Connected-Cars

Ridesharing mit LaZooz soll die Städte entlasten

Eines der Hauptargumente der Taxilobby gegen Anbieter wie Uber lautet, dass die Gewinne der Unternehmen ins Ausland abwandern – und der deutsche Markt nicht davon profitiere. Außer Zweifel steht allerdings, dass die jetzige Form des individuellen Personentransports nicht mehr zeitgemäß ist. Aber wie kann man bargeldlose Transportmöglichkeiten schaffen, die gleichzeitig bequem und sicher sind?

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An dieser Stelle kommt die Blockchain-Technologie ins Spiel. Gründerszene hat die grundlegende Funktionsweise bereits erklärt. Zusammengefasst: Die Blockchain ist ein dezentrales Verifizierungssystem für Transaktionen, das niemandem gehört. Sie kann nicht manipuliert werden, weil die zu übermittelnde Information auf unterschiedlichen Servern, Computern oder Smartphones gelagert und verifiziert wird. Das ist praktisch für Geldtransaktionen, aber grundsätzlich lassen sich alle Informationen, die einen Wert beinhalten, so transportieren und verteilen.

Das israelische Startup LaZooz setzt nun beim Ridesharing auf die Blockchain – mit Einheiten, die sie Zooz nennt. Ist man angemeldet und fährt mit seinem Fahrzeug eine längere Strecke als 20 Kilometer, sammelt man Zooz ein. Die gesammelten Einheiten kann der Nutzer dann, wenn er eine Mitfahrgelegenheit sucht, wieder einlösen. Im Idealfall hat man auf diese Weise eine Ridesharing-App, die keinerlei Geldströme benötigt. Wie bei einem Taxi oder bei Uber kann man über die App nach Fahrgelegenheiten suchen.

Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch etwas: Das Startup, bislang ohne Finanzierung, versteht sich als Community-Projekt. In der ersten Phase können sich die Nutzer überall auf der Welt nur anmelden und Zooz sammeln, aber nicht ausgeben. Die Ridesharing-Freischaltung befindet sich in der Beta-Phase und kommt erst vollständig, wenn eine kritische Masse erreicht ist. LaZooz spricht von rund 10.000 Usern, die das System verwenden. Nun wird geprüft, in welchen Städten LaZooz die Ridesharing-Funktion freischalten kann.

Die Idee von einem Ridesharing-Service, der niemandem gehört und sich selbst organisiert, ist charmant. Weil das Unternehmen nicht kommerziell arbeitet und die Fahrer kein Geld im klassischen Sinne verdienen, umgeht LaZooz die meisten regulatorischen Probleme, mit denen sich zum Beispiel Uber herumschlägt. Allerdings muss das Unternehmen auch die Probleme lösen, die Uber ebenfalls hatte. Zum Beispiel: Wie sicher sind die Autos? Wie zuverlässig sind die Fahrer?

Spannend sind außerdem zwei Dinge an dem Startup. Zum einen ist es eines der ersten Unternehmen, das Blockchain außerhalb der Bitcoin-Währung einsetzt. Zum anderen zeigt es, dass man die Technologie für zukünftige Mobilitätskonzepte einsetzen kann. LaZooz kann auch im Rahmen einer kleinen Community oder Gemeinde eingesetzt werden. Orte, die kaum oder nur sehr schlecht an den ÖPNV angeschlossen sind, können ihre eigenen, lokalen Ridesharing-Angebote aufbauen. LaZooz liefert hierfür die nötige Technologie.

Bild: © panthermedia.net/Pavel Losevsky