Mit einem Akku als Anhänger soll die Reichweite von E-Autos vergrößert werden

Bislang gibt es auf dem Markt nur ein einziges Elektrofahrzeug, das über eine vernünftige Reichweite verfügt: Das Model S von Tesla, das um die 400 Kilometer weit kommt – dafür aber auch über 80.000 Euro kostet. Die billigeren E-Autos – zum Beispiel das erfolgreichste Elektroauto in Deutschland, der Renault Zoe, oder als klassischer Familienwagen der e-Golf – haben nur eine sehr eingeschränkte Reichweite. Mit nicht einmal 200 Kilometern sind längere Fahrten dann eher eine Qual. Das deutsche Startup Nomadic will für das Problem nun eine einfache Lösung gefunden haben: einen Anhänger mit Akku.

Die Akkus von Nomadic haben eine Leistung von bis zu 85 Kilowattstunden, was einer zusätzliche Reichweite von rund 400 Kilometern entspricht. Zusammen mit den 200 Kilometern, die der Auto-Akku leistet, kann man dann theoretisch von Frankfurt bis Berlin ohne Unterbrechung unterwegs sein.

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Ein zweiter Vorteil der Akkus: Man muss sie nicht aufladen. Nomadic will an den Autobahnen Stationen errichten, wo man die Anhänger einfach austauscht und weiterfährt. Zunächst sollen Mitarbeiter dafür sorgen, dass immer frisch geladene Anhänger vor Ort sind. In einem zweiten Schritt sollen leere Akkus über eine Solaranlage wieder aufgeladen werden.

Die Idee kommt gut an. Vom EU-Forschungsförderprogramm Horizont 2020 hat das Unternehmen aus Stuttgart bereits zwei Millionen Euro bekommen; weitere sechs Millionen sollen in einer Finanzierungsrunde eingesammelt werden, die laut Nomadic kurz vor dem Abschluss steht.

Geld verdienen will das Startup nicht nur mit dem Mietservice der Akkus, sondern auch mit der Idee „Recharching as a service“. Dabei kümmert sich das Unternehmen darum, dass die E-Autos an ihrem jeweiligen Standort aufgeladen werden. Auch ein Notfalldienst für E-Autos, die mit leerer Batterie am Straßenrand stehen, ist geplant.

Einen ersten Prototypen will das Startup aus Stuttgart schon in diesem Jahr vorstellen, die Markteinführung soll 2017 oder 2018 erfolgen.

In einem Firmenvideo wird das System noch einmal erklärt:

Bild: Nomadic