Dr. Thomas Weber Vorstand der Daimler AG Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung

Es war nur kleiner Nebensatz, der aber viel Wirkung zeigen wird. Thomas Weber, Vorstand für Forschung und Entwicklung, erwähnte in seiner Keynote auf der CES 2016, dass bei Mercedes bereits im kommenden Jahr ein Auto mit Brennstoffzelle in die Serienproduktion gehen wird. Als Basis dient der SUV Mercedes GLC, der im letzten Jahr auf den Markt kam. Genauere technische Angaben machte Weber zum Auto nicht. Sicher ist aber, dass die Brennstoffzelle auf einem weltweit von allen Herstellern vereinbarten Standard basieren wird.

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 Für das neue Auto hat man eine komplett neue Brennstoffzelle entwickelt, die so kompakt ist, dass sie komplett in den Motorraum des SUV passt, während die Akkus in den Boden des Fahrzeugs verschwinden. In einem Interview mit Gründerszene sagte Thomas Weber, dass sich Daimler mit dem neuen Fahrzeug alle Optionen für Antriebskonzepte offen halten will. Es sei nicht klar, ob Fahrzeuge mit Akkus oder mit Brennstoffzelle am Ende die Nase vorne haben werden. Es sei aber wichtig, dass man auch die Brennstoffzelle weiterentwickeln würde. Mercedes hat die Brennstoffzellentechnologie seit den 90er Jahren gefördert. In den letzten Monaten haben aber vor allem die japanischen Hersteller die ersten Serienfahrzeuge mit Brennstoffzelle auf den Markt gebracht. Allen voran Toyota mit dem Mirai, der auch in Deutschland erhältlich ist.

Gleichzeitig will Mercedes die Elektrifizierung der Flotte weiter voran treiben. Man arbeitet an einer neuen Produktionsplattform für eine Flotte neuer Fahrzeuge, die ab 2018 auf den Markt kommen werden. Es werden vermutlich zwei SUV und zwei Limousinen sein, die bis 2020 verkaufsbereit sein sollen. Ebenfalls ausgebaut wird die Menge an Plugin-Hybriden. Fünf weitere Fahrzeuge werden es allein in diesem Jahr sein, man plant bis zu 25 Prozent der gesamten Flotte mit Hybriden auszustatten. Damit verfolgt Daimler weiter die von CEO Dieter Zetsche vorgegebene Route, die die Ablösung von Benzin- und Dieselmotoren vorsieht. Weber unterstrich diese Strategie mit der Aussage, dass man auf lange Sicht eine Fahrzeugflotte ohne Emissionen anstrebt.

Bild: Daimler AG