Mehr gibt es vom neuen Faraday E-Auto noch nicht zu sehen

Eine Milliarde US-Dollar, hochkarätige Manager von BMW und Tesla – und das Versprechen, die Autoindustrie umzukrempeln: Der neue Hersteller Faraday Future versteht sich in guter PR. Denn bislang war nicht viel bekannt, bis auf die Informationen, die das Unternehmen aus Kalifornien per Presseerklärungen in die Welt posaunte. Doch nun hat Nick Sampson, Leiter der Forschung und Entwicklung von Faraday, dem Handelsblatt einen ersten Einblick in das Geschäftsmodell des Unternehmens gegeben.

Anzeige
So spricht Sampson davon, dass man das erste – noch unbenannte – Modell von Faraday vielleicht gar nicht kaufen müsse. „Stellen Sie sich vor, Sie besitzen ein Auto nicht mehr, sondern kaufen nur ein bestimmtes Mobilitätsguthaben pro Monat“, deutete er im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung an. Das Unternehmen habe zudem Erlösmodelle geplant, die auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Faraday-Kunden zugeschnitten seien. Dies könnten beispielsweise zusätzliche Streamingsdienste für Filme oder Musik sein. Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass die Daten der Kunden auch Drittanbietern zur Verfügung gestellt werden. „Für Starbucks wäre es gut zu wissen, wer zu welcher Zeit auf welchen Straßen unterwegs ist. So könnte das Unternehmen bestimmen, an welcher Straßenecke eine Filiale den meisten Sinn ergeben würde“, so der Manager.

Was genau Faraday am Ende plant, bleibt jedoch nebulös. Ein Carsharing-System? Ein komplett neues Elektroauto, das Tesla in den Schatten stellt? Auf der Consumer Electronics Messe im Januar will das Unternehmen seine Pläne konkretisieren. Eventuell soll ein erster Prototyp zu sehen sein, das geplante Fahrzeug könnte schon 2017 erhältlich sein. Ein ambitionierter Plan, denn die Fabrik befindet sich noch nicht einmal im Bau. Immerhin hat das Unternehmen angekündigt, dass die Produktionsstätte in der Nähe von Las Vegas entstehen soll, in der Nähe der Gigafactory von Tesla.

Angesichts der wenigen offiziellen Informationen gibt es jede Menge unbestätigter Gerüchte. Gegenüber Gründerszene erwähnte ein Informant, dass der Preis des Fahrzeugs von Faraday im Bereich von um die 30.000 Dollar liegen soll. Bestätigt ist mittlerweile, dass das Geld des Unternehmens vom chinesischen Milliardär Jia Yueting stammt, dessen Unternehmen LeTV seit einiger Zeit massiv in den Bereich Mobilität investiert.

Bild: Faraday Future