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Das Freighthub-Team: Erik Muttersbach, Ferry Heilemann, Michael Wax und Fabian Heilemann (v.l.)

Das erst im Juli gegründete Speditionsstartup FreightHub hat in seiner ersten Finanzierungsrunde drei Millionen US-Dollar eingesammelt. Hinter dem Unternehmen stehen die Heilemann-Brüder, Gründer sind neben Ferry Heilemann noch Erik Muttersbach und Michal Wax. Unter den neuen Kapitalgebern finden sich namhafte VCs wie Global Founders Capital, der Fonds von Rocket Internet, sowie Cherry Ventures aus Berlin.

Der Rocket-Fonds investiert in letzter Zeit aktiv und ist unter anderem an dem Münchner HR-Startup Personio, der Hamburger Immobilienplattform Hausgold und dem krisengebeutelten Umzugs-Unternehmen Movinga beteiligt. Der Szene-VC Cherry Ventures, hinter dem ehemalige Zalando-Manager stecken, hat bereits in den Online-Sexshop Amorelie, Flixbus und den Concierge-Service GoButler investiert, der kürzlich den Dienst eingestellt hat.

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Außerdem sind die Investoren Cavalry Ventures, Saarbruecker21 und La Famiglia mit eingestiegen. Mitgründer und CTO Erik Muttersbach erklärt, davon verspreche man sich vor allem Kontakte in den Mittelstand und zu Verladern aus dem Speditionsmarkt rund um die Schifffahrt. Die Gründer geben an, dass sie weiterhin die Mehrheit der Anteile an ihrem Unternehmen halten. „Wir haben seit Anfang des Jahres an der Firma gearbeitet und bis jetzt alles aus dem Kreise der Gründer finanziert“, sagt CEO Ferry Heilemann. Es sei aber klar gewesen, dass man bald externes Geld brauche.

Mit dem Kapital soll einerseits das derzeit 20-köpfige Berliner Team weiter ausgebaut werden. Zudem wolle man das Produkt und die internen Prozesse verbessern.

Bei Freighthub geht es darum, Containertransporte in der See- oder Luftfracht komplett elektronisch abzuwickeln. Über den Online-Service können Kunden ihre Lieferungen buchen, verwalten und den Standort der Container verfolgen. Das Management-System ist seit zehn Wochen aktiv. Es gebe Partnerschaften mit 14 großen Reedereien, darunter Hamburg Süd, Maersk und Evergreen, so Ferry Heilemann.

Zusammenarbeit mit einem Rocket-Venture

Außerdem arbeite das Startup mit der Rocket-Spedition für Landwege, Instafreight, zusammen, heißt es. Bis vor kurzem nannte sich das Startup noch Instacargo. Man ergänze sich bei der Koordination der Frachtwege und vermittle auch Kunden untereinander, so Ferry Heilemann.

Die klassische Route: Asien-Europa-Transporte. Geld verdient FreightHub über eine Provision, die auf zehn bis 20 Prozent des Auftragsvolumens veranschlagt werde, so CCO Michael Wax. Bisher habe das Startup Kunden im hohen zweistelligen Bereich. Die Kunden verfrachteten bisher im Schnitt je zwei bis drei Container pro Transaktion. Das koste etwa 1.000 bis 1.500 Euro für einen Container. Für das Jahr 2017 wolle man fünfstellige Containerzahlen erreichen, schätzt Ferry Heilemann.

Auf dem deutschen Markt sind weitere Anbieter mit anderen Modellen unterwegs. TimoCom bietet beispielsweise eine europaweite Vergabeplattform für Transportaufträge, auf der nach eigenen Angaben täglich bis zu einer halben Million internationale Fracht- und Laderaumangebote eingestellt werden. Das Unternehmen wurde bereits Ende der 90er gegründet und beschäftigt 400 Mitarbeiter. Auch bei dem Kölner Startup Mycargorates können Kunden Angebote für den Frachtversand online vergleichen und zwischen den Speditionen wählen. Das Startup gibt an, 350 Kunden zu haben.

Orientiert hat sich FreightHub offenbar an dem US-Vorbild Flexport, in welches zum Beispiel Hollywood-Star Ashton Kutcher, Peter Thiels Founders Fund und Google Ventures investiert sind. Der deutschen Verkehrs-Zeitung zufolge habe der Vorreiter bereits über 600 Kunden, vor allem aus den USA, und wolle nun mit einem Büro in Amsterdam den europäischen Markt angehen.

Auf Nachfrage zu den Unterschieden zwischen den beiden Startups erklären die FreightHub-Gründer, sie wollten transparenter als das US-Vorbild sein. Man sei Teil dieser Evolution der Digitalisierung von Frachtwegen, die auch durch das 2013 gegründete Flexport angestoßen worden sei.

Bild: Freighthub