Sprich in die Hand – Microsoft redet mit dem Auto

Während Google und Apple schon seit Jahren Allianzen mit der Autoindustrie schmieden und erste Produkte auf dem Markt haben, hat sich Microsoft bisher kaum bemerkbar gemacht. Zwar hat das Unternehmen aus Redmond schon seit einer Weile eine Partnerschaft mit Ford, doch die bezieht sich auf die Bereitstellung des „SYNC“ Infotainmentsystems. Das basiert allerdings noch auf dem Betriebssystem Windows Embedded Automotive, das seit 2010 nicht mehr weiterentwickelt wird. Auf der CES in Las Vegas zeigte Microsoft nun erste Anwendungen, die auf Windows 10 laufen.

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Zusammen mit Volvo wurde ein System vorgestellt, dass es dem Fahrer erlaubt, mit dem Auto zu reden – auch wenn er gar nicht darin sitzt. Mittels eines Fitnessbands von Microsoft soll man so von einem beliebigen Ort aus zum Beispiel die Heizung im Auto starten können. Ebenfalls lassen sich Ziele fürs Navigationssystem per Spracheingabe eingeben. Gleichzeitig implementiert Microsoft seinen Sprachassistenten Cortana im Auto.

Microsoft würde seine Technologien gerne auch anderen Herstellern anbieten, allerdings ist das Interesse bisher eher schmal. Eine Nachfrage von Gründerszene auf der CES bei Audi, VW, Daimler und Toyota erbrachte eher Skepsis. Man sei grundsätzlich neuen Technologien gegenüber offen und rede mit jenem, der sie anbieten würde, hieß es einvernehmlich zurückhaltend.

Microsoft steigt in den Kampf um die Daten der Fahrzeuge relativ spät ein. Die Hersteller sind in Sachen Kooperationen mit den Technologiekonzernen sowieso wenig euphorisch, weil sie die im Auto gesammelten Daten lieber selbst behalten und nicht teilen wollen. Ein dritter Player, der im Grunde kaum mehr anbieten kann als die Autohersteller selber schon leisten können, wird daher wenig Erfolg haben. Microsoft kann nur dann Bewegung in den Markt bringen, wenn das Unternehmen seine Technologien günstiger und ohne den Wunsch nach allzu viel Daten anbietet.

Bild: Volvo