren an der Hinterachse installiert und sorgen dort für den nötigen Vortrieb. Es gibt ein zentrales Steuerungssystem, das über den Diagnoseanschluss des Fahrzeugs mit der Motorsteuerung des Antriebs verbunden wird.

Das Hybrid-System kennt drei verschiedene Zustände. Antrieb, Hilfsantrieb und Laden. Man kann den Motor zum Aufladen des Akkus verwenden, was aber energetisch wenig Sinn ergibt. Besser ist es wohl, die mitgelieferten Solarpanels zu nutzen. Da die Leistung der Batterie eingeschränkt ist, kommt man mit einer reinen Elektrofahrt nur wenige Kilometer weit. Das System soll aber den Gesamtverbrauch des Fahrzeugs senken, die Hersteller sprechen von bis zu 25 Prozent Einsparung.

Einen Prototypen hat EProInn schon hergestellt, das Startup ist zur Zeit auf der Suche nach einem Investor aus der Industrie, der die Finanzierung einer ersten Kleinserie übernimmt. Der Preis des HySolarKit klingt attraktiv, allerdings dauert es schon etwas, bis man über den reinen eingesparten Spritverbrauch die Investitionskosten wieder eingefahren hat. Hilfreich wäre es sicher, wenn es Steuererleichterungen für umgebaute Fahrzeuge geben würde. Dann würde sich hier durch den riesigen Bestand an Fahrzeugen in der EU ein großer Markt auftun.

Bild: EProInn